Telefonkonferenz mit Till Mansmann.

Die Folgen der Corona Krise werden in vielen Branchen des Mittelstands immer spürbarer. Wegen des „lock down“ standen die Bänder der Automobilindustrie wochenlang still, was die mittelständischen Zulieferbetriebe der Region Bergstraße unmittelbar zu spüren bekommen haben. Hotels und Gaststätten sowie Einzelhandelsgeschäft und Kulturbetriebe, die nicht für den „System-Erhalt“ erforderlich waren, blieben geschlossen und nun ist der „Wiederanlauf“ nur mit großen Einschränkungen möglich. Um besondere Härten auszugleichen wurden Hilfspakete in unermesslicher Höhe bereitgestellt. Doch damit nicht genug. Als Folge des „lock down“ wird es in den nächsten Jahren zu erheblichen Ausfällen bei den Steuereinnahmen kommen. Auch die Kommunen vor Ort rechnen mit entsprechend weniger Steuereinnahmen. Das ist insbesondere eine Gefahr für geplante Investitionen, die dann oft als erstes zurückgestellt werden.

Aus diesem Grund informierte sich der geschäftsführende Vorstand der MIT Bergstraße aus erster Hand bei Till Mansmann, Mitglied des Bundestages für die Bergstraße, was in naher Zukunft passieren muss, um so schnell wie möglich wieder zu einer starken und leistungsfähigen Wirtschaft zu kommen. Christopher Hörst (FDP-Fraktionsvorsitzender im Kreis Bergstraße) organisierte und moderierte das digitale Treffen.

Nach einer Einführung von Matthias Wilkes (Landrat a. D., erster Vorsitzender der MIT Bergstraße) und Herrn Till Mansmann kam man schnell auf den Punkt.

Es ist wichtig, dass die Wirtschaftsleistung so schnell wie möglich wieder hergestellt wird. Dazu gehören Konjunkturprogramme, die Förderung der Digitalen Transformation und weitere Investitionen in das Bildungssystem.

Gerade in den letzten Wochen wurde deutlich, wie wichtig eine moderne Ausstattung der Schulen ist. Matthias Wilkes hatte in seiner Amtszeit als Landrat im Kreis Bergstraße bereits ab den Jahr 2003 begonnen, die Schulen mit moderner IT-Infrastruktur und Computern auszustatten. Der tägliche Umgang mit moderner Technik ist damit seit vielen Jahren in den 74 Schulen des Kreises Bergstraße tägliche Realität. So konnte jetzt, anders als in vielen anderen Regionen, an den meisten Bergsträßer Schulen der digitale Unterricht erfolgreich durchgeführt werden. “Diese hochengagierte Schulpolitik von Matthias Wilkes gegen viele Widerstände und über Jahre hinweg zeigt was es heißt nachhaltig politisch zu arbeiten und nicht erst in der Krise wach zu werden“, so der stellvertretende MIT-Kreisvorsitzende und Ehrenvorsitzende, Werner Hartmann.

Die Gesprächsteilnehmer waren sich auch einig darüber, dass gerade die vielen kleineren mittelständische Unternehmen und Soloselbstständigen „systemrelevant“ sind. Denn diese „ziehen im Wesentlichen den Karren“ der Marktwirtschaft und stehen für die Wohlstandsentwicklung. Dazu gehören jedoch nicht nur Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser und der Lebensmittelhandel. Dazu gehören auch viele andere Unternehmen, die jedoch nicht in der Krise im Fokus standen. „Marktwirtschaft und Unternehmerschaft muss insgesamt gefördert werden“, so Till Mansmann.

Die letzten Wochen haben gezeigt, dass es auch ohne manche Bürokratie geht und oft noch schneller und besser. Daher fragt Matthias Wilkes, ob es ein „zurück wie es früher war“ geben muss oder ob man bürokratische Hürden und lange Genehmigungsverfahren nicht auch dauerhaft reduzieren kann.

In den nächsten Wochen und Monaten wird es aber auch darum gehen, die Handlungsfähigkeit und den Zusammenhalt in der Europäischen Union zu stärken. Ab Juli 2020 übernimmt Deutschland für sechs Monate die EU Ratspräsidentschaft. Damit liegt es in der Verantwortung von Deutschland, Europa auch in Krisen besser zu organisieren.

Die MIT-Bergstraße bedankte sich abschließend bei Till Mansmann für das gute und informative Gespräch. Till Mansmann versprach viele Anregungen aus der Videokonferenz nach Berlin mitzunehmen.