[DK] Bereits zum 25sten mal veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr Weinheim ein Seminar für die eigenen Führungskräfte um sich weiterzubilden. Eine gute und wichtige Tradition ist es auch die benachbarten Feuerwehren und Hilfsorganisationen dazu einzuladen. Da die Weinheimer Feuerwehr ein wichtiger Partner in der Region ist und daher auch oft über die Stadtgrenzen hinaus zur Unterstützung gerufen wird, dient dieses Seminar auch dazu sich persönlich und die Arbeitsweisen der jeweiligen Organisation kennenzulernen. Dieses Jahr nahmen neben den Weinheimer Gruppen- und Zugführern auch Führungskräfte der Feuerwehren aus Hemsbach, Viernheim, Dossenheim, sowie der Partnerstadt Feuerwehr Lutherstadt Eisleben, der Werkfeuerwehren Freudenberg und Naturin, dem Technischen Hilfswerk Ladenburg, und der Johanniter Unfallhilfe Viernheim teil. Feuerwehrkommandant Reinhold Albrecht begrüßte die Teilnehmer von Feuerwehren und Hilfsorganisation sowie seinen Nachfolger Sven Lillig, der zum 1. Januar bei der Weinheimer Feuerwehr seinen Dienst beginnt. Wie bereits bei den letzten 25 Führungsseminaren, gab es wieder ein interessantes Seminarprogramm für die Führungskräfte.

Vortrag Terrorismus

In seinem Fachvortrag „Amok und Terrorismus - Eine Herausforderung für Feuerwehr und Rettungsdienst in Deutschland“ ging Marvin Veith, Organisatorischer Leiter Rettungsdienst der Johanniter Unfallhilfe Viernheim darauf ein, wie die Konzepte zur Abarbeitung von Amoklagen und Terrorismuseinsätzen in den unmittelbaren Bundesländern funktionieren. Veith gab einen Lagebericht, wie Deutschland seit dem 11. September 2001 auf solche Lagen vorbereitet ist und welche Zusammenarbeiten zwischen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst stattfinden müssen, um eine Reibungslose und koordinierte Zusammenarbeit aller eingesetzten Behörden zu ermöglichen. Genauso ging Veith auf den Massenanfall von Verletzten (MANV) ein. Dieses bezeichnet eine Situation, bei der eine große Zahl von Betroffenen nach einem Unglück/ Unfall versorgt werden müssen.

Vortrag Flugunfälle

Im nächsten Vortrag ging es um „Vorgehensweise bei Flugunfällen - Gefahren für die Einsatzkräfte bei Ultraleichtflugzeugen“. Der Sicherheitsbeauftragter Segelflugplatz Weinheim Timo Bardelli, referierte über die verschiedenen Luftfahrzeugklassen und besonders über die Ultraleichtflugzeuge, die immer mehr im deutschen Luftraum unterwegs sind. Diese verfügen in den meisten Fällen über Gesamtrettungssysteme wie Fallschirme, die bei Gefahr von den Piloten ausgelöst werden können oder Airbags die bei einem Flugzeugcrash automatisch auslösen. Er erklärte wie diese Systeme aufgebaut sind und wie diese auslösen. Er erklärte, wie die Einsatzkräfte bei Unfällen mit den Luftsportgeräten umgehen müssen. Außerdem ging er darauf ein, welche Gefahren es nach einem Unfall an den Fluggeräten gibt. Diese Hinweise waren für die Führungskräfte besonders wichtig, um richtige Entscheidungen zu treffen, damit die Einsatzkräfte bei der Bergung von Verletzten geschützt werden können.

Vortrag Stadtentwicklung

„Weinheim im Wachstum – Auswirkungen für die Feuerwehr durch Einwohnerzahlen, Verkehrswege, Gewerbe- und Wohngebiete“ war der nächste Fachvortrag auf der Agenda von Sven-Patrick Marx, dem Leiter des Amt für Stadtentwicklung der Stadt Weinheim. Wie schaut die Stadtentwicklung in den nächsten Jahren in Weinheim aus. Welche Herausforderungen muss sich die Feuerwehr stellen, um bei den Baumaßnahmen und städtebaulichen Veränderungen immer noch die Sicherheit der Bürger gewährleisten zu können. Ein wichtiger Aspekt waren auch die Veränderungen der Verkehrswege in der Kernstadt, wie zum Beispiel die Erneuerung der Mannheimer Straße mit der Umlegung der Straßenbahnschienen und der Verlegung der aktuellen Haltestelle Luisenstraße.

Vortrag Rettungswege über Rettungsgeräte der Feuerwehr

Ralf Michael, Brandschutzsachverständiger referierte in seinem Vortrag über den Zweiten Rettungswege über Rettungsgeräte der Feuerwehr und erklärte die Unterschiede zwischen Fluchtwege und Rettungswege und deren Anforderungen in der Bauplanung. Auch die Handhabung für die Feuerwehr mit tragbaren Leitern und Hubrettungsfahrzeugen im Zuge der Soll-Leistungsfähigkeit einer Feuerwehr ging er ein.

Vortrag Schaumkonzept Rhein Neckar

Aktuelles rund um den Schaum, war das Thema von Christian Schäfer stellvertretender Kommandant der Werkfeuerwehr Freudenberg. Wann sollte im Einsatz Schaum eingesetzt werden. Schäfer gab nütliche Hinweise, zur Handhabung und vor allem auch die Konsequenzen die aus solch einem Einsatz entstehen können. Informationen gab es auch zum Aufbau des Schaumittels und seiner Wirkung.

Als letzter Themenblock ging Kommandant Reinhold Albrecht auf die letzten 25 Jahre Führungsseminar ein, wie dieses Entstanden ist und welche Themen in den ganzen Jahren behandelt wurden.

Foto Ralf Mittelbach / Text: David Kunerth