Jugendliche Idee für Jedermann
Weinheim. Weinheims Oberbürgermeister Heiner Bernhard hatte eine gute Ausrede. Nur deshalb zeige er jetzt keine „Riesenfelge“, erklärte der über 1.90 Meter große Rathauschef, weil für diese rasante Übung und seine Körpergröße die Stangen nicht hoch genug seien. Alle anderen haben keine Chance, sich zu drücken, seit es am Weinheimer Schlosspark die Calisthenics-Anlage gibt, ein Freiluft-Fitnessstudio mit Trimm-Dich-Geräten. Denn die Anlage, die in den vergangenen Monaten hier am „Katzenlauf“ entstanden ist, beruht zwar auf einer Idee des Jugendgemeinderates. Aber selbstverständlich ist es ein Open-Air-Gymnastikstudio für alle Generationen – so betonten es bei der Einweihung am Samstag auch alle Akteure des Vormittags, zuerst OB Bernhard, aber auch Ivàn Furlan, der für das Jugendgremium sprach – um sich gleich, etwas eleganter als Heiner Bernhard, an den Metallstangen entlangzuhangeln.

Mit dem Calisthenics-Park ist ein langgehegter Wunsch des Jugendgemeinderats in Erfüllung gegangen. Die Stadt hat den Park mit Haushaltsmitteln finanziert und die Anlage installiert. Dabei war der vielseitig einsetzbare „Spielplatztruppe“ der Stadt mit Holger Harnisch an der Spitze am Werk, betreut wurde das Projekt vom Grünflächen- und Umweltamt.

Der Boden wurde modelliert, der Untergrund mit Vliesstoff und Geröll technisch so aufgearbeitet, dass Regenwasser schnell versickert. Zur Sicherheit der Benutzer wurden zentimeterdick Holzhackschnitzel als Fallschutzboden aufgebracht. Sie sorgen dafür, dass auch Abstürze von den bis zu drei Meter hohen Sportgeräten möglichst glimpflich verlaufen. „Mit der Eröffnung des Calisthenics-Parks ist Weinheim um eine freizeitsportliche Attraktion reicher“, so der OB angesichts der Tatsache, dass es Deutschland erst knapp 700 solcher Anlagen gibt. Die Anlage ist für jedermann kostenlos jederzeit nutzbar.

Der Zeitpunkt der Eröffnung sei dabei nicht zufällig gewählt: „Handelt es sich bei der Absicht mehr Sport zu betreiben, doch um einen der beliebtesten Vorsätze zu Beginn eines jeden Jahres.“ Damit stelle der Sportpark ein wortwörtlich zu nehmendes „greifbares“ Ergebnis der Jugendgemeinderatsarbeit dar, so Bernhard abschließend.