[RM] Um 18:24 Uhr ging am Samstagabend im Feuerwehrzentrum Weinheim der Alarm für einen Gasgeruch in der Müllheimer Talstraße ein. Die Freiwillige Feuerwehr Abteilung Stadt rückte darauf mit dem Rüstzug (Einsatzleitwagen, zwei Löschfahrzeuge und dem Rüstwagen) zur Einsatzstelle aus. Vor Ort warteten bereits Anwohner, die den Einsatzkräften den Bereich des Gasgeruchs zeigten. Dieser lag in dem Baustellenbereich zwischen Hauptstraße und Burggasse. Die Feuerwehr sperrte darauf mit Unterstützung der Polizei die Straße komplett für den Verkehr. Der Brandschutz wurde sichergestellt, die Stadtwerke Weinheim Abteilung Gas nachgefordert und ein Trupp mit Messgeräten ausgerüstet zur Erkundung des betroffenen Bereichs eingesetzt. Da die Messgeräte der Feuerwehr ein zündfähiges Gemisch anzeigten, wurde der Radius um den Geruchsbereich erhöht und die Anwohner gebeten vorsorglich Ihre Häuser zu verlassen. Parallel dazu nahmen auch die Stadtwerke Weinheim mit Messspürtrupps ihre Arbeit auf. Zur Versorgung der Anwohner rückten weitere Kräfte der Feuerwehr nach. In der Grundelbachstraße wurde der Abrollbehälter Mehrzweck abgesattelt, um den Anwohner eine Anlaufstelle zu bieten. Mit dem Gerätewagen Licht wurde die Einsatzstelle großflächig ausgeleuchtet. Auch ein Schnelleinsatzzelt mit einer Zeltheizung sollte aufgebaut werden. Da aber die Betreiber des Kioskes in der Müllheimer Talstraße und der Gastwirt der Gaststätte Finkenburg ihre Unterstützung anboten, konnte ein Großteil der 42 evakuierten Anwohner dort vorübergehend untergebracht werden. Da die Müllheimer Talstraße für den Verkehr komplett gesperrt wurde, erhöhte auch die Polizei Ihre Kräfte und sorgte bereits ab dem Schloßbergtunnel für eine frühzeitige Umleitung des Verkehrs. Die Bauhofbereitschaft der Stadt Weinheim sperrte den Bereich um den Hutplatz weiträumig ab, damit auch hier kein Verkehr mehr Richtung Grundelbachstraße fahren konnte. Der Rettungsdienst war ebenfalls vor Ort. Musste für die Betreuung der Anwohner aber nicht eingesetzt werden. Daher wurden die Kräfte zurückgefahren und ein Rettungswagen der Rettungswache Trösel blieb zum Eigenschutz der eingesetzten Kräfte vor Ort. Die Einsatzleitung der Feuerwehr wurde vor Ort von Herrn Hutter der Stadtwerke Weinheim und Herrn Torni, dem technischen Bereichsleiter des Eigenbetriebes Stadtentwässerung unterstützt. Oberbürgermeister Heiner Bernhard informierte sich über die Situation vor Ort. Da zunächst Unklar war, um welches Gas es sich handelt wurde die Berufsfeuerwehr Mannheim mit dem Gerätewagen Mess nachgefordert. Die eingesetzten Kräfte der Berufsfeuerwehr Mannheim führten weitere Messungen durch und nahmen mit Prüfröhrchen Proben, die im weiteren Einsatzverlauf analysiert wurden. Die Weinheimer Feuerwehr führte auch Messungen in der Kanalisation und den angrenzenden Kellerräumen der Häuser durch um auszuschließen, dass sich der betroffenen Bereich ausbreitetet. Dies konnte aber ausgeschlossen werden. Die Stadtwerke Weinheim forderten eine Baufirma nach, die an der lokalisierten Stelle Grabungen durchführte um tiefer im Boden Messungen durchzuführen. Hier wurde leicht erhöhte Werte festgestellt. Nach Rücksprache mit allen Fachberatern und Auswertung der Messergebnisse konnte eine Gefahr für die Umgebung sicher ausgeschlossen werden. Daher konnten die Anwohner gegen 21:30 Uhr wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren und die Straße für den Verkehr freigegeben werden. Die Anwohner wurden durch die Feuerwehr während der Einsatzmaßnahmen immer wieder auf dem laufenden gehalten und informiert. Die Stadtwerke Weinheim übernahmen die Einsatzstelle und führten in der Nacht zum Sonntag weitere Maßnahmen mit der Baufirma durch um den Schaden zu beheben.

Foto: David Kunerth / Text: Ralf Mittelbach