Aktuelles Projekt: „Ein Kind – ein Baum“ Klimaschutz – Bildung – Ernährung

Sechs Schulbrunnen und Pflanzung von 8.000 Bäumen geplant – Bildungsprogramm soll initiiert werden

Nach Mitteilung von Erstem Stadtrat Jens Bolze hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung grünes Licht für ein weiteres Projekt in Viernheims Partnergemeinde Silly in Burkina Faso gegeben und Fördermittel in Höhe von 155.000 Euro für die nächsten drei Jahre bewilligt. „Mit diesem Geld sollen sechs Schulbrunnen gebohrt, 8.000 Bäume gepflanzt und ein Bildungsprogramm initiiert werden. Es ist ein Dreiklang: Klimaschutz – Bildung – Ernährung.“ Am letzten Montag stellte Bolze das Projekt zusammen mit den Focus-Mitgliedern Klaus Hofmann, Manfred Weidner, Judith Lipp und Bernhard Finkbeiner sowie Philipp Granzow (Brundtlandbüro) im einzelnen vor.

„Ein Kind – ein Baum“ ist nicht vorwiegend ein Klimaschutzprojekt im klassischen Sinne, das die CO2-Minderung in den Vordergrund stellt. Es ist ein Bildungsprojekt vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Notwendigkeit, sich den Folgen des Klimawandels anzupassen. Auch die Verbesserung der Ernährung spielt eine wichtige Rolle.

Es geht zunächst um Lernen, Erleben und Erfahren. Das Pflanzen von Bäumen kann als eine Option zur Anpassung an den Klimawandel erlebt werden, theoretisch und praktisch. Den Grundschülern soll das Ökosystem Baum pädagogisch, spielerisch und praktisch nah gebracht werden. Die Schülerinnen und Schüler tragen das Wissen in die Familien. Mit einem zweiten Ansatz soll das Thema und der Bildungsprozess aber in die ganze Gemeinde und deren politische Vertreter getragen werden.

Die Obstbäume in den Schulgärten sollen mit ihrer Ernte auch dazu beitragen, die Schulspeisung zu ergänzen. Eine Grundversorgung ist an vielen Schulen bereits gesichert. Aber nicht nur eine ausreichende Menge an Nahrung ist für ein gesundes Leben entscheidend, sondern auch ihre ausgewogene Zusammensetzung mit Mikronährstoffen, also Vitaminen, Mineralien und Spurelementen, damit sich die Kinder gesund entwickeln. Die Schulspeisung ist wichtig, weil viele Kinder ohne Frühstück ihren Schultag beginnen und auf eine Mahlzeit angewiesen sind.

Um die angelegten Obstbaumhaine an den Schulen zu bewässern, werden sechs Brunnen gebohrt, die auch der Trinkwasserversorgung dienen.

Ein kleiner Teil der Fördermittel bleibt, so sehen es die Förderrichtlinien vor, in Viernheim. Die Friedrich-Fröbel-Schule ist Partner des Projekts und wird mit einer Grundschulkasse und der UNESCO-AG sowie fächerübergreifend ein pädagogisches Programm starten, die Projektthemen aufgreifen und sich mit Schulen in Silly austauschen.

Das Projekt wird vom „Engagement Global“ mit Mitteln des Bundesministeriums zu 90% gefördert.