Die Zumutungen für die Menschen nehmen kein Ende

Das durch die Landespolitik aufgerissene Versorgungsloch, durch die Schließung des Lindenfelser Krankenhauses, steckt den Bürgerinnen und Bürgern noch in den Knochen. Insbesondere da noch nicht einmal ein minimales Versorgungskonzept Namens Luise Light mit Belegbetten, durch Landrat Engelhardt und der damaligen schwarz-grüne Koalition Unterstützung fand, erinnert Christiane Hennrich (1. Vorsitzende BügeVO).

Hennrich weiter: „Erschwerend kommt für die Menschen gerade im ländlichen Raum hinzu, dass die ärztliche Versorgung, aufgrund der Altersstruktur der Ärzte und dem fehlenden Nachwuchs, sich weiter ausdünnt und auch hier die Kreispolitik dieser negativen Entwicklung, bis auf warme Worte, nichts entgegen zu setzen hat. In dieser eh schon prekären medizinischen Situation wurde nun eine Studie der Bertelsmann Stiftung veröffentlicht, die besagt, dass weitere Krankenhäuser geschlossen werden sollten, um damit angeblich die medizinische Versorgung zu verbessern. Gerade mit dieser Studie wird die aktuelle Politik unterstützt die mit Krankenhausschließungen, über die Einführung von Fallpauschalen, bereits Furore machte, da der hieraus entstandenen Kostendruck die Qualität ruinierte und obendrein zu Personalmangel führte. Laut Bertelsmann sollen weniger als 600 der heute 1.400 Krankenhäuser diesen Kahlschlag überleben. Folgt man den Argumenten der Studie, wäre auch das Heppenheimer Kreiskrankenhaus gelinde gesagt abzuschaffen, allein der Gedanke rüttelt hoffentlich wach und lässt erkennen, welche Ideologien hier ihr perfides Spiel treiben. Man geht sogar so weit zu behaupten, dass nur Kliniken mit größeren Fachabteilungen und mehr Patienten genügend Erfahrung hätten, um für eine sichere Behandlung Sorge tragen zu können. Die „Bürgerinitiative Gesundheitsversorgung Vorderer Odenwald“ bezeichnet diese pauschale Aussage als kompletten Unsinn, war doch bekannt, dass gerade der OP des Lindenfelser Krankenhaus hochmodern ausgestattet war und den neusten Ansprüchen voll und ganz genügte.

Die Größenordnung der Schließungen, welche die Studie suggeriert, ist falsch. Gerade auf dem Land, aber auch in den Brennpunkten einiger Städte gibt es eine Unterversorgung mit Krankenhausbetten. Schließungen wie in Lindenfels geschehen führen zu weiteren Wegen und dem Raub an kostbarer Zeit, die unter Umständen Leben rettet! Hier gilt es den Präsidenten der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, zu zitieren erinnerte er doch daran, dass die von der Bundesregierung eingesetzte „Kommission gleichwertige Lebensverhältnisse“ jüngst die Bedeutung „einer gut erreichbaren, wohnortnahen Gesundheitsinfrastruktur“ hervorgehoben habe. „Da sei es schon mehr als befremdlich, wenn die Bertelsmann-Stiftung jetzt pauschal Schließungen fordert. Auch muss an dieser Stelle die deutliche Kritik des Präsidenten der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß wiederholt werden, der klar formulierte wer vorschlage, zahlreiche Krankenhäuser „platt zu machen“ und die verbleibenden Kliniken zu Großkliniken auszubauen, propagiere „die Zerstörung von sozialer Infrastruktur in einem geradezu abenteuerlichen Ausmaß“, sagte Gaß.

Zudem sollte man die Strippenzieher dieser Studie genaustens unter die Lupe nehmen. Den wenigsten ist bekannt, dass Dr. Brigitte Mohn nicht nur im Vorstand der Bertelsmann Stiftung sitzt, sondern zugleich Vorstandsmitglied der Rhön-Privatkliniken AG ist, eine Aktiengesellschaft also, die ein direktes finanzielles Interesse an der Schließung öffentlicher Krankenhäuser haben könnte. Soviel zu Studien und deren Profiteure“, unterstreicht die Vorsitzende Christiane Hennrich die Auffassung der Bürgerinitiative zur Studie.