Informativer Abend für Unternehmen im Odenwald fand im Rathaus Rimbach statt / Verbundprojekt unterstützt Firmen bei der Implementierung von Home-Office Arbeitsmodelle.

Die Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter ist eine der größten Herausforderungen, vor denen Unternehmen stehen. In vielen Branchen herrscht Fachkräftemangel und Unternehmen liefern sich einen „Kampf um die besten Köpfe“. Studien zeigen dabei, dass Faktoren wie Work-Life-Balance und flexible Arbeitszeitmodelle eine zunehmend wichtige Rolle bei der Arbeitgeberwahl spielen. Die Arbeitgebermarke wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor für die Personalgewinnung. Immer mehr Fachkräfte wünschen sich von ihren Arbeitgebern die Möglichkeit, auch von zu Hause aus zu arbeiten. Home-Office-Arbeitsplätze liegen voll im Trend und bieten für Unternehmen zahlreiche Vorteile.

Mit dem Verbundprojekt „HO² - Home-Office Odenwald“ wollen die Projektpartner, die Wirtschaftsregion Bergstraße / Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB), die Odenwald-Regional-Gesellschaft mbH (OREG) und die Entega Medianet GmbH, die Attraktivität von Arbeitgebern und des Odenwaldes als Wirtschafts- und Arbeitsstandort allgemein steigern, indem Unternehmen für neue Arbeitsmodelle wie Home-Office sensibilisiert und bei der Implementierung unterstützt werden.

Nachdem im März dieses Vorhaben der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, hatte die WFB die Unternehmer aus den Odenwaldkommunen der Wirtschaftsregion Bergstraße zu einer Veranstaltung ins Rathaus Rimbach eingeladen, mit der sie diese über das Projekt informierte.

Bürgermeister Holger Schmitt, Gemeinde Rimbach, begrüßte die Gäste und gab seiner Freude darüber Ausdruck, Gastgeber zu sein. „Die Bedeutung von Home-Office nimmt deutschlandweit zu“, unterstrich der Rathauschef und verwies auf die Niederlade, wo bereits im Juni 2015 ein Gesetz in Kraft trat, das Arbeitnehmern das Recht auf Home-Office einräumt. Trotzdem sei dies nur „ein Baustein, um Mitarbeiter zu finden und zu halten“, so der Bürgermeister.

Ein weiteres Grußwort übernahm Landrat Christian Engelhardt, Aufsichtsratsvorsitzender der WFB. „Home-Office bedeutet einen Paradigmenwechsel weg von starren Arbeitsmodellen hin zu mehr Flexibilität und Freiheit im Arbeitsmarkt“, sagte er. Für die Mitarbeiter bedeute dies ein klares Plus an Lebensqualität und auch die Unternehmen profitierten vom Modell Home-Office – „denn es ist ein Instrument, sie für Bewerber noch attraktiver zu machen“, unterstrich der Landrat.

Barbara Hoffbauer, Abteilungsleiterin Personalmanagement Kreis Bergstraße, berichtete aus der Praxis. Zunächst präsentierte sie eine Stärken-/Schwächenanalyse und erläuterte dann die Erfahrungen mit Home-Office in der Kreisverwaltung. „Natürlich ist Telearbeit nicht bei jeder Art von Arbeit möglich“, so die Referentin, „doch es gibt viel zu gewinnen, wenn es gut läuft.“ So könnten beispielsweise Personalreserven gehoben und eine hohe Bindung erzielt werden. Zudem steige die Zufriedenheit sowie die Eigenverantwortung der Mitarbeiter. Einsparungseffekte auf beiden Seiten kämen hinzu.

Über das Verbundprojekt informierten anschließend Dr. Matthias Zürker, WFB-Geschäftsführer, und Marco Stibe, Projektleiter Unternehmerservice bei der WFB. Wie die Gäste erfuhren, wird es im Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2020 durchgeführt und aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages gefördert. Träger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Bundesprogramms „Land.Digital“ für ländliche Entwicklung. „Mit unserem Projekt wollen wir die Arbeitgeber im Odenwald dabei unterstützen, noch attraktiver für die bestehenden aber auch neue Arbeitskräfte zu werden“, so Dr. Zürker und Stibe. Wie sie weiter erklärten, unterstützt die WFB die Unternehmen bei der Implementierung von Home-Office-Modellen. Zwei Firmen will die kreisweite Wirtschaftsförderung für eine aktive Mitarbeit gewinnen, um sie bei der Umsetzung intensiv zu begleiten.

Die letzten Vorträge des Abends kamen der Entega Medianet GmbH zu, die im Verbundprojekt als technischer Partner fungiert. Es referierten Frank Gey, der Geschäftsführer, Helmut Mink, Leitung C03 System- und Anwendungsbetrieb, und Philipp Schlögl, Referent Regionalmanagement. Gey berichtete, dass Home-Office seit 2018 erfolgreich im Unternehmen zum Einsatz komme. Heute nutzen 20 Prozent der 1900 Entega-Mitarbeiter dieses Modell. Eine positive Bilanz zieht auch Mink: „Die Erreichbarkeit der Mitarbeiter im Home-Office hat sich erhöht“, sagte er. Und Schlögl stellte das Angebot „e-Car Sharing“ des Energie- und Telekommunikationsunternehmens vor. Damit leistet die Entega einen zusätzlichen Beitrag zum Verbundprojekt, das den beiden Unternehmen zugutekommt, die aktiv bei dem Vorhaben mitarbeiten.

Info: Wissenswertes über die Wirtschaftsregion Bergstraße und die weiteren Serviceleistungen der WFB gibt es unter www.wirtschaftsregion-bergstrasse.de.

Bildunterschrift: Auf der Veranstaltung referierte unter anderem Barbara Hoffbauer, Abteilungsleiterin Personalmanagement Kreis Bergstraße. Erste Reihe von links: Bürgermeister Holger Schmitt, Gemeinde Rimbach, Landrat Christian Engelhardt, Aufsichtsratsvorsitzender der Wirtschaftsregion Bergstraße / Wirtschafts-förderung Bergstraße GmbH (WFB), Dr. Matthias Zürker, WFB-Geschäftsführer, und Frank Gey, Geschäftsführer der Entega Medianet GmbH. Foto: WFB