Die „Hutzle“: Abschied „unner Träne“
Weinheim. An Fastnacht soll man fröhlich sein. Genau das fiel den Sulzbacher Fastnachts-Hexen, den „Hutzle“, am „Schmutzigen Donnerstag“ aber schwer. Denn es hieß Abschied nehmen von Weinheims Oberbürgermeister Heiner Bernhard; es war der letzte Rathaus-Sturm in seiner Amtszeit. Die närrischen Weibern aus dem nördlichen Stadtteil trauerten sichtlich.
„Unserm Heuner, unner Träne, dodefor braucht ma sich net schäme, heit is uns eher zum Heile statt zum Lache, doch wolle ma trotzdem Fastnacht bei Dir mache.“ Mit diesem Vers drangen die „Hutzle“ ins Dienstzimmer ein, wo sich der scheidende OB Verstärkung in Person von Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner geholt hatte. Auch den Dezernenten und Stellvertreter bedachten sie mit einem Reim: „Unser Wunschkondidat wär, un des hätt gut gebasst, de Torsten Fetzner vun de Unnergass‘“. Beide Rathaus-Oberen ließen sich ohne Widerstand ihre Krawatten kürzen, wie sich das an „Altweiberfastnacht“ gehört. In der „Bütt“ des OB-Dienstzimmers fanden die „Hutzle“ noch manchen anderen Reim zum OB-Wahlkampf – einige waren eher nicht so nett. Narrenfreiheit eben.
Wehmütig verabschiedeten sich die Damen vom „liewe Heuner“ mit einer echten Liebesbezeugung: „Mea Hutzle dun dich bis uff unser letschde Dage wie ein Schatz im Herze trage, und wie ein Schwur verspreche ma heit: Fer unsern Heuner sin ma allzeit bereit, krabb krabb.“