Mehr Leben auf dem Friedhof

Weinheim. Die Friedhöfe sind ein Ort des Trauerns – aber immer mehr werden sie auch zum qualitätsvollen Aufenthaltsort für die trauernden Menschen. Und nicht zuletzt sind große Friedhofsanlagen wie der Hauptfriedhof in Weinheim auch Arbeitsstätten, die vernünftige Arbeitsbedingungen zu bieten haben.

In diesem Zusammenhang sind die Investitionen zu sehen, die von der Stadt Weinheim in diesem und im nächsten Jahr auf dem Friedhof an der B3 getätigt werden. Es entstehen neue Gebäude und Anlagen, dafür investiert die Stadt rund 1,8 Millionen Euro. Der Ausschuss für Technik, Umwelt und Stadtplanung hat jetzt auch wichtige Arbeiten vergeben; alles liegt im Zeit- und Kostenrahmen. Dafür bürgt auch das Weinheimer Architekturbüro Görtz, das die Gebäude plant und die Arbeiten betreut. Vertreter der Stadt betonten jetzt bei einem Vor-Ort-Termin, dass sie mit dem Büro stets gute Erfahrungen gemacht haben.

Dabei wird Weinheims Hauptfriedhof nicht nur zweckmäßiger sondern auch schöner werden: Zwei Betriebs- und Lagergebäude sind derzeit in Planung. Wenn alles klappt, wird das Lagergebäude noch in diesem Jahr fertig, das Betriebsgebäude dann begonnen und nächstes Jahr in Betrieb genommen. Die Pflasterarbeiten mit Kopfsteinpflaster werden die Stadt rund 180 000 Euro kosten, das liegt erfreulicherweise rund 12 000 Euro unter den ersten Berechnungen des Büros, wie im ATUS zur Kenntnis genommen wurde. Insgesamt entstehen neu ein Betriebsgebäude, eine Gerätehalle mit vorgelagertem Materiallagerplatz und neuem Zufahrtsweg sowie in 20 Stellplätze am Eingang Richtung Sulzbach. Der erste von drei Bauabschnitten macht bereits Fortschritte. In der vergangenen Woche wurden die tonnenschweren Stahlteile der neuen Gerätehalle angeliefert und mit dem Aufbau der Halle begonnen.

Die knapp vier Meter hohen Wände der Halle stehen auf einer annähernd quadratischen Bodenplatte. Mit Dach wird das Gebäude fünf Meter hoch, und es erhält eine Fotovoltaikanlage, betrieben von der Energiegenossenschaft Hohe Waid. In die neue Halle kommen alle Fahrzeuge, Maschinen und Geräte, die zur Bewirtschaftung des Hauptfriedhofs und der fünf Friedhöfe in Weinheims Ortsteilen benötigt werden.

„Auf dem Platz vor der Halle lagern wir Splitt, Sand und Mineralbeton, also Materialien, die wir auf den Friedhöfen immer wieder benötigen“, erklärte Friedhofsverwalter Michael Müller, als er zusammen mit Peter Zschippig, dem Leiter des Hochbauamtes, Jutta Ehmsen, der Leiterin des Amtes für Klimaschutz, Grünflächen und technische Verwaltung sowie Architekt Constantin Görtz die Bauvorhaben am Friedhof erläuterte.

Da in diesem Bereich des 8,6 Hektar großen Friedhofsgeländes immer mehr Grabfelder entstehen, werden in der neuen Gerätehalle auch eine öffentliche Damen-, eine Herren- und eine Behindertentoilette entstehen. Der weite Weg, den Friedhofsbesucher bislang von dort aus zum Toilettenbereich am Haupteingang zurücklegen mussten, ist dann ab kommendem Jahr hinfällig. Das alte, marode Betriebsgebäude aus den 50er-Jahren steht gegenüber der Friedhofskapelle und konnte wegen der schlechten Bausubstanz nicht mehr saniert werden.