Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe am Kreiskrankenhaus Bergstraße, Dr. Hurst, unterstützt Bemühungen von Gesundheitsdezernentin Stolz zur Verbesserung der Hebammen-Betreuung in der Fläche und zur Hilfe für traumatisierte Frauen

KREIS BERGSTRASSE | September 2018 | Das Bild ist erstmal der Situation geschuldet: Seite an Seite sitzen die Gesundheitsdezernentin des Kreises Bergstraße und die Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe am Kreiskrankenhaus Bergstraße bei einem Vortrag im Kreiskrankenhaus in Heppenheim zusammen, hören zu. Letztlich ist das Miteinander aber mehr als eine Momentaufnahme. Er ist symbolträchtig, weil Ausdruck eines engen Schulterschlusses von Diana Stolz und Dr. Ursula Hurst im gemeinsamen Engagement für die Gesundheitsversorgung und die Gesundheitsvorsorge von Frauen in der Region. Erklärter Wille beider ist, das Miteinander von Kreis und Klinik auch an dieser Stelle zu intensivieren. Gefördert wurde der Kontakt durch eine Vision-Bergstraße-Veranstaltung, eine Reihe, aus der heraus der Kreis im Dialog mit Bürgern regionale Zukunftsperspektiven entwickelt.

Gleich an zwei Stellen rücken Stolz und Dr. Hurst aktuell zusammen: Zum einen im Bemühen, zu einer möglichst flächendeckenden Hebammenversorgung im Kreisgebiet zu finden und so die vor- und nachgeburtliche ortsnahe Begleitung werdender und junger Mütter sowie deren Babys zu stärken. Zum anderen soll die Hilfestellung für traumatisierte Frauen ausgebaut werden. Zwei sehr unterschiedliche Bereiche, beide aber sind gleichwichtig, da sind sich die Gesundheitspolitikerin und die Chefärztin einig.

Die regionale Hebammenversorgung leidet in Deutschland nicht zuletzt an einer vergleichsweise schlechten Bezahlung und teuren Versicherungsprämien. Außerhalb von Krankenhäusern hat der Beruf deshalb massiv an Zuspruch verloren. Stolz möchte dies für den Kreis Bergstraße ändern, möchte der Arbeit als freie Hebamme vor Ort zu neuer Attraktivität verhelfen. Eine Fortbildungsveranstaltung des Kreiskrankenhauses für Hebammen, in der Klinik angestellte wie freie, und für Frauenärzte war nun Plattform für einen ersten Kontakt beim Thema. Stolz sammelt Anregungen, möchte wissen, wie Hebammen die Situation in der Fläche sehen und wie sich nach ihren Einschätzungen Verbesserungen erzielen lassen. Ihr Appell an die Hebammen: „Kommen Sie zu mir.“ Die Politikerin sucht die Gespräche. Bestreben der Gesundheitsdezernentin ist es, die Sichtweisen der Hebammen kennenzulernen, um am Ende zu einem tragfähigen Konzept für die vor-­ und nachgeburtliche Betreuung außerhalb des Krankenhauses zu finden.

Noch steht das Projekt am Anfang. Der Unterstützung aus dem Kreiskrankenhaus in Person von Dr. Hurst kann sich Stolz sicher sein. Die Chefärztin der Geburtsklinik weiß in ihrem Haus um eine komfortable Personaldecke bei den Hebammen, doch sie kennt auch die Situation außerhalb von Krankenhäusern. Nicht minder wichtig ist der Medizinerin zugleich das zweites Anliegen der Gesundheitsdezernentin: Das Schaffen von Angeboten, mit denen traumatisierten Frauen geholfen wird. Wichtig ist Dr. Hurst und Stolz einer breiten Öffentlichkeit bewusst zu machen, wie groß die Bandbreite der Geschehnisse ist, die zu Traumata führen: Vergewaltigung, häusliche Gewalt, Beschneidung, vieles ist zu nennen. Auch Ereignisse die weithin als schön eingeordnet werden, wie die Geburt eines Kindes, können sich ins Gegenteil verkehren und im Erleben Frauen traumatisieren. Die Zahl der Traumapatientinnen nehme zu, bilanziert Dr. Hurst. Für sie gilt es, nicht nur um Verstehen und Verständnis zu werben, ebenso wichtig ist es, Anlaufstellen für Betroffene zu schaffen. Auch das gehört zu den Zielen der Ärztin und der Gesundheitsdezernentin, auch hier stehen sie am Beginn eines gemeinsamen Wegs.

 

BILDUNTERSCHRIFT

SEITE AN SEITE für die Frauengesundheit. Die Bergsträßer Gesundheitsdezernentin Diana Stolz (links) und die Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe am Kreiskrankenhaus Bergstraße in Heppenheim, Dr. Ursula Hurst, machen sich im engen Schulterschluss für weitere Verbesserungen der Gesundheitsversorgung von Frauen in der Region stark. Die Aufnahme zeigt die Politikerin und die Medizinerin bei einer Fortbildung für Hebammen und Frauenärzte jüngst am Kreiskrankenhaus.

Foto: Kreiskrankenhaus Bergstraße/Thomas J. Zelinger