Kreis Bergstraße (kb). Aus Anlass der bundesweit durchgeführten Herzwochen mit dem diesjährigen Thema „Das schwache Herz“ fand im Altenpflegeheim St. Elisabeth in Bürstadt eine Informations-veranstaltung mit verschiedenen Kooperationspartnern statt.
Ziel der Aktion war es, dass möglichst viele Menschen ihr persönliches Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkennen und wissen, wie man sein Leben einrichtet, um gesund alt zu werden.
Ärzte, Apotheker, DRK, Rettungsdienst, Kreisgesundheitsamt und weitere Institutionen standen vor Ort als Ansprechpartner zur Verfügung. Zu den Besuchern gehörten der Präsident der Landesärztekammer Hessen, Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, die Bürstädter Bürgermeisterin Bärbel Schader sowie Dr. Wolfgang Auch-Schwelk, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Bergstraße.

Der aktuelle Deutsche Herzbericht zeigt, dass die Erkrankungs-häufigkeit der Herzinsuffizienz seit Jahren ansteigt. In Deutschland wird die Zahl der Patienten mit Herzschwäche auf 2-3 Millionen geschätzt. 300 000 kommen jedes Jahr neu hinzu, obwohl große therapeutische Schritte erreicht wurden. Patienten deuten Beschwerden in diesem Zusammenhang oft als altersbedingte Wehwehchen, die schicksalhaft hinzunehmen sind.
Dabei kann eine Herzmuskelschwäche für die Betroffenen durchaus lebensbedrohlich werden. Eine Abnahme der körperlichen Belastbarkeit, zunehmende Kurzatmigkeit und Wassereinlagerungen z.B. an Knöcheln und Unterschenkeln sind Alarmsignale, die eine Konsultation des Hausarztes erfordern.

Im Eingangsbereich demonstrierte Dr. Manfred Scheuer, Leitender Notarzt beim Rettungsdienst des Kreises Bergstraße, welche Technik für eine erfolgreiche Reanimation anzuwenden ist. An einer Puppe konnte jeder Teilnehmer ohne Angst erste Erfahrungen sammeln. Mehr als 50 000 Menschen erleiden jedes Jahr in Deutschland einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses. Aber nur in 37 Prozent der Notfälle trauen sich Ersthelfer beziehungsweise Laien, eine Reanimation bis zum Eintreffen des Notarztes durchzuführen. Diese Minuten können über Leben oder Tod entscheiden. Angst, etwas falsch zu machen, ist hier fehl am Platz.

Auf Wunsch konnten interessierte Besucher ihren Blutdruck messen lassen und in einem persönlichen Gespräch mit Dr. Elfi Hoffmann, Fachärztin für Allgemeinmedizin in Bürstadt, erfahren, wann gegebenenfalls eine Therapie erforderlich ist.
Ein Hausnotruf kann Leben retten! Timo Bunscheit vom DRK Kreisverband Bergstraße informierte die Besucher über Möglichkeiten der Lebenshilfe vor Ort. Über einen Sender, der am Körper getragen wird, kann eine direkte Sprechverbindung zur Hausnotrufzentrale hergestellt und je nach vorliegender Situation eine bedarfsgerechte Hilfestellung geleistet werden.

Zuckerkranke Personen müssen besonders auf eine korrekte Einstellung ihres Blutzuckers achten, da Spät- und Folgeschäden zu Gefäß-, Haut-, Nieren- und Augenerkrankungen führen können.
Eine frühzeitige Diagnose ist deshalb besonders wichtig. Apotheker Hermann Müller von der Marien Apotheke Bürstadt lud Besucher zur Blutzuckermessung ein. Das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken, ist bei Diabetikern bis zu fünfmal so hoch wie bei Nichtdiabetikern. Die häufigste Todesursache stellt dabei der Herzinfarkt dar.

Zuckerkonsum ist nicht nur für Diabetiker ein wichtiges Thema, sondern für alle jungen und alten Menschen. Der Zuckertisch des Gesundheitsamtes bot dafür sichtbare Hinweise auf den Inhalt in verschiedenen Lebensmitteln. Auf den Etiketten der Verpackungen ist zwar die Gewichtsangabe für den Zuckergehalt vermerkt, doch wer hat schon die konkrete Menge vor Augen - das Anschauen lohnt sich.

Der DRK Kreisverband Bergstraße hatte zudem für interessierte Besucher ein Rettungsfahrzeug mit geschultem Personal zur Verfügung gestellt. Fachkundige Mitarbeiter standen gerne für Fragen zur Verfügung.
Der Rettungswagen kommt bei allen Notfällen zum Einsatz, um das Rettungsfachpersonal vor Ort zu bringen und Hilfe zu leisten.

Diana Stolz, Erste Kreisbeigeordnete und Dezernentin für Gesundheit, betonte abschließend: „Prävention ist mir buchstäblich ein Herzensanliegen und ich freue mich, dass die Stadt Bürstadt mit Bürgermeisterin Schader in diesem Bereich so aktiv ist und wir mit all den Kooperationspartnern hier in der Bürgerstadt mit Herz diese Veranstaltung durchführen konnten“.

Bildunterschrift:
Gruppenbild: Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz (Mitte) und die Bürstädter Bürgermeisterin Bärbel Schader (5.v.r.) freuen sich über den Besuch des Präsidenten der Landesärztekammer Hessen, Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach (3.v.l.), beim Aktionstag in Bürstadt.