Wir, die Rettungshundestaffel Bergstraße-Odenwaldkreis e.V., haben uns im Februar 2013 gegründet und sind anerkannt als ein gemeinnütziger Verein.

Wir, das sind : 25 sehr engagierte Mitglieder mit dem Vorstand

Harald Fertig, 1. Vorsitzender, Einsatzkoordinator und Hundeführer Hund: Elu, Flächensuchhund in Ausbildung

Ronny Haker, 2. Vorsitzender, Einsatzkoordinator und Hundeführer Hund: Kira, Mantrailer polizeilich geprüft

Claudia Baumann, Schriftführerin und Hundeführerin Hund: Anouk, Flächensuchhund geprüft

17 Hunde, davon 3 geprüfte Mantrailer, 4 Mantrailer in Ausbildung, 3 geprüfte Flächensuchhunde und 7 Flächensuchhunde in Ausbildung.

9 Helfer ohne Hund! 16 Hundeführer

Im Juni 2013 unterzeichneten wir den Kooperationsvertrag mit der hess. Polizei. Seit dieser Zeit hatten wir 163 Einsätze (Stand 20.06.2017), 12 in 2013, 44 in 2014, 52 in 2015, 35 in 2016 und bereits 20 in diesem Jahr. Das sind weit über 13.000 Mannstunden die wir alleine in Einsätzen und der Nachbearbeitung zugebracht haben.

Hinzu kommen Ausbildungen (Erste Hilfe, Erste Hilfe am Hund, Kynologie, Einsatztaktik, Karte und Kompass, Psychosoziale Notfallversorgung PSNV und weitere Theoriekurse die trainingsrelevant sind), Prüfungen einmal jährlich für jeden geprüften Hund, zwei verlängerte Trainingswochenenden, Einsatzübungen mit anderen Hilfsorganisationen (um mal alle zu nennen: ASB, BRH, DLRG, DRK, Feuerwehren, Johanniter, Malteser, Polizei und THW) und Vorführungen (in Kindergärten, Schulen, Seniorenheimen, bei Flüchtlingen, bei Veranstaltungen anderer Hilfsorganisationen oder auch auf dem Mai Markt Mannheim unter dem Motto „Unser Schulterschluss für Ihre Sicherheit“), um unsere Arbeit vorzustellen.

Nicht zuletzt, müssen wir auch den erreichten Ausbildungsstand erhalten und neu gewonnene Erkenntnisse aus Einsätzen in unser Training einbringen, dass bedeutet wöchentlich ein Sonntagstraining von 09:30 Uhr bis ca. 16:00 Uhr. Mittwochs Anzeigeübungen, Gehorsam, Theorie, Einsatznachbesprechungen von 17:00 Uhr bis ca. 22:00 Uhr. Die Mantrailer in Ausbildung trainieren zusätzlich dienstags von 16:00 Uhr bis ca. 20:00 Uhr und nehmen zusätzlich noch private Stunden für den Aufbau des Trainings in unserer Staffel.

In der Regel werden wir von der Polizei alarmiert oder von den Leitstellen informiert wo eine Person vermisst wird. Das geschieht über unser Staffeltelefon das unter den Einsatzkoordinatoren gewechselt wird. Daraufhin werden je nach Anforderung, die Mantrailer oder die Hundeführer der Flächensuchhunde alarmiert und geben Rückmeldung wer wann am Einsatzort oder an einem Treffpunkt sein kann. Wenn klar ist, dass wir den Einsatz annehmen können, bekommt die anfordernde Stelle Rückmeldung und zeitgleich werden die weiteren Helfer alarmiert. Dies dauert maximal 15 Minuten, dann sind die ersten von uns unterwegs.

Dreht es sich um einen Mantrailereinsatz, befragt der Einsatzkoordinator zuerst Polizei, anschließend Angehörige oder Pflegepersonal. Dann werden Geruchsartikel gesichert und Geruchskopien erstellt. Nun wird die Taktik festgelegt: welcher Hund wird zuerst angesetzt, jeder Hund hat seine speziellen Fähigkeiten, manche Hunde sind besonders geeignet für die Suche im Gebäude oder haben keine Probleme lange Strecken zurückzulegen. Wieder andere Hunde können sehr gut den Abgang aus einem Geruchspool finden, das heißt hat sich eine Person länger in einem Gebiet rund um den letzten Sichtungspunkt aufgehalten, haben diese Hunde die Fähigkeit relativ sicher den Punkt zu finden an dem die vermisste Person diesen Ort verlassen hat. Jetzt wird der Hund angesetzt: der Hund bekommt ein spezielles Geschirr um und riecht kurz an dem gesicherten Geruchsartikel und auf ein Kommando hin beginnt der Hund die Suche. Je nach Witterung sucht der Hund ca. 30 Minuten und kann dabei schon eine beträchtliche Strecke zurücklegen. Bemerkt der Hundeführer dass sein Hund müde wird, kommt der nächste Hund zum Einsatz. Das ist nun das Besondere in unserer Staffel, da wir 3 Mantrailer zur Verfügung haben, können wir solche Übergaben auch trainieren und es gibt keine Reibungsverluste da wir auch entsprechende technische Mittel nutzen um diese Übergabe schnell und effizient zu machen. Stellt sich heraus, dass die zu suchende Person in ein Waldgebiet gegangen sein könnte, kommen nicht nur unsere Flächensuchhunde zum Einsatz, sondern es erfolgt sofort eine zusätzliche Voralarmierung der in der Region ansässigen Staffeln um möglichst schnell mit vielen Hunden eine große Fläche absuchen zu können. Die Alarmierung wird dann zeitnah durch die Polizei vorgenommen. Sind wir die zuerst eintreffende Staffel, ist unser Einsatzkoordinator der „Fachberater Rettungshund“ für die Polizei und bleibt in der Einsatzleitung bis der Einsatz abgeschlossen ist.

Die Abschnittsleiter der nachgeforderten Staffeln bekommen von der Einsatzleitung ein Suchgebiet zugeteilt. Die Abschnittsleiter teilen dann ihre Teams in Suchgebiete ein. Jeder Hundeführer hat in der Regel 1 – 2 Helfer mit dabei, oftmals auch jemand ortskundigen aus der örtlichen Feuerwehr. Oft wird noch das THW nachalarmiert, das dann die Einsatzleitung mit Strom und Licht versorgt. Werden die Einsätze noch größer ist noch der OLRD (Organisatorischer Leiter Rettungsdienst), ein Rettungswagen falls sich ein Helfer verletzt, ein Tierarzt falls einem Hund etwas zustößt und natürlich eine Betreuungszug vor Ort, der die Helfer mit Essen und Getränken versorgt.

So kommen schnell hundert und mehr Helfer zum Einsatz. Bei unserem bisher größten Einsatz waren über 150 Helfer mit 73! Hunden beteiligt. Bei solch großen Einsätzen, in denen unsere Mantrailer die Richtung vorgeben müssen, sichern wir uns dadurch ab, dass wir einen zweiten Trailer mit einem frischen Geruchsartikel noch einmal starten lassen.

Nun stellt sich die Frage nach dem Erfolg. Was ist für uns ein Erfolg ?

Unsere Hunde sind schon dann erfolgreich, wenn sie die Spur bis zu einer Haltestelle verfolgen können, sei es eine Bushaltestelle, eine Straßenbahnhaltestelle oder auf einem Bahnhof. Oft kann die Polizei dann Videokameras auswerten oder Rückschlüsse daraus ziehen, zu welchem Ziel die vermisste Person unterwegs ist. An Haltestellen brechen wir in der Regel die Suche ab, da die Arbeit ab hier sehr mühsam und vor allem sehr zeitaufwendig ist.
Unsere Hunde sind auch dann erfolgreich, wenn sie die vermisste Person nicht finden aber einen Hinweis geben was mit ihr passiert ist (Suizid). Denn nichts ist für Angehörige schlimmer als Ungewissheit.

Und unsere Hunde sind auch dann erfolgreich, wenn niemand vermisst wird aber ein Verdacht auf einen Unfall oder ähnliches besteht und unsere Teams das Kind dann doch wohlbehalten zuhause finden.

Wen suchen wir?
Ca. 80% sind Suchen nach älteren meist verwirrten, orientierungslosen Menschen
10% Kinder und Jugendliche
10% Suizidale

Manchmal passiert es, dass die Vermissten nicht gefunden werden wollen, dann tauchen sie nach ein paar Tagen wieder auf, manchmal können sie auch erst nach Tagen tot geborgen werden. Manchmal bleiben sie aber auch Wochen und Monate oder noch länger verschwunden. Um mit solchen Situationen umgehen zu können, haben einige von uns eine Fortbildung in psychosozialer Notfallseelsorge. So können wir Angehörigen ein erster Ansprechpartner sein aber auch unsere eigenen Helfer unterstützen. Auch hier holen wir schnellstmöglich weitere Helfer der Hilfsorganisationen oder der Kirche. (Notfallseelsorge Bergstraße, KIT – Krisen InterventionsTeam, Betreuer vor Ort, SIN – Seelsorge in Notfällen).

Wer ist geeignet?

Menschen die sich für unsere Arbeit interessieren, sollten wissen, dass es eine sehr zeitaufwändige Arbeit ist. Die Familie muss das mittragen. Man muss in guter physischer wie psychischer Verfassung sein. Wir erwarten eine regelmäßige Teilnahme an den Trainings und den Fort- und Weiterbildungen. Teamfähigkeit ist ein Muss. Die Bereitschaft mit zu Einsätzen zu gehen muss vorhanden sein. Im günstigsten Fall finden wir jemand lebend, manchmal wird die Suche abgebrochen und manchmal ist der vermisste Mensch auch schon verstorben. Das muss einem bewusst sein. Man wird mit Angehörigen konfrontiert die einen lieben Menschen vermissen; die erfahren haben das ihr Partner sich das Leben genommen hat oder nicht rechtzeitig gefunden werden konnte.

Welche Hunde sind geeignet?

Grundsätzlich ist jeder Hund geeignet. Es haben sich aber mittelgroße Rassen bewährt. Die Hunde sollten nicht zu klein sein, oft sind große Distanzen zu bewältigen, aber auch nicht zu groß und schwer, da es durch unterschiedliches Gelände geht und manchmal muss ein Hund auch getragen werden. Hunderassen mit kurzen Nasen haben weniger Riechzellen und sind nicht so gut geeignet. Die Hunde sollten über eine gute Kondition verfügen

Wie bauen wir die Trainings auf?

Schon im Welpenalter können die Hunde bei uns anfangen. Es beginnt mit einem Futter- oder Spielkreis. Ziel ist dabei, dass der Hund lernt, fremde Menschen sind toll. Da kann ich ruhig hingehen und bekomm was zu fressen oder spielen. Es geht, wenn es ein Flächensuchhund werden soll, weiter mit Witterungsspaziergängen. In kurzen Abständen sitzen, für den Hund sichtbar, drei Helfer mit Spielzeug und der Hund wird an ihnen vorbeigeführt. Am Anfang mit Leine, später ohne. Dann wird die Distanz zwischen den Helfern größer, dann verstecken sich die Helfer und immer wird der Hund belohnt wenn er einen Menschen findet. Parallel dazu wird der Hund darauf vorbereitet alle möglichen Situationen zu beherrschen. Solch eine vermisste Person kann zu einem Zeitpunkt in einem Nikolauskostüm stecken, sie hat einen Regenponcho an, an Karneval vielleicht verkleidet, sie kann sitzen, knien, liegen. Sie kann weglaufen, sie kann schreien. Auf all diese Situationen werden unsere Hunde vorbereitet. Dann zeigt es sich ob der Hund ein Verbeller wird (er findet, setzt sich mit Abstand zur Versteckperson und bellt bis der Hundeführer bei ihm ist) oder er kommt zum Hundeführer zurück und zeigt das er gefunden hat. In diesem Fall wird er angeleint und führt den Hundeführer zur Versteckperson und wird dann von ihr belohnt. Diese Art nennt man Rückverweiser. Eine weitere Art der Anzeige ist das „Bringseln“. Der Hund sucht, findet das Opfer, hat dann ein spezielles Halsband an dem das „Bringsel“ hängt, nimmt dieses auf und bringt es zum Hundeführer. Dieser geht mit dem Hund zur Versteckperson.

Nach zwei bis drei Jahren ist das Team Mensch Hund soweit, zur Prüfung zu gehen. Bei der Prüfung muss sich der Hundeführer über die Lage informieren, eine Suchtaktik festlegen und dann innerhalb von 20 Minuten zwei versteckte Personen in einem Waldstück von 30.000m² finden. Die Versteckpersonen müssen versorgt werden und ein geeignetes Rettungsmittel anhand von Karte und Kompass zu dem Verletzten gelotst werden. Dabei werden sowohl der Hundeführer wie auch der Hund beurteilt. Wurde die Prüfung bestanden, steht das Team für drei Jahre für Einsätze zur Verfügung. Dann erfolgt eine erneute Prüfung, dazwischen findet jährlich eine Einsatzüberprüfung statt.

Wie finanzieren wir uns?

Wir finanzieren grundsätzlich alles selbst! Das heißt von Training, Prüfungen, Weiterbildung, Versicherungen, Einsatzbekleidung, ohne die wir erst gar nicht in die Einsätze fahren dürfen (rund 1.000,00€ für Mensch und Hund), bis zu den Fahrten zu und von den Einsätzen, wird alles privat getragen.

Wer kann uns unterstützen?

Im Prinzip kann uns jeder unterstützen, sei es als Gast, um die Arbeit mal Live zu sehen und sich als Fremdopfer für einige Hunde zu verstecken, oder jemand hat/oder kennt ein interessantes Trainingsgelände. Auch freuen wir uns über jedes Fördermitglied oder eine Spende. Aber auch die Politik kann uns unterstützen. Denn der demografische Wandel und die immer höher werdende Lebenserwartung führt dazu, dass immer mehr demente Menschen gesucht werden müssen. Uns geht es da nicht um eine Bezahlung der Einsatzstunden, nein, nur um eine Beteiligung an den Unkosten (Treibstoff, Versicherungen, Steuer, vielleicht auch Zuschüsse zur Ausrüstung); denn wir machen diese Arbeit sehr gerne, weil wir doch das ein oder andere Mal Menschen helfen können und in einem tollen und sehr engagiertem Team arbeiten. 

Kooperationsvertrag mit dem Land Hessen

Die Kooperation mit den hessischen Rettungshundestaffeln und dem Land Hessen ist nach wie vor etwas einmaliges in Deutschland. Diese besteht bereits seit 22 Jahren und es sind über 40 Staffeln Mitglied. In gemeinsamer Arbeit soll die Zusammenarbeit aber auch eine Weiterentwicklung der Rettungshundearbeit vorangetrieben werden.

Was wir benötigen:

Wir suchen einen Trainingsplatz näher an der Bergstraße (Bensheim, Heppenheim) da einige von uns weitere Anfahrtswege haben und eine gute Verkehrsanbindung wichtig ist. Der Platz sollte über ausreichend Parkplätze verfügen und die Möglichkeit bieten, zum Beispiel mit Containern eine kleine Unterkunft für Fortbildung und Nachbesprechungen, aufzustellen. Strom und Wasserversorgung wären sehr hilfreich, ebenso ein Baumbestand oder die Erlaubnis Bäume zu pflanzen. Der Platz muss nicht eben sein. Verwilderte Grundstücke gestalten wir gerne so, dass ein abwechslungsreiches Training möglich ist und alle naturschutzrechtlichen Vorgaben eingehalten werden.

Die Mindestgröße wären 500m², 1 – 2ha ideal.

Trotz der vielen Einsätze und der Kooperation mit dem Innenministerium, haben wir keine BOS-Zulassung (also keine Fahrten mit Sondersignal; wenn gefordert fährt uns ein Streifenwagen voraus und was uns wirklich trifft, keinen Funk und das obwohl einige von uns die Funkberechtigung haben, teilweise sogar für den Digitalfunk!). Daher steht die Anschaffung leistungsfähiger Funkgeräte ganz oben auf unserem Haushaltsplan.

GPS-Ausstattung um unsere Hunde und Hundeführer während der Einsätze auf einem Rechner verfolgen zu können.

Es laufen erste Tests, um mittels einer Drohne Freiflächen (Wiesen, Felder, Wasserflächen) abfliegen zu können. (Gespräche mit ersten Landwirten über eine gemeinsame Nutzung laufen. Einige Landwirte sind daran interessiert kein Wild bei der Arbeit zu schädigen) Drohne mit Wärmebildkamera.

Ein Mannschaftstransportwagen (MTW) mit Boxen für die Hunde, damit wir nicht immer mit den Privatwagen in den Einsatz müssen.

Ein Quad, um auch in unwegsamen Gelände Hundeführer und Hunde auswechseln zu können. Außerdem kann so Material zur Versorgung der eigenen Teams sowie verletzter Personen befördert werden.
Und ganz wichtig, Menschen die uns in unserer Arbeit mit ihrem Wissen und Fähigkeiten unterstützen können. Dadurch dass wir fast alle Mensch-Hunde-Teams prüfungsreif haben, fehlen uns in Zukunft Helfer die bei Einsätzen funken, Erste Hilfe leisten, den Verkehr absichern, Daten aufzeichnen können. Menschen die uns bei unserer Ausbildung weiterhelfen können.

Nicht minder wichtig, Waldgebiete in denen wir auch in der Brut- und Setzzeit trainieren dürfen, ohne Tier- und Pflanzenwelt zu stören. Denn immerhin hatten wir die letzten 10 von 20 Einsätzen in diesem Jahr, eben in dieser Zeit.

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Bankverbindung:

Sparkasse Bensheim
Kontoinhaber: Rettungshundestaffel Bergstrasse-Odenwaldkreis e.V.
BLZ: 509 500 68
Kontonr.: 211 72 32
IBAN: DE88509500680002117232
BIC: HELADEF1BEN

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