An 29 Orten im Odenwald und in der Rheinebene werden am Abend des 24. März - dem letzten Samstag der Winterzeit - feurige Veranstaltungen stattfinden: Fackelwanderungen, Böllerschüsse oder Vorträge läuten die Entzündung der großen Lärmfeuer ein, die weit in die Dunkelheit leuchten werden. Früher war dies eine militärische Einrichtung, die vermutlich schon auf die Römer (1.-4. Jh. n. Chr.) zurückgeht. Lärmfeuer sind historische Signalstationen, die über weite Strecken eine Warnung schnell über Land schicken können, indem ein vorbereiteter Feuerstapel vom Wachpersonal entzündet wird. Auch im Odenwald gab es Signallinien, um eine Warnung von Westen - wo die Gallier über den Rhein setzten - nach Osten zum Limes. Etliche Signalstationen sind bekannt, über andere wird noch geforscht - und gestritten. Eine solche Lärmfeuer-Signalkette kommt mit wenigen Stationen aus: so würde man beispielsweise von Helgoland bis zur Zugspitze durch ganz Deutschland nur 15 Feuerstationen benötigen - klare Sicht vorausgesetzt (GEO Heft 10/2012): über Cuxhaven, Hamburg, den Wilseder Berg (stolze 169 m hoch!), den Brocken und den großen Arber würde die Strecke verlaufen. Für den Odenwald sind einige Lärmfeuerstationen belegt und von Heimatforscher Friedrich Höreth dokumentiert. Sie waren über Jahrhunderte in Betrieb, bis im 19. Jahrhundert Fernrohre und Telegrafenmasten mit beweglichen Querbalken sowie schließlich moderne Kommunikationsmittel Sichtsignale überflüssig machten.

An den Originalstandorten ist es heute oftmals nicht mehr möglich ein Lärmfeuer "aus Spaß an der Freud" zu entzünden. Denn die modernen Lärmfeuer am 24. März flammen nicht aus militärischer Notwendigkeit auf, sondern weil Vereine, Gruppen, Gemeinden und Feuerwehren Spaß an einem großen Feuer haben, an dem man bei Gulaschsuppe und Glühwein Geschichten hören kann. Daher müssen sie auf die Natur und in der Nähe befindliche Einrichtungen Rücksicht nehmen.

Doch es gibt genügend hochgelegene Plätze für ein schönes knisterndes Feuer, das weithin sichtbar ist. So erhält die alte Tradition der Lärmfeuer-Signalkette neues Leben. In Absprache mit den Unteren Naturschutzbehörden wurde der Termin so gewählt, daß die Brut- und Setzzeit noch nicht begonnen hat und die Natur noch im Winterschlaf liegt. Immer am letzten Samstag der Winterzeit finden die Odenwaldweiten Lärmfeuer statt, so kann man sich den Termin gut merken.

Vor dem gallischen Feind muß heute nicht mehr gewarnt werden, denn schließlich unterhalten viele Gemeinden in Deutschland freundschaftliche Partnerschaften mit französischen Gemeinden. Vielmehr sollen die Feuerveranstaltungen Spaß machen und Alt und Jung hinaus ins Freie locken. Was macht mehr Spaß als im Vorfrühling um ein prasselndes Feuer zu stehen! Der Spaß für die ganze Familie bietet ein sehr abwechslungsreiches Programm, so daß für jeden das Richtige dabei ist. Informationen über die einzelnen Veranstaltungen sind auf www.felsenmeerdrachen.de zu finden, auf der Startseite ist unten rechts der Lärmfeuer-Button zum Anklicken.

Auf Wunsch kann auch die Broschüre Lärmfeuer 2018 gegen Einsendung von 1,50 Euro in Briefmarken an Marieta Hiller, Waldstraße 2, 64686 Lautertal, bestellt werden.

Text: Marieta Hiller