Gute Noten für den Schulbau

Weinheim. Wenn es – wie an Schulen üblich – für die Beteiligten am Bau des neuen Schulzentrums West in Weinheim Noten geben würde, es wären Einsen und Zweien. Die größte aktuelle Baumaßnahme der Stadt und größte Bildungsinvestition seit der „Multschule“ liegt sowohl zeitlich als auch finanziell im Plan. Das haben jetzt Peter Zschippig, Leiter der Hochbauabteilung im Amt für Immobilienwirtschaft, und Thomas Baier, Architekt im selben Fachamt, bei einem Pressetermin vor Ort bestätigt.

Neulich bei einer Sitzung der Baukommission konnte die Stadtverwaltung sogar konkrete Fertigstellungs-und Einzugstermine nennen. Demnach ist eine Gesamtfertigstellung der Schule im April 2021 und der Sporthalle im Mai 2021 geplant, die Möblierung der dort einziehenden Schulen wäre frühestens ab März möglich. Dann könnte eine probeweise Inbetriebnahme sogar noch vor den Sommerferien beginnen, etwa Anfang bis Mitte Juni.

Ein Blick auf die Baustelle lässt diesen Ablauf durchaus realistisch erscheinen: Die Rohbauarbeiten sind fertig gestellt und sind bauordnungsrechtlich und vertraglich abgenommen. Zschippig und Baier betonten, dass sie mit den ausführenden Firmen zufrieden sein können. Meistens wurde koordiniert an mehreren Gewerken gleichzeitig gearbeitet - es gibt Zeiten, in denen bis zu 30 Arbeiter gleichzeitig auf der Baustelle sind.

Daher und besonders wichtig: „Es kann davon ausgegangen werden, dass zu Beginn der Schlechtwetterperiode die Gebäudehülle geschlossen ist und der eigentliche Innenausbau zügig fortgeführt werden kann“, kündigte Zschippig an. Das war auch das Ziel. Die Dachabdichtung sei fertig gestellt, im Moment werden die Fassaden- und Verglasungsarbeiten ausgeführt. Im Innenausbau wurden bereits viele Trockenbauwände halbseitig aufgebaut. Nach Einbau der Technik werden sie geschlossen. Elektro, Lüftung, Heizung, Sanitär sind zu etwa 75 Prozent abgeschlossen, Großkomponenten wie Lüftungsgeräte und die Heizungszentrale wurden angeliefert und werden aktuell aufgebaut. Parallel wurde mit den Schlosser- und Estricharbeiten begonnen.

Ende September war das Schulzentrum West noch einmal wegen weiterer Arbeitsvergaben ein Thema im Gemeinderat. Dabei ging es um die Ausstattung der Drei-Feld-Sporthalle inklusive Sportboden (circa 310 000 Euro), die Bodenbeläge im gesamten Gebäude (etwa 370 000 Euro) und die Außenanlagen (etwa 1,5 Millionen Euro).

Auch dabei wurde klar, dass eine Punktlandung bei den Gesamtkosten möglich geworden ist. Eine Zeit lang sah es wegen der überhitzten Baukonjunktur nicht danach aus, jetzt haben sich die Preise in Corona-Zeiten entspannt. Rund 26 Millionen Euro beträgt das maximal bewilligte Baubudget (inklusive eines Reservepuffers). „Stand heute bleiben wir darunter“, erklärte Peter Zschippig. Beim „großen Brocken“ der Außenanlage setzte sich bei der Ausschreibung das Dossenheimer Landschaftsbauunternehmen Böttinger durch, was beweist, dass die Maßnahme auch einen positiven Effekt für die regionale Wirtschaft hat.

Das Schulzentrum wird eine topmoderne Bildungsimmobilie, die Ökonomie und Ökologie sowie Hygieneschutz vereint. Jedes Klassenzimmer bekommt eine eigene Lüftungsanlage, die übrigens schon vor Corona-Zeiten geplant waren, sowie separate Türen ins Freie. Die Beheizung erfolgt gleichmäßig über den Fußboden sowie über eine Wärmetauschtechnik, die Dächer werden begrünt und – wo es möglich ist – mit Photovoltaik-Anlagen bestückt.

In das neue Schulzentrum West am Sportzentrum werden die Albert-Schweitzer-Schule und die Johann-Sebastian-Bach-Schule einziehen. Es entsteht ein neues Schulgebäude auf einer Fläche von rund 6700 Quadratmeter mit einem umbauten Raum von rund 40 000 Kubikmeter, dass technisch und räumlich auch schon auf einen möglichen Ganztagesbetrieb vorbereitet ist.