Infopoint für Menschen mit Fluchthintergrund

Bürgermeister Matthias Baaß: „Es dient der Wirtschaft und den betroffenen Arbeitskräften, wenn nach Viernheim zugewanderten Menschen optimal der Weg in das Arbeitsleben gewiesen werden kann!“

Zusätzliche Sprechstunden im Rathaus und beim „Lernmobil“

Bürgermeister Matthias Baaß misst der Hilfe bei der beruflichen Orientierung für Flüchtlinge große Bedeutung zu. „Es dient der Wirtschaft und den betroffenen Arbeitskräften, wenn nach Viernheim zugewanderten Menschen optimal der Weg in das Arbeitsleben gewiesen werden kann.“ Seit 1. September 2016 ist diese Dienstleistung auf Bestreben der Stadt Viernheim in Zusammenarbeit mit dem Landkreis ausgebaut worden. Erfreulich: Es gibt zusätzliche Sprechstunden im Rathaus und im Haus des „Lernmobil“ (Am Schlangenpfad).

Im Rahmen eines Pressegespräches informierten Stefan Rechmann (Leiter des Kommunalen Jobcenters „Neue Wege“) und NAVI-Beraterin Martina Seeger („Neue Wege“, Flüchtlingsprojekt NAVI) über Aufgaben und Ziele von “NAVI Bergstraße“ in gleich mehreren Beratungsstellen im Kreis. Unter NAVI versteht man eine vom Kreis Bergstraße ergänzend eingerichtete Anlaufstelle für Flüchtlinge. NAVI Bergstraße – das ist ein wichtiger Infopoint für Menschen mit Fluchthintergrund, heißt es in einer Pressemitteilung der städtischen Presse- und Informationsstelle.

NAVI Bergstraße gibt es offiziell seit 1. September 2016. Es handelt sich um ein Projekt des „Europäischen Sozialfonds“. Seit dieser Zeit gibt es in vier Jobcentern im Kreis einmal pro Woche offene Sprechstunden. Seit Ende Oktober 2017 werden Sprechstunden auch im Rathaus Viernheim – immer dienstags von 13:00 bis 15:30 Uhr im Zimmer 313 angeboten. Der Beratungsservice wurde erweitert: Seit kurzem finden auch im Haus des „Lernmobil“ (Am Schlangenpfad) Beratungen statt: immer donnerstags von 8:30 bis 12:00 Uhr.

Nach neun Monaten Probephase am Standort Heppenheim konnten die erfahrenen Beraterinnen Martina Seeger und Christine-Robin Weis nun dank der Förderzusage vom Europäischen Sozialfonds und dem Land Hessen ihre Arbeit auf die Standorte Bürstadt, Viernheim und Mörlenbach ausweiten.
Sie navigieren geflohene Menschen in jedem Stadium ihres Asylprozesses zielgerichtet in Richtung Sprachkompetenz in Deutsch, Qualifizierung und Erwerbsarbeit. NAVI Bergstraße kann dabei jederzeit auf die wertvolle Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen aus dem Flüchtlings- und dem Ausländeramt zurückgreifen.
Menschen mit Fluchthintergrund soll begreifbar gemacht werden, auf welchen Gesetzen ihre Erstversorgung fußt (Asylbewerberleistungsgesetz) und was sich ändert, wenn sie dann als anerkannter Flüchtling Arbeitslosengeld II (Hartz IV) beziehen.
Die Besonderheit an NAVI ist, dass das Programm rechtskreisübergreifend ist, also auch Flüchtlinge beraten werden, die noch keine Anerkennung besitzen.

„Dies ist der Übergang vom Versorgtwerden zur vollen Eigenverantwortung als arbeitssuchende Erwachsene“, erläutert Stefan Rechmann in Vertretung der erkrankten 1. Kreisbeigeordneten Diana Stolz des Kreises Bergstraße.

Auf einer „NAVI-Landkarte“ haben die Coaches den Asylprozess bildlich dargestellt, mit allen Stationen und Ansprechpartnern.
Die Fragen der Ratsuchenden betreffen vor allem Integrationskurse, Praktikums- und Ausbildungsplätze, Beschäftigungsmöglichkeiten. Auch alltagspraktische Dinge sind Thema: Wie knüpft man in Deutschland persönliche Kontakte? Was ist eine Hausordnung? Wer kann einem Fahrradfahren beibringen? Die Ratsuchenden sind aufgefordert, selbst einen Sprachmittler mitzubringen, was hervorragend klappt.
Viele der Gesprächspartner bei NAVI Bergstraße sind unter 25 Jahren. Sie haben die Chance, in Deutschland einen Beruf zu erlernen. Die Beratung ist freiwillig und kann sowohl einmalig sein als auch aus einer Gesprächsserie bestehen. Die Mitarbeiter des Jobcenters sehen es als ihre wesentliche Herausforderung an, Flüchtlinge in qualifizierte Arbeitsverhältnisse zu bringen.

„Der eigene berufliche Weg kann viel konsequenter angegangen werden, wenn Flüchtlinge alle Rahmenbedingungen kennen. Nicht Illusionen über den deutschen Arbeitsmarkt helfen weiter, sondern nur handfeste Fachinfos“, hebt Seeger hervor.

Was ist das Ziel von NAVI Bergstraße

Die Beratung von NAVI Bergstraße ist ein freiwilliges Angebot an alle Flüchtlinge, ohne Einschränkung. Ziel ist es, dass Flüchtlinge und Migranten rasch Deutsch sprechen lernen, eine Arbeit finden, eine Ausbildung machen und sich in Deutschland willkommen fühlen. Dieser Weg in Arbeit hat manche bürokratische Hürde. Deshalb sind NAVI-Beraterinnen für Flüchtlinge da und helfen diesen, die notwendigen Wege und Etappen durch verschiedene Stationen wie Flüchtlingsamt, Arbeitsamt oder Jobcenter während des Asylantrages naher zu erklären. Sie beantworten Fragen wie beispielsweise:

Wer ist wann für mich zuständig?
Von welcher Behörde bekomme ich mein Geld?
Wo finde ich einen Integrationskurs?
Welche Kindergärten gibt es für mein Kind?
Wie finde ich einen Ausbildungsplatz?

Es sind staatliche Hilfen, den Neuanfang von Flüchtlingen in Deutschland zu unterstützen.

In den vier Jobcentern im Kreis Bergstraße gibt es offene Sprechstunden ohne Anmeldung:

Heppenheim: Montag 08:30 – 12:00 Uhr
Bürstadt: Mittwoche 13.00 – 15:30 Uhr
Viernheim: Dienstag 08:30 – 12:00 Uhr
Odenwald: Montag 13:00 – 15:30 Uhr

Öffnungszeiten in Viernheim:

Jobcenter Viernheim: Dienstag 08.30 Uhr – 12.00 Uhr
Rathaus Viernheim: Dienstag 13.00 Uhr – 15.30 Uhr
Lernmobil/Haus Am Schlangenpfad: Donnerstag 08.30 Uhr – 12.00 Uhr

Wenn erforderlich, dann sollten Flüchtlinge und Migranten jemanden zum Gespräch mitbringen, der Englisch oder Deutsch kann und natürlich ihre Muttersprache spricht.

Kontakt:

Neue Wege Kreis Bergstraße
-Kommunales Jobcenter-
Walther-Rathenbau-Straße 2
64646 Heppenheim

Unter den Rufnummern 06204/156159 oder 06252/156064 kann man darüber hinaus für alle vier Orte Termine vereinbaren. NAVI arbeitet zusammen mit der Ehrenamtskoordinatorin des Kreises, Marion Kostial, mit den Migrationsdiensten im Kreis Bergstraße, dem Fachbereich Integration des Amtes für Ausländer und Migration und dem Arbeitsmarktbüro der Agentur für Arbeit Darmstadt/Bensheim:
Ansprechpartnerinnen sind Martina Seeger und Christine-Robin Weis (NAVI Bergstraße). Martina Seeger ist wie folgt erreichbar: martina.seeger@neue-wege.org, Tel. 06252 / 15 60 64.

Nähere Informationen unter: www.neue-wege.org

Ein Infoflyer, der unteranderem auch im Rathaus ausliegt, informiert gleich in vier Sprachen die wichtigsten Essentials dieses Flüchtlingsprojekts.

Bürgermeister Matthias Baaß zeigt sich dankbar für das erweiterte Beratungsangebot in Viernheim. „Der Bedarf ist vorhanden. Es ist außerordentlich wichtig, wenn staatliche Stellen und Intuitionen dem beruflichen Werdegang von Flüchtlingen und Migranten unterstützen und zielführend lenken können.“ Rechmann betont das besondere ehrenamtliche Engagement in Viernheim sowie die beispielhaft funktionierenden Strukturen. „In Viernheim haben wir viele Helferkreise und Unterstützer. Das funktioniert in Viernheim besonders erfolgreich.“ Nach den Ausführungen von NAVI-Beraterin Seeger, die über viele positiven Erfahrungen ihrer Arbeit zu berichten wusste, kommen immer mehr Flüchtlinge mit gezielten Fragen zur beruflichen Qualifikation und Weiterbildung in die Sprechstunden. „Aufgabe von NAVI ist es dann, alle Möglichkeiten aufzuzeigen und umfassend zu beraten.“

Bildquelle: Stadt Viernheim.
Vlnr: Stefan Rechmann (Leiter des Kommunalen Jobcenters „Neue Wege“), Martina Seeger (NAVI-Beraterin bei NAVI Bergstraße) und Bürgermeister Matthias Baaß informierten im Rahmen eines Pressegespräches über das erweiterte Beratungsangebot bei der beruflichen Orientierung für Flüchtlinge.