Der 10. Mai 2019 wird als der Tag in die Geschichte Heppenheims eingehen, an dem das als Metzendorf Haus bekannte Gebäude im Zentrum der Innenstadt wieder eröffnet wurde.

Nach rund 13-jährigem Leerstand erwarb die Stadt Heppenheim 2015 das denkmalgeschützte Anwesen. Nach Erteilung der Baugenehmigung Ende 2016 wurde im Folgejahr mit den Sanierungsarbeiten begonnen. Bürgermeister Rainer Burelbach zeigte sich sehr zufrieden, dass es gelungen ist, mit der Realisierung dieses Großprojektes die Innenstadt weiter zu beleben. „Mit der Sanierung des Metzendorf Hauses konnten wir ein wertvolles Denkmal des Architekten Heinrich Metzendorf erhalten“, erklärte der Bürgermeister während der Eröffnungsfeier. „Die zukünftige Nutzung wird zu einer stärkeren Frequentierung der Innenstadt führen und sie so lebendig halten“.

Die größten Anlaufstellen im Haus werden voraussichtlich die Musikschule im 3. OG sowie das Bürgerbüro und die Tourist-Information im Erdgeschoss sein. Der Fachbereich Finanzen und die Stadtkasse haben ihre Büros im 1. OG, die Mitarbeitenden des Fachbereichs Bauen und das Immobilienmanagement arbeiten im 2. OG. Für kleinere Konzerte der Musikschule stehen zukünftig ein Raum im Untergeschoss und das Foyer zur Verfügung.

Für die Stadt Heppenheim war die Realisierung des Projektes eine große Herausforderung. Die Gesamtkosten in Höhe von fast sechs Millionen Euro wurden mit Hilfe von Fördermitteln gestemmt. Mit der Aufnahme der Stadt in das Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“ des Landes Hessen war die Basis gelegt. 3,5 Millionen Euro aus diesem Programm konnten für Ankauf und Sanierung des stadtbildprägenden Metzendorf-Hauses verwendet werden. Weitere zwei Millionen Euro wurden durch den Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung gestellt.

Gregor Voss, Leiter des Bereichs Stadtentwicklung Süd bei der Nassauischen Heimstätte (NH), bezeichnete das neue Stadthaus als „Juwel“. Die Stadtentwicklungsexperten der Unternehmensgruppe NH arbeiten seit 2007 als Treuhänder und Partner mit der Stadt Heppenheim zusammen. Das ehemalige Kaufhaus Mainzer als größte Herausforderung bei der Revitalisierung der Innenstadt sei keine alltägliche Herausforderung gewesen, so Voss. „Die Realisierung eines solchen Projekts lebt vom Mut, der Hartnäckigkeit und dem Durchhaltevermögen aller Beteiligten. Ihnen allen gebührt Respekt“, betonte Voss. Einen besonderen Dank richtete er an die Bürger, vor allem die Lokale Partnerschaft. „Sie haben durch ihre Mitwirkung am Innenstadtentwicklungskonzept, eigene Projekte, viele gute Ideen und wichtige Impulse für die innerstädtische Entwicklung geliefert. Wir sind gespannt, wie sich das neue Stadthaus auf die Atmosphäre in der Innenstadt auswirken wird.“

Von dem komplett sanierten Gebäude zeigte sich auch Staatssekretär Jens Deutschendorf vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen beeindruckt: „Das neue Stadthaus macht die Heppenheimer Innenstadt wieder ein Stück attraktiver. Zugleich ist es ein anschauliches Beispiel, wie Hessens Kommunen von der EU profitieren. Ohne die zwei Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung wäre das Vorhaben kaum zu stemmen gewesen. Weitere 3,5 Millionen sind aus dem Bund-Länder-Programm Aktive Kernbereiche geflossen – eine gute Investition in die städtische Lebensqualität.“

Für Heppenheim und seine Bürger ist das neue Stadthaus auf jeden Fall ein Gewinn. „Das architektonische Kleinod konnte vor dem Verfall bewahrt werden, die Innenstadt profitiert von dem neuen, strahlenden Mittelpunkt und die Bürger haben eine zentrale Anlaufstelle in der Fußgängerzone“, so Bürgermeister Burelbach abschließend.

Bild (Stadt Heppenheim): Das Foto zeigt Bürgermeister Rainer Burelbach während der Eröffnungsfeier im neuen Stadthaus