DIE LINKE in Heppenheim hat ein politisches Resümee aus dem sich zu Ende neigenden Jahr gezogen. Der regierenden Koalition in Heppenheim aus CDU und SPD stellt die Partei dabei ein mäßiges Zeugnis aus. „Wenn der Fraktionsvorsitzende der CDU, Hermann Peter Arnold, als Erfolge u.a. die Verstärkung der Jugendarbeit und Investitionen in die Kinderbetreuung anspricht, müsste er dies ausführen“, so Stadtverordneter Yannick Mildner. Die Stadtjugendpflege sei in einem personell schlechten Zustand. Im vergangenen Jahr wurde ein Antrag von Mildner auf Einstellung eines Streetworkers abgelehnt. Die Idee für einen Jugendbeirat habe erst aus der Opposition kommen müssen und wurde von CDU und SPD zu einem einmal jährlich stattfindenden „Jugendsymposium“ abgeschwächt. Laut Mildner käme die Jugendarbeit also weniger durch die Große Koalition, sondern die vielen Vereine und ehrenamtlichen Helfer in Heppenheim zustande. Bei den Investitionen in die Kinderbetreuung müsse dazu gesagt werden, dass es einen Rechtsanspruch auf Kita-Plätze gäbe. Heppenheim müsse diese Plätze also bereitstellen. Immerhin habe Landrat Engelhardt auf der letzten Sitzung der CDU ein wichtiges Thema angesprochen – das des bezahlbaren Wohnraums. Stadtverordneter Mildner hatte hierzu in diesem Jahr eine Anfrage eingereicht. Die Beantwortung ergab, dass 116 sozialwohnungssuchende Haushalte auf der Warteliste der Stadt Heppenheim stehen. DIE LINKE werde sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird. Die Große Koalition sei außerdem durch Postengeschachere aufgefallen. Dies sei beispielsweise aus dem Verzicht der SPD, einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufzustellen und gleichzeitig zur Wahl Rainer Burelbachs (CDU) aufzurufen, aber auch bei der Wahl der hauptamtlichen Stadträtin Bender (SPD), aufgefallen. Gegen letzteres Amt hatte sich die SPD in der Opposition jahrelang ausgesprochen, bis sie selbst an die Regierung kam.

DIE LINKE habe in 2017 wichtige Themenpunkte gesetzt. So wird der Haushaltsentwurf mittlerweile vorab auf der Seite der Stadt Heppenheim veröffentlicht. „Dies trägt einerseits zur Transparenz bei, andererseits können sich die Bürger und Vereine von Heppenheim nun vorab ein Bild machen und etwaige Veränderungswünsche an uns Stadtverordnete herantragen“, so Mildner. Der Prüfantrag zu einer möglichen Verlegung des Frühjahrsmarkts Richtung Innenstadt habe gezeigt, dass die Große Koalition kein Interesse daran habe, die Kultur in Heppenheim zu stärken und die Meinung der Betreiberfamilie des Markts nicht ernst genommen habe. Weiterhin befragte DIE LINKE in diesem Jahr mittels einer Online-Umfrage Bürger zu verschiedenen Themen in Heppenheim. „Diese Antworten wurden von uns detailliert ausgewertet und helfen uns dabei, noch genauer auf die Wünsche und Anregungen der Heppenheimer einzugehen“, so Mildner. Zuletzt hatte der Stadtverordnete zwei Anträge zur Freilichtbühne eingereicht. Hierbei sollte ein Neubau des Umkleidegebäudes inklusive Sanitäranlagen für die Schauspieler realisiert werden. Außerdem sollten die Gebühren für Verkaufsstände um etwa 30% sinken. Aktuell müssen Veranstalter beispielsweise für einen Getränkestand knapp 2.000€ zahlen. Auch die Eintrittspreisabgabe der Veranstalter an die Stadt sollte gemindert werden. „Es ist schade, dass der Antrag mehrheitlich abgelehnt wurde. Gerade von der Großen Koalition würde man sich mehr Tatendrang für Heppenheims Kultur erwarten“, so der 25-Jährige abschließend.