Sozialpädagogische und psychologische Fachkräfte aus Litauen informieren sich über Bildungs- und Förderungsangebote

Kreis Bergstraße (kb). Am vergangenen Dienstag besuchten 16 Fachleute des litauischen Zentrums für Sozialpädagogik und Psychologie das Bergsträßer Landratsamt. Die Delegation des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Sport der Republik Litauen informierte sich dabei über die Bildungs- und Förderangebote für Kinder mit Teilhabebeeinträchtigungen. „Der Kreis Bergstraße ist ein bisschen wie das Zentrum für Litauen in Deutschland. In unserer Region sitzen nicht nur mehrere litauische Institutionen, in Lampertheim gibt es sogar das Litauische Gymnasium, das nächstes Jahr sein 70-jähriges Bestehen feiert“, betonte Landrat Christian Engelhardt. „Ich finde es großartig, dass wir so eine gute Beziehung zu Litauen haben, uns auf so vielen unterschiedlichen Ebenen miteinander austauschen und wie viel wir voneinander lernen können.“

Bei dem Besuch im Landratsamt informierte Claudia Blume von der Stabsstelle Schulplanung und Entwicklung zunächst die litauischen Gäste über das hessische Schulsystem. Anschließend erörterte Jugendamtsleiter Kai Kuhnert kurz das Bundesteilhabegesetz (BTHG) mit seinen vier Reformstufen und informierte die Teilnehmenden über die Fördermöglichkeiten für Kinder und Jugendliche mit Teilhabebeeinträchtigung im Kreis Bergstraße. Dabei stellte er den neuen Fachbereich „Migration und Integration“ des Bergsträßer Jugendamts vor, in dem die Kompetenzen aus den Bereichen Jugendhilfe (SGB VIII) und Sozialhilfe (SGB XII) erstmals gebündelt wurden. Die Erste Kreisbeigeordnete und zuständige Dezernentin für das Jugendamt Diana Stolz ist von der Konzeptionierung dieses neuen Fachbereichs überzeugt. „Wir im Kreis Bergstraße sind oft Vorreiter und richten unsere Dienstleistungen konsequent an den Bürgerinnen und Bürgern aus. Darum haben wir mit dem Fachbereich im Jugendamt eine zentrale, interdisziplinär arbeitende Anlaufstelle gestaltet, an die sich Eltern von Kindern mit Teilhabebeeinträchtigung wenden können. Statt wie in anderen Landkreisen sind nicht mehrere unterschiedliche Abteilungen zuständig, sondern ein zentraler Fachbereich im Jugendamt.“ Dieser kooperiere mit vielen unterschiedlichen Akteuren und biete dadurch nicht nur eine ideale Planung und Beratung. „Diese neue Stelle begleitet die Erziehungsberechtigten und hilft bei der Steuerung sowie Umsetzung von verschiedenen Fördermöglichkeiten.“, erklärte Stolz, die großes Potential im partnerschaftlichen Austausch sieht.

 

Bildunterschrift

Claudia Blume (hinten, links) von der Stabsstelle Schulplanung und Entwicklung und Jugendamtsleiter Kai Kuhnert (hinten, 2.v.l.) informierten die litauische Delegation über Bildungs- und Fördermöglichkeiten von teilhabebeeinträchtigen Kindern im Kreis Bergstraße.