Neckarsteinach, August 2016 – Im Rahmen ihrer alljährlichen Sommertour durch den Kreis Bergstraße machte die Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion und Bergsträßer Bundestagsabgeordnete Christine Lambrecht an der Neckarschleuse in Neckarsteinach Station. Begleitet wurde sie von Bürgermeister Herold Pfeiffer. Vor Ort informierten Klaus Michels, Leiter des Amtes für Neckarausbau (ANH), und Jörg Huber, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Heidelberg (WSA Heidelberg), die beiden SPD-Politiker umfassend über die derzeitige Situation der Schifffahrt auf dem Neckar.

„6 Millionen Gütertonnen und 37.000 Containereinheiten wurden 2015 auf dem Neckar verschifft“, erläuterte Huber. Während die Verschiffung von Kohle rückläufig ist, nutzen große Unternehmen wie Daimler (Containerlinie) oder BASF (Salztransporte) für ihren Warentransport zunehmend die Wasserwege. Lambrecht begrüßt diesen Trend ausdrücklich und erklärte: „Unsere Infrastruktur zu Lande, bestehend aus Straßen oder Bahnschienen, ist bis zum Anschlag ausgelastet. Auf dem Wasser sind Wege vorhanden, die sich in das natürliche Landschaftsbild einfügen. Sie zu nutzen, bedeutet weniger Flächenversiegelung und ist damit ein Beitrag zum Klimaschutz. Ich sehe hier noch viel Potential.“

Neben den positiven klimatischen Aspekten des Warentransportes auf dem Wasser drehte sich das Gespräch auch um die Reform der Wasserstraßenverwaltung. Die Stadt Neckarsteinach hatte die Schließung des Bauhofs an der Schleuse und damit den Verlust von Arbeitsplätzen befürchtet. „Die SPD hat in die Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung im Jahr 2014 per Antrag im Bundestag gute Ansätze hinein verhandelt. Die Schaffung von 17 neuen Wasserstraßen- und Schifffahrtsämtern erfolgte daraufhin unter Einbindung der Beschäftigten. Außerdem wurde der Privatisierung des Betriebs der Schleusen ein klarer Riegel vorgeschoben. Der Bauhof des WSA Heidelberg in Neckarsteinach besteht weiter. Durch die Einrichtung eines neuen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Neckar mit den Standorten in Heidelberg und Stuttgart haben wir klare Zuständigkeiten geschaffen und die Kompetenz des Bauhofes in Neckarsteinach für große Teile des Neckars gesichert“, so Lambrecht.

Weiteres wichtiges Thema des Austauschs war die Gewinnung von Fachkräften: „Wir suchen Bauingenieure und arbeiten dafür auch mit der Dualen Hochschule in Mosbach zusammen. Wichtig ist, junge Leute vom Arbeitsort Wasser zu überzeugen“, so Michels. Auf circa 500 Personen schätzt die WSV den bundesweiten Bedarf an Fachkräften für die nächsten Jahre um die alte Infrastruktur zu modernisieren. „Allein das Amt für Neckarausbau Heidelberg hat für das kommende Jahr 10 Haushaltsstellen für zusätzliche Ingenieure beantragt.“

Frau Lambrecht versprach sich für die Belange der Wasserstraßen weiter einsetzen, da diese Kapazitätsreserven haben und ökologisch die sinnvollste Möglichkeit für den Gütertransport darstellen.