Für mehr Wohnraum im Kreis Bergstraße
Kreis Bergstraße (kb). Für Landrat Christian Engelhardt hat die Schaffung von Wohnraum im Kreis Bergstraße hohe Priorität, wie er in der letzten Kreistagssitzung in Viernheim betonte. Zwar sei es nicht die Aufgabe des Kreises, selbst für Bauland und Wohnraum zu sorgen, dennoch sähe er hier Handlungsbedarf.

„Die Bevölkerung im Kreis Bergstraße wächst – unter anderem dank der hervorragenden wirtschaftlichen Lage, der guten Anbindung an die Metropolregionen und attraktive Ausbildungsangebote“, so der Landrat. „Dadurch entsteht ein zusätzlicher Wohnungsbedarf, der gedeckt werden muss.“ Ziel des Kreises müsse es sein, mit dafür zu sorgen, dass für Menschen aller gesellschaftlichen Schichten, Altersklassen und Lebenssituationen adäquater Wohnraum bereitgestellt werde, betonte der Landrat. Nur so könnten alle Bürgerinnen und Bürger an der hohen Lebensqualität im Kreis Bergstraße teilhaben.

Nach aktuellen Prognosen werde die Bevölkerung des Kreises bis 2030 auf mehr als 275.000 Personen anwachsen, was zu einem deutlich höheren Wohnraumbedarf führen werde. Verstärkt werde dieser durch die Zunahme der Anzahl der Haushalte (insbesondere der Ein-Personen-Haushalte im Kreis) sowie durch den zunehmenden Wohnraumbedarf pro Kopf.

So sei davon auszugehen, dass es in der Region künftig einen zusätzlichen Bedarf von insgesamt rund 1.300 Wohnungen pro Jahr gäbe. Insbesondere sei eine angespannte Marktlage beim „bezahlbaren Wohnraum“ sowie im sozialen Bereich absehbar, so Landrat Engelhardt. In den vergangenen Jahren konnte bereits ein genereller Anstieg der Mieten und Immobilienpreise im Kreis konstatiert werden. „Diese Situation macht es notwendig, dass der Kreis Bergstraße Schritte unternimmt, um die Schaffung von Wohnraum zu fördern“, resümierte Christian Engelhardt.

In seiner Dezember-Sitzung fasste der Kreistag daher den Beschluss, einen zusätzlichen Arbeitsplatz bei der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH einzurichten. Über diese Stelle soll Gemeinden, Kommunen und Investoren Beratung und Unterstützung zum Thema Wohnungsbau, insbesondere auch über die Akquise von Fördermitteln, zukommen. „Dies ist ein Baustein für die Umsetzung einer kreisweiten gemeinsamen Initiative zur Wohnraumförderung“, so Engelhardt abschließend.

Das Thema Wohnraum gehört überdies zu den Schwerpunkten des Projekts „Vision Bergstraße“, das im November vom Landratsamt gestartet wurde. Hierüber können sich die Bürgerinnen und Bürger des Kreises über Bürgerforen, Arbeitsgruppen sowie eine Internetplattform mit ihren Wünschen und Vorstellungen bezüglich der Entwicklung des Kreises einbringen. „Ziel ist es, dass alle Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft eingebunden werden, um eine lebendige und lernende Kreisentwicklungsstrategie `Vision Bergstraße` auszuarbeiten“, führte Landrat Engelhardt aus. Denn das Schaffen von Wohnraum und Bauland sei eine nur mittelfristig wirkende und eine gemeinsame Aufgabe aller Akteure, von den Städten und Gemeinden als Träger der Bauleitplanung bis hin zum Bundesgesetzgeber, so Christian Engelhardt.

Im Zusammenhang mit dem Thema Wohnen solle auch eine empirische Basis über die wirtschafts- und wohnungsmarktspezifischen Rahmenbedingungen der Wohnraumversorgung erarbeitet werden – etwa zu Leerstands-, Mieten- und Preisentwicklungen auf Stadt- und Gemeindeebene für unterschiedliche Wohnungstypen und Wohnungsqualitäten.

Bildunterschrift:
Schaffung von Wohnraum fördern: Christian Engelhardt (2. v. rechts) beim Spatenstich für ein Mehrgenerationenhaus im Lampertheim.