Kriminalpädagogisches Jugendprojekt „Teen Court“ - Eva Kühne-Hörmann: „Jugendkriminalität fast halbiert“

Bensheim – Die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann besuchte heute das kriminalpädagogische Projekt „Teen Court“ in Bensheim. Das im Jahr 2005 bei der Staatsanwaltschaft Wiesbaden begonnene und Ende 2008 auf den Landgerichtsbezirk Limburg a. d. Lahn ausgedehnte kriminalpädagogische Jugendprojekt ist seit dem Jahr 2017 auch bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt etabliert und wurde heute an der Heinrich Metzendorf Schule in Bensheim vorgestellt.

„Die ‚Teen Courts‘ reihen sich in unsere Anstrengungen ein, die Jugendkriminalität zu bekämpfen. Neben Initiativen für weitere Häuser des Jugendrechts in Frankfurt am Main, Offenbach, Kassel und Hanau haben wir in den letzten Jahren auch das Projekt ‚Schule des Respekts‘ aufgelegt. Ziel aller Projekte ist es, kriminelle Karrieren im Keim zu ersticken. Gerade bei jugendlichen Tätern, die erstmals mit einer weniger schwerwiegenden Straftat in Erscheinung treten, bedarf es vielfach keines förmlichen gerichtlichen Verfahrens. Oft reicht hier schon ein deutliches und spürbares Signal, dass ein solches Verhalten nicht toleriert wird. Genau an dieser Stelle setzt der ‚Teen Court‘, das sogenannte ‚Schülergericht‘, an“, erläuterte die Justizministerin und fuhr fort: „Die in Hessen gemachten Erfahrungen mit dem Projekt sind sehr positiv. Es hat sich bestätigt, dass sich jugendliche Täter im Gespräch mit Gleichaltrigen eher vom Unrecht ihrer Tat überzeugen lassen, weil Gleichaltrige einen leichteren Zugang zueinander haben. Hierdurch kann verhindert werden, dass jugendliche Täter weiter in die Kriminalität abgleiten. Das gelingt dann, wenn Strafverfahren und entsprechende Projekte schnell greifen und aufeinander abgestimmt sind“.

„Gerade im Bereich der Jugendkriminalität ist es wichtig, dass alle staatlichen Institutionen zusammenarbeiten. Ich danke deshalb der Polizei, den Staatsanwaltschaften, den verschiedenen Trägervereinen und natürlich ganz besonders den Schülerrichterinnen und Schülerrichtern, dass sie diese Projekte unterstützen und mit großem Engagement zum Erfolg führen“, so Eva Kühne-Hörmann.

„Der Erfolg gibt uns Recht. Seit dem Jahr 2005 ist die Zahl der Verurteilungen von Jugendlichen in Hessen um 49,2 Prozent zurückgegangen. Der Rückgang betrifft nahezu alle jugendtypischen Delikte von der Sachbeschädigung über den Diebstahl bis hin zur Körperverletzung. Damit wurde die Jugendkriminalität nahezu halbiert“, so Kühne-Hörmann.

Bildunterschrift: Justizministerin Eva Kühne-Hörmann im Gespräch mit Schülerrichtern und Projektleiter Helmut Kohlmann