Der zweite Stopp ihrer Sommertour unter dem Motto „Made in Heppenheim“ führte die Junge Union Heppenheim am vergangenen Freitag zur Bergsträßer Winzergenossenschaft.

Im Rahmen einer kleinen Führung durch das Viniversum und die Keller der Genossenschaft konnten sich die Jungpolitiker über den Weinanbau an der Bergstraße und speziell in Heppenheim informieren.

Michael Belz, ein anerkannter Fachberater für deutschen Wein, beantwortete mit seinem Fachwissen Fragen zur Winzergenossenschaft und zum kleinsten Weinanbaugebiet Deutschlands, der Bergstraße. Zu Beginn lud er auf einen trockenen Rosé Sekt ein und erklärte, dass Perlweine durch die künstliche Zugabe von Kohlensäure zu Grundweinen entstehe. Die zum Preis hinzukommende Sektsteuer richte sich nach dem Alkoholgehalt und liegt bei etwa einem Euro, was bei billigen Discountersekten 50% des Preises ausmache, so Belz.

Die Bergsträßer Winzergenossenschaft beschäftigt während der Lesezeit etwa 30 Mitarbeiter. Hierzu zählen auch die Mitarbeiter im Vertrieb. Die jährliche Ausbeute liegt bei bis zu zwei Millionen Flaschen Wein und Sekt. Die der Genossenschaft angehörigen Winzer bekommen für die Abgabe der Trauben ein sogenanntes „Traubengeld“.

Bei der Verkostung eines zweiten Weines, dem Weißen Burgunder, erklärte der Weinkönner den Nachwuchspolitikern der Jungen Union die Einteilung der Weine zu den Trockenheitsgraden. Ein trockener Wein darf maximal 9 Gramm pro Liter Restzucker enthalten, die halbtrockenen Weine enthalten zwischen 10-18 g/L Restzucker und liebliche Weine bis zu 45 g/L Restzucker. Die Qualitätsstufen der Weine richten sich nach dem Grad Oechsle, einer Maßeinheit für das Mostgewicht, also den Anteil an gelösten Stoffen (v.a. Zucker) im Wein. Belz erklärte ebenfalls, dass alle Weine mit Schwefel versetzt werden, dieser mache die Weine haltbar.

Die Vorsitzende der Jungen Union, Johanna Jacobi, erkundigte sich nach den aktuellen Weintrends in Heppenheim, welche sich aktuell auf die weißen und grauen Burgundersorten und auf aromatische, duftige Weine spezialisieren. 

Bei einer Führung durch den Keller mit seinen schmuckvollen Holzfässern erfuhren die Mitglieder der Jungen Union etwas über die Reifung in den Holzfässern. Ein Barriquefass darf maximal dreimal für die Reifung mit Wein belegt sein, damit der Wein den Zusatz „im Barriquefass gereift“ erhalten kann, so Belz. Im Keller der Bergsträßer Winzergenossenschaft können sieben Millionen Liter Wein in Fässern reifen, davon ca. 20.000 Liter in Barriquefässern und 30.000 Liter in großen Holzfässern. Zusätzlich gibt es in Nebenräumen Platz für weitere Fässer.

Eine Filmshow im hochmodernen Keller zeigte eine Zeitreise durch die Reifezeiten der Weinreben im Laufe des Jahres. In diesem Jahr begann die Weinlese an der Bergstraße aufgrund der warmen Wetterverhältnisse schon am 20. August.

Circa 60% der Reben werden an der Bergstraße mit dem Vollernter gelesen. Heppenheim besitzt mit seinen Weinbaulagen die größte Anbaufläche aller Städte der hessischen Bergstraße. Die mit Abstand am häufigsten vorkommende Rebsorte in Heppenheim ist der Riesling. „Das im Herbst 2014 neu gebaute und eröffnete Viniversum stellt eine echte Bereicherung für Heppenheim dar. Verkaufsräume, Infotafeln, Weinproberäume und jährliche Veranstaltungen machen die Kreisstadt Heppenheim zu einer echten Weinstadt“, so Johanna Jacobi. Die Junge Union Heppenheim freut sich über einen starken Weinjahrgang 2018 und auf die kommenden Weintrends im nächsten Jahr.

Bildunterschrift: Tobias Wohlfart, Benjamin Leonhardt, Johanna Jacobi (Vorsitzende der Jungen Union Heppenheim), Michael Belz (Verkäufer und Fachberater für deutsche Weine), Thomas Rech, Moritz Burelbach, Jasmin Altenbach, Heike Knapp (Mitglied der Jungwinzervereinigung Vinas).