Darmstadt. Der Trend der vergangenen Jahre hält an: Exotische Tiere erfreuen sich im Regierungsbezirk Darmstadt weiter großer Beliebtheit. Gegenüber dem Vorjahr sind die Zahlen der Halter artgeschützter Tiere wie auch die Zahl der gehaltenen Tiere erneut gestiegen. Das geht aus der aktuellen Statistik des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt als Artenschutzbehörde in Südhessen hervor.

Kamen im vergangenen Jahr auf 13.413 Halter 70.442 Tiere, so kommen aktuell auf 14.018 Halter 76.181 Tiere. Reptilien stellen mit 63 Prozent nach wie vor die größte Gruppe aller gehaltenen, seltenen Tiere im Regierungsbezirk dar - vor allem die Zahl der Landschildkröten sticht mit 37.193 Exemplaren heraus. Stetig steigt aber auch die Zahl der Riesenschlangen. Sie erhöhte sich von 2419 Exemplaren im vergangenen Jahr auf jetzt 3230.

Positiv ist, dass der überwiegende Teil der gemeldeten Tiere aus deutschen bzw. europäischen Nachzuchten stammt – viele der Halter sind gleichzeitig Züchter. Weniger erfreulich sind allerdings die Zahlen der Beschlagnahmen oder Einziehungen, die durch das RP verfügt werden mussten. Bei einem Blick auf die drei zurückliegenden Jahre ist hier ein kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen: von weniger als 1500 Tieren im Jahr 2015 auf nunmehr fast 2000 Exoten.

Das RP Darmstadt weist die Halter in diesem Zusammenhang abermals darauf hin, dass die Kennzeichnungsmethode der Foto-Dokumentation, wie sie beispielsweise für europäische Landschildkröten verwandt wird, vom Halter eigenständig fortgeführt werden muss. Wird das versäumt, kann das dazu führen, dass das betroffene Tier dem europäischen Nachweis der legalen Herkunft nicht mehr zugeordnet werden kann – mit der Folge, dass die Artenschutzbehörde die Einziehung verfügen kann.

Ferner weist das RP darauf hin, dass seit Anfang dieses Jahres verschiedene Tierarten in ihrem Schutzstatus laut dem Washingtoner Abkommen hochgestuft wurden und nunmehr zu den streng geschützten Arten zählen. Das betrifft etwa den Graupapagei und verschiedene Echsenarten. Zur Vermarktung dieser Tiere ist nun eine sogenannte EG-Bescheinigung erforderlich. Ohne eine solche Bescheinigung sind sowohl der Verkauf wie auch der Kauf illegal und die Betroffenen laufen obendrein Gefahr, sich strafbar zu machen. Weitere Infos gibt es auf der Website des RP Darmstadt.

Bild: Zwei Himmelblaue Taggeckos, eine streng geschützte Art (Quelle: Holger Schneider)