Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Weihnachten steht vor der Tür. Endlich Zeit zum Durchatmen und Auftanken. Ein arbeitsreiches und intensives Jahr liegt nun fast hinter uns. Einige können auf große Erfolge und viele glückliche Momente zurückblicken, die ihnen das Leben beschert hat, andere von uns mussten in diesem Jahr den Verlust geliebter Menschen aus ihrer Mitte betrauern. Wie auch immer es das Schicksal mit uns gemeint hat, wir sollten nicht den Mut verlieren, nach vorne zu blicken, um immer wieder neue Kraft zu sammeln. Kraft für uns, aber auch Kraft, um für andere da sein zu können. Ob das unsere Senioren sind oder der Nachbar, alle unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger freuen sich über ein kurzes Zuhören und ein paar aufbauende Worte.

Lassen Sie uns nun den Weg, den die Stadt Lorsch 2018 beschritten hat, gemeinsam Revue passieren:

Die großen Traditionsfeste waren in diesem Jahr besonders gut besucht, was sicherlich auch mit dem einladenden Wetter einherging. Alleine auf der Kerb hatten wir ein Drittel mehr Besucher als im letzten Jahr. Unsere beiden großen Sonderthemen Tabak und Paeonien (Pfingstrosen) haben große Erfolge zu verzeichnen. Die Führungen im Paeoniengarten haben sich mehr als verdreifacht und der Lehr- und Schaugarten zieht über die Region hinaus Gäste an. Wir danken an dieser Stelle auch der evangelischen Gemeinde, auf deren Gelände wir den Garten angelegt haben und dem Team ehrenamtlich tätiger Frauen, die die Anlage ganzjährig pflegen. Die Führungen im 2017 eröffneten Tabakschuppen haben sich 2018 um das 150fache erhöht. Die Mitarbeiter des Tabakprojekts brachten im Frühjahr eine Wanderausstellung mit Fotos vom Lorscher Tabakprojekt persönlich nach Kuba. Am Ende des Jahres erhielt die rührige Gruppe einen internationalen Preis für die außergewöhnliche Vermittlungsleistung auf dem Gebiet der Tabakpflege und –verarbeitung. Der Kreis der Bürgerinnen und Bürger, der sich ehrenamtlich betätigt, wächst hier weiter an. Die kulturtreibenden Vereine der Stadt waren mit ihren Konzerten, Theateraufführungen, Lesungen und Vorträgen wieder eine enorme und facettenreiche Bereicherung und Stütze im Jahresprogramm. Besonderer Dank gilt dem Heimat- und Kulturverein mit seinen vielfältigen Initiativen. Mit unseren Messepräsenzen, allzumal auf dem Mannheimer Maimarkt und auf der Internationalen Tourismus Börse in Berlin, wurde auch durch Aktive aus den Freiwilligenprojekten Werbung für unser Welterbe und unsere Stadt gemacht. Hier legten wir im vergangen Jahr mehr Gewicht auf die Vermarktung für Busgruppenreisende, da hier ein Rückgang zu vermerken ist. Trotz allem attestiert uns die Hessenagentur bislang in 2018 einen Gästeanstieg von 4,5 % in unserer Stadt. Erstmals hatte das Welterbe Kloster Lorsch in diesem Jahr ein knapp 50seitiges Programm herausgegeben, das über das ganze Jahr verteilt Thementage, Führungen, Vorträge, Ausstellungen, Familienwochenenden etc. anbot. Lorsch scheint in der Region weiter an Beliebtheit zu wachsen und entwickelt sich mehr und mehr zu einem festen Dreh- und Angelpunkt im Erholungs- und Freizeitprogramm, allzumal an den Wochenenden. Im Gegensatz zu vielen Nachbargemeinden pulsiert gerade dann das Leben und man findet im Sommer fast keinen Platz in den zahlreichen und hochwertigen Außengastronomien.

Lorsch will sich dem Insektensterben und Ausbleiben der Vögel stärker widmen. Damit verbunden wird eine Ansaat von Wildwiesen, auch im Stadtkern, sein. Das wird an manchen Stellen zu optischen Veränderungen führen, soll aber auch Anreiz für die Grundstückseigentümer sein, gleiches nachzuahmen und nicht die Variante von mit Steinen ausgelegten Vorgärten zu wählen. Um dies zu unterstützen erhielten alle Besucher des Neujahrsemfangs der Stadt Lorsch Bienenweidensamen als Geschenk.

2018 wurden die Straßen „Am Wingertsberg“ und „Hirschstraße“ grundhaft erneuert und die Baumaßnahmen abgeschlossen. Unser Dank gilt Ihnen für das Verständnis während der Baumaßnahmen. Ebenso Dank an alle betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner von Straßen-, Wasser- und Kanalreparaturmaßnahmen im Stadtgebiet.

Die Aufnahme in das Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“ wird einen weiteren Schritt in der Stadtentwicklung mit sich bringen. Viele Maßnahmen, auch größeren Umfangs, können in den nächsten zehn Jahren durch die damit verbundenen Fördergelder von Bund und Land angestoßen werden. Der Prozess der Stadtentwicklungsplanung bietet derzeit ein Podium, bei dem Sie sich in vielfältiger Form einbringen können. Unser Dank geht heute an die, die sich schon beteiligt haben.

In Lorscher Süden entsteht eine vollstationäre Fachpflegeeinrichtung für Menschen im Wachkoma. Als Ort der Geborgenheit und der Begegnung steht dort der Mensch im Mittelpunkt. Mit gegenseitigem Respekt und Wertschätzung gegenüber allen Menschen schließt das Fachpflegezentrum eine Versorgungslücke im Rahmen der Fachpflege und des professionellen Versorgungsmanagements von Komapatienten. Die Inbetriebnahme erfolgt im Februar 2019.

Die Firmen Römerhaus als Bauträger und Römergarten als Betreiber errichten derzeit eine Seniorenresidenz. In 84 Zimmern können ab Sommer 2019 ältere Menschen Pflegeappartements beziehen und die großzügigen Gemeinschaftsflächen wie Aufenthaltsräume, Wohn- und Lesezimmer, Therapieküchen, Andachts-, Bewegungs- oder Kreativräume sowie Therapieräume, Schwesternzimmer, Großküche und Cafeteria nutzen.

Die Schön Klinik hat den Bauantrag ihren Neubau in der Nachbarschaft dieser Einrichtungen gestellt, sodass in 2019 mit der Baumaßnahme begonnen werden kann. Dies wird in der Folge eine städtische Entwicklung am derzeitigen Standort nahe der Innenstadt erlauben.

Im Jahr 2019 wird ebenfalls ein weiterer Kindergarten mit sechs Gruppen errichtet. Dazu wird seitens der Stadt das Gelände in der Dieterswiese neben den Supermärkten bereitgestellt. Dort werden auch das Lorscher Mütterzentrum und das DRK Lorsch, das derzeit noch beim ehemaligen Feuerwehrhaus in der Schulstraße zu Hause ist, neue Räume erhalten. Vermutlich werden beide zeitgleich die neuen Räumlichkeiten beziehen können.

Im Frühjahr konnte der Anbau der städt. Kindertagesstätte „In der Viehweide“ fertiggestellt und eröffnet werden. Es wurden Plätze für eine weitere Gruppe mit fünfundzwanzig Ü3-Kindern geschaffen. Auch die Unterkünfte für Geflüchtete in der Lagerhausstraße wurden in diesem Jahr zu Ende gebaut und konnten bereits bezogen werden. Diese bieten Plätze für 240 Flüchtlinge. Für diese Zielgruppe konnte im Sommer ein Begegnungstreff in der ehemaligen Gaststätte der Nibelungenhalle realisiert und eröffnet werden.

Unter dem Motto „Mach mit - bleib fit“ luden die Stadt Lorsch und verschiedene Sportvereine im Mai 2018 zur      1. Sportmesse Lorsch ein. Auf der durch das Integrationsbüro der Stadt Lorsch initiierten Messe präsentierten die Sportvereine Mitmachangebote und Vorführungen aus insgesamt acht Sportarten und bezogen dabei selbstverständlich auch Geflüchtete ein. Eine Neuauflage wird in 2019 erfolgen.

Nach diesem stark verkürzten Rückblick wünschen wir Ihnen nun viele friedvolle Stunden im Kreise Ihrer Lieben. Vielleicht backen Sie Plätzchen, singen unter dem Weihnachtsbaum oder besuchen die Christmette. Vielleicht besuchen Sie auch mit Ihren Weihnachtsgästen die große Ausstellung „Waaschde noch?“ im MUZ, die unser Lorsch und seine Bürgerinnen und Bürger in einem so vergnüglichen wie interessanten Rückblick zeigt. Oder Sie spazieren mit Ihren Familien und Freunden durch unsere weihnachtliche Stadt und freuen sich am „2. Lorscher Fensterwunder“, also an den besonders schön geschmückten Weihnachtsfenstern. Weihnachtszeit hat viel zu bieten – besonders bei uns! Und es ist die Zeit der guten Wünsche und der Geschenke. Deshalb wir wünschen Ihnen viel Freude am Schenken und Beschenkt-Werden.

Für die verbleibenden Tage in diesem Jahr hingegen wünschen wir Ihnen einen gesegneten Advent und ein fröhliches Weihnachtsfest sowie alles Gute für das Jahr 2019, auf das wir gerne mit Ihnen am 19. Januar, um 17.30 Uhr beim Neujahrsempfang der Stadt Lorsch anstoßen.

Christiane Ludwig-Paul                                                                                Christian Schönung

Stadtverordnetenvorsteherin                                                                        Bürgermeister