Kreis Bergstraße (kb). Psychische Erkrankungen belegen Platz drei der häufigsten Gründe für Krankschreibungen und Fehltage. Am 10. Oktober, dem internationalen Tag der seelischen Gesundheit, wird daher weltweit auf dieses Thema und entsprechende Hilfs- sowie Präventionsangebote hingewiesen. So starten vor Ort in Kürze die „Tage der seelischen Gesundheit im Kreis Bergstraße“, eine Veranstaltungsreihe die vom 17. Oktober bis zum 10. November 2019 stattfindet, organisiert vom Netzwerk „Arbeitskreis Gemeindenahe Psychiatrie“. Mitglieder des Netzwerks sind neben den Sozialen Diensten und dem Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreises Bergstraße das Psychosoziale Zentrum des Diakonischen Werks Bergstraße, der Helseekon-Klub Heppenheim, der Psychosoziale Hilfsverein e.V. und das Gemeindepsychiatrische Zentrum Bergstraße-Ried des Caritasverbandes Darmstadt. Auch die Vitos Klinik Heppenheim sowie die Vitos Tageskliniken in Bensheim und Lampertheim wie auch die evangelische Klinikseelsorge an der Vitosklinik Heppenheim sind Teil des Arbeitskreises.

2019 ist die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz schon zum zweiten Mal Schirmherrin der Veranstaltungsreihe. Stolz, die gleichzeitig die Gesundheitsdezernentin des Kreises ist, stellte jüngst das Programm der diesjährigen „Tage der seelischen Gesundheit“ gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Arbeitskreises vor. „Die Veranstaltungsreihe ist unglaublich wertvoll, da hier viele unterschiedliche Angebote und Ansätze für Betroffene und deren Angehörige vorgestellt werden“, betonte Diana Stolz bei diesem Anlass.

Mit dem diesjährigen Motto „Grenzen entstehen im Kopf – Krise als Herausforderung annehmen“, wollen die Veranstalter darauf aufmerksam machen, dass eine Krise auch immer die Chance bietet, gestärkt aus ihr hervorzugehen. „Wenn man über das Thema psychische Probleme spricht, passiert es häufig, dass man sich auf die negativen Aspekte fokussiert. Uns war es wichtig, genau davon abzurücken. Wir wollen mit unserem Programm darauf aufmerksam machen, dass psychische Krisen nicht zum Rückzug führen müssen. Es besteht die Möglichkeit, gestärkt aus ihnen hervorzugehen“ erklärte Angela Abel, die Geschäftsführerin des Psychosozialen Hilfsvereins (PsH)

Ein Highlight des diesjährigen Programms bildet bereits die kostenfreie Auftaktveranstaltung „Grenzen entstehen im Kopf“ mit dem Coach und Motivationstrainer Rüdiger Böhm am 17. Oktober 2019, zu die Bevölkerung sehr herzlich eingeladen ist. Sein Vortrag beschäftigt sich unter anderem mit den Fragen wie Menschen Grenzen im Kopf überwinden und eigene Ressourcen für den Umgang mit psychischen Krisen aktivieren können. Dabei bietet Böhm den Teilnehmenden einen „Blick über den Tellerrand“, denn der in Grasellenbach-Wahlen aufgewachsene Motivationstrainer und Coach sitzt seit einer Kollision mit einem Lastkraftwagen im April 1997 im Rollstuhl. Viele Menschen würden nach so einem Schicksalsschlag resignieren und sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen, aber Rüdiger Böhm ist ein Kämpfer, der sich voller Ehrgeiz und Tatendrang zurück ins Leben gearbeitet hat. In seinem Vortrag informiert er, wie wir mutig und positiv aus allem das Beste machen können. Wie wir uns nicht aufgeben, auch in Zeiten, die das nicht gerade nahelegen. Er zeigt, wie man Selbstmotivation und das Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten entdecken und für eine positive Grundhaltung sich selbst gegenüber nutzen kann.

Die Tage der seelischen Gesundheit wird Landrat Christian Engelhardt bei der Auftaktveranstaltung am 17. Oktober um 19:00 Uhr im Kurfürstensaal des Amtshofs in Heppenheim eröffnen. Die Veranstaltung im Amtshof ist kostenlos. Der Arbeitskreis Gemeindenahe Psychiatrie freut sich über vorherige Anmeldungen (telefonisch unter: 06252 – 15 58 14 oder per E-Mail an: kirstin.hoerberg@kreis-bergstrasse.de). Interessierte haben nach dem Vortrag die Möglichkeit während eines Empfangs über das Thema weiter ins Gespräch zu kommen.

Bildunterschrift: Freuen sich auf die Tage der seelischen Gesundheit: (v.r.n.l.) Kirstin Hörberg, Fachbereichsleitung Sozialpsychiatrischer Dienst des Kreises Bergstraße, Gesundheitsdezernentin Diana Stolz, Angela Abel, Geschäftsführerin des Psychosozialen Hilfsvereins (PsH), und Ralf Hildenbrand vom Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreises Bergstraße.