Angebot der Wirtschaftsförderung Bergstraße war Baustein des geförderten Verbundprojekts „HO² - Home-Office Odenwald“ / Unternehmen in der Wirtschaftsregion Bergstraße erhielten Antworten auf Fragen zur Implementierung von Home-Office-Modellen.

Aufgrund der Corona-Pandemie führt auch die Wirtschaftsregion Bergstraße / Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB) ihre Veranstaltungen in diesem Jahr größtenteils virtuell durch. So auch das ursprünglich in Abtsteinach als Workshop geplante Seminar „Home-Office Odenwald“, das kürzlich online stattfand.

„Auch in dieser Veranstaltung konnten wir Unternehmer zielgerichtet und individuell darüber informieren, worauf es bei der Einführung von Home-Office für die Firmen ankommt“, so Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der WFB. Und Felix Fischer, Projektmanager Unternehmerservice der WFB, ergänzt: „Durch Home-Office kann in der Corona-Krise für viele Unternehmen die Arbeit unter Einhaltung der Hygienevorschriften weitergehen. Zusätzlich können Familien die Herausforderung der gleichzeitigen Betreuung der Kinder und die Gestaltung der Arbeit besser meistern.“

Im Fokus des Web-Seminars standen die Themengebiete „Employer Branding“ und „Best Practice“. Es referierten Christian Schaar, Geschäftsführer der Skan-Hus Projekt GmbH, und Chris Jakob, Teamleiter Neukundenvertrieb bei der microtech GmbH. Beide Firmen sind im Odenwald angesiedelt und erläuterten ihre Erfahrungen mit Homeoffice. Über die Wichtigkeit eine attraktive Arbeitgebermarke zu sein und eine Bindung zu seinen Angestellten zu schaffen informierte Fischer.

„Vor etwa fünf Jahren hatten wir das erste Mal Home-Office im Unternehmen eingeführt“, berichtete Schaar. Leider scheiterte die Lösung. Da es nur zwei Präsenztage im Unternehmen im Monat gab, „blieb zu viel auf der Strecke, wofür man Gespräche zwischen Mitarbeitern oder den direkten Kundenkontakt braucht“, erklärte der Referent. Daraus hat man gelernt und in neue Systeme investiert, die wichtig sind, um direkt miteinander zu kommunizieren, virtuelle Besprechungen durchzuführen und extern auf Daten des auf die Konstruktion skandinavischer Häuser aus Naturbaustoffen spezialisierten Unternehmens zuzugreifen. So können nun eventuelle Probleme unmittelbar auch im Home-Office gelöst werden. Zudem werden flexible Arbeitszeitmodelle durch Heimarbeit begünstigt und Wege in die Ballungszentren reduziert, betonte Schaar. Ein weiterer Vorteil: Unternehmen können Fördermöglichkeiten beantragen, zum Beispiel den Digitalzuschuss des Landes Hessen. „Wir sind mit Home-Office sehr zufrieden, ich kann es nur empfehlen. Die Mitarbeiter entwickeln eine hohe Bindung an ihren Arbeitgeber Unternehmen“, so sein Fazit.

Einen weiteren Praxisbericht lieferte Jakob. Wie er erklärte, hat der Softwareentwickler microtech GmbH seinen Mitarbeitern Home-Office bereits vor der Corona-Pandemie angeboten und dies seitdem kontinuierlich erweitert. Mit Erfolg. Durch den gelungenen Ausbau der Heimarbeit mitsamt professioneller Software gab es keine unternehmerischen Ausfälle. „Mittlerweile arbeiten wir zu 90 Prozent aus dem Home-Office“, erläuterte er. „Wir tauschen uns regelmäßig aus – per Video“, hob Jakob hervor. Denn auch per Home-Office müsse man den Kommunikationsfluss aufrechterhalten. Stärker gefordert seien seiner Erfahrung nach nicht zuletzt die Führungskräfte, weil die Mitarbeiter auch aus der Ferne motiviert werden müssten. Zwar bliebe der informelle Kontakt, so genannte „Kaffeegespräche“ manchmal aus, doch insgesamt zog auch Jakob eine positive Bilanz: „Home-Office hat sich bei uns etabliert.“

Die Beiträge wurden durch die Teilnehmer durch Anmerkungen und Fragen ergänzt, so dass es für die Referenten möglich war, auch spezifische Fragestellungen für die Einrichtung von Home-Office-Modellen zu behandeln und zu klären.

Die Veranstaltung war ein Baustein des durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderten Verbundprojekts „HO² - Home-Office Odenwald“, mit dem die WFB mittelständische Unternehmen im Odenwaldgebiet des Kreises Bergstraße kostenfrei bei der Einführung von Home-Office Arbeitsmodellen unterstützt. Mittels einer Workshopreihe hat die WFB im Jahr 2020 die Unternehmer in der Wirtschaftsregion Bergstraße über dieses Thema umfassend informiert.

Und auch über die Workshopreihe hinaus informiert die WFB Unternehmer in der Wirtschaftsregion Bergstraße über Home-Office.

Info: Bei Fragen zum Thema Home-Office und zum Digitalzuschuss können sich Unternehmen an Felix Fischer, Projektmanager des WFB-Unternehmerservices, wenden: Tel.: 06252 68929-50, E-Mail: felix.fischer@wr-bergstrasse.de.

Die Aufzeichnungen der Web-Seminare vom 28. April 2020 („technische Umsetzung“ und „Arbeitsrecht“) und vom 3. November 2020 („Employer Branding“ und „Best Practice“) finden Sie unter folgendem Link: www.wirtschaftsregion-bergstrasse.de/Wirtschaft/HO2-Home-Office-Odenwald.

Foto: WFB. Im Fokus des Web-Seminars standen die Themengebiete „Employer Branding“ und „Best Practice“.