Ein guter Ort und ein feines Plätzchen – „Tourismus als Leitökonomie des Landes“

Weinheim. Auf den Tischen im Kleinen Sitzungssaal lagen Weihnachtsplätzchen in der Form der beiden Burgen, dem Logo der Großen Kreisstadt Weinheim, selbst gebacken von der Weinheimer Tourismus-Chefin Maria Zimmermann. Daneben lag das für diese Backware erforderliche Förmchen, das man auch in der Tourist-Info am Marktplatz erwerben kann. Beides konnten die führenden Touristiker des Landes – jahreszeitgemäß und regional - jetzt aus Weinheim mit nach Hause nehmen. Die Vertreter der wichtigsten Tourismusregionen waren jetzt in Weinheim zur Gremiensitzung der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg eingeladen. Das Gremium tagte unter Vorsitz keines Geringeren als Guido Wolf, dem Landesminister für Justiz und Europa, in dessen Ressort der Tourismus fällt. Vorbereitung und Organisation der Sitzung lag in den Händen von Andreas Braun, dem Geschäftsführer der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg, der Marketinggesellschaft für den Tourismus im Land.

Die Tourismus-Experten waren von ihrem Tagungsort am nördlichsten Zipfel des Landes sichtlich angetan. Der Minister selbst ließ es sich trotz strömenden Regens nicht nehmen, gemeinsam mit seinem Gastgeber Oberbürgermeister Manuel Just an einer Stadtführung durchs historische Weinheim teilzunehmen, die fachkundig von Stadtarchivarin Andrea Rößler geleitet wurde. Guido Wolf hatte auf einer Art „Tour de Weinheim“ zuvor auf der Einweihung des Erweiterungsbaus des Amtsgerichtes teilgenommen und die Große Kreisstadt als aufstrebendes Mittelzentrum noch von einer ganz anderen Seite erlebt.

Im Rathaus begrüßte der OB die Tourismusexperten und beschrieb ihnen die touristischen Anstrengungen der Stadt, die derzeit in der Aufstellung einer Tourismuskonzeption münden. Er verwies auch darauf, dass Weinheim mit vielen Stadtführungen aber auch attraktiven Veranstaltungen ein häufig besuchtes Ziel von Tagestouristen ist. Die Möglichkeit, das Trauzimmer neben dem Sitzungssaal zu besichtigen, wurde gerne angenommen. Just beschrieb Weinheim als „Stadt der Liebe“, in der im Verhältnis zur Einwohnerzahl die meisten Brautpaare im Land heiraten. Auch mit einer Bewerbung für die Heimattage erwarte sich die Stadt einen weiteren Bekanntheitsschub, erläuterte der OB.

In der Gremiensitzung selbst ging es um zukunftsweisende Themen für den Tourismus in Baden-Württemberg. Bekanntlich haben die Tourismus-Akteure dieses Jahr eine neue Tourismuskonzeption entwickelt. Das wichtigste Ziel sei es dabei, betonte Andreas Braun, Kräfte zu bündeln und gemeinsam den Tourismus im Land voranbringen. Der Geschäftsführer betonte nochmals, dass der Tourismus eine Leitökonomie für Baden-Württemberg darstellt und es daher von wesentlichem landespolitischen Interesse ist, den Tourismus mitzugestalten, weiterzuentwickeln und die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Zu den Themen, die in der Konzeption definiert sind, gehört zum Beispiel die Stärkung des Gastgewerbes aber auch die Digitalisierung sowie Grundprinzipien für die Handlungsfelder: Qualität, Nachhaltigkeit und Einstellung auf den Klimawandel. In der Weinheimer Gremiensitzung ging es deshalb auch um eine Erhöhung des Tourismusbudgets im Landeshaushalt.

OB Just verabschiedete sich von Minister Wolf noch mit einem typisch Weinheimer Geschenk: Mit Markus Webers CD und den Grimms Märchen auf Woinemerisch. Jetzt hört man Weinheimer Dialekt im Stuttgarter Ministerium.