Der Frühstückstreff des DRK Bergstraße gibt dementen Menschen seit fünf Jahren die Möglichkeit, sich auszutauschen
Kreis Bergstraße / Heppenheim. Immer dienstags bietet der DRK Kreisverband Bergstraße e.V. in der Heppenheimer Begegnungsstätte eine Frühstücksgruppe für an Demenz erkrankten Menschen an. Diese gibt Erkrankten die Möglichkeit eines Austausches, pflegende Angehörige werden entlastet - und das bereits seit fünf Jahren. Das DRK lud Kooperationspartner und Politik ein, um dieses kleine Jubiläum zu feiern. Seit 2014 gibt es die Demenz-Gruppe in der Heppenheimer Werlestraße. Initiiert wurde die Gruppe von Carola Friemel, Diplomsozialarbeiterin beim DRK Bergstraße und Bianca Artz, Casemanagerin in der Vitos-Klinik.
Anregung für Kranke, Entlastung für Angehörige

Durch das regelmäßige Angebot des Frühstückstreffs Demenz können individuelle Fähigkeiten und Alltagskompetenzen gefördert und erhalten sowie die Teilhabe am sozialen Leben ermöglicht werden. Ein gemeinsames Frühstück in einer Runde, die wertschätzend und tolerant ist, kann zusätzlich neue kleine Impulse geben, um Ressourcen zu aktivieren. Derzeit besteht die Gruppe aus fünf an Demenz erkrankten Männern, diese werden immer von einer Fachkraft aus dem Pflegebereich sowie ehrenamtlichen Mitarbeitern des DRK betreut. Es gibt derzeit noch freie Plätze. Adelheid Schultheiß - stellvertretende Vorsitzende des DRK Kreisverbandes und Leiterin der Wohlfahrts- und Sozialarbeit - führt im Rahmen der Feierstunde an, dass es Ziel sei, dass sich die Gruppenteilnehmer wohl fühlen und beim geselligen Frühstückstreff mit anderen Kranken und Betreuern in noch vorhandenen Erinnerungen herumstöbern und so einen Teil ihrer Persönlichkeit - zumindest auf Zeit - zurückgewinnen.

„Mit diesem Angebot wollen wir pflegende Angehörige bei ihrer Tätigkeit unterstützen und eine Entlastung für die oft schwierige Betreuungsarbeit anbieten.“, so Schultheiß. Denn einfach mal Einkaufen gehen, einen eigenen Arzttermin wahrzunehmen oder einfach mal entspannen, dafür bleibt oft keine Zeit. Der Frühstückstreff soll den Pflegenden Angehörigen Entlastung geben.

Städte und Kreis für Angebot dankbar
Landrat Christian Engelhardt dankte dem DRK und den Ehrenamtlichen im Namen des Kreises und der Städte und Gemeinden. Engelhardt lobte die Arbeit des DRK, im speziellen die Unterstützung von Demenzkranken und ihrer Familien. Er war ebenso wie die Bürgermeister Rainer Burelbach (Heppenheim) und Rolf Richter (Bensheim) der Einladung des DRK gefolgt. Engelhardt hob hervor, dass man nicht außer Acht lassen dürfe, dass Demenz nur eine Alterskrankheit sei, auch junge Menschen können mit der Diagnose konfrontiert werden. Das DRK sorgt mit seinem Angebot dafür, dass erkrankte in die Mitte der Gesellschaft aufgenommen werden. Aus den Reihen des DRKs wohnten auch Kreisvorsitzender Arno Gutsche und Kreisgeschäftsführerin Sabine Ohlemüller bei. Beim DRK könnte man sich eine Ausweitung des Angebotes für Demenzkranke auch auf andere Kommunen durchaus vorstellen.

Informationen und Kontakt
Das Frühstückstreffen für an Demenz erkrankte Menschen in der Werlestraße 5 findet immer dienstags von 08:30 bis 11:30 Uhr statt. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine fachärztliche Demenz-Diagnose und ein persönliches Vorgespräch mit den nächsten Angehörigen oder Betreuern. Die Kosten von 30 Euro pro Vormittag können über die Pflegekasse erstattet werden. Interessierte melden sich bei Frau Carola Friemel telefonisch unter 06252 7004 45 oder per E-Mail an carola.friemel@drk-hp.de. Das DRK ist auch weiterhin auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfer*innen für das Demenz-Angebot.

Bildunterschrift: Zum 5-jährigen Bestehen der „Frühstücksgruppe Demenz“ des DRK fanden sich allerlei Persönlichkeiten ein, um die Leistung der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter*innen zu würdigen. (v.l.n.r.) Rainer Burelbach (Bürgermeister Heppenheim), Sabine Ohlemüller (Kreisgeschäftsführerin DRK), Carola Friemel (Sozialarbeit DRK), Rolf Richter (Bürgermeister Bensheim), Bianca Artz (Mitinitiatorin der Gruppe), Christian Engelhardt (Landrat), Adelheid Schulheiß (stv. Kreisvorsitzende und Leiterin Wohlfahrts- und Sozialarbeit DRK) und Arno Gutsche (Kreisvorsitzender DRK).

Text / Bild Timo Bunscheit | DRK