Entlassmanagement: Beteiligte vereinbaren Verbesserungen

Kreis Bergstraße (kb). Leider kommt es immer wieder vor, dass Patienten kurz vor dem Wochenende aus dem Krankenhaus entlassen werden, ohne dass ihnen notwendige Medikamente, Hilfsmittel oder pflegerische Unterstützung zur Verfügung stehen. Die Ursachen dafür sind sehr unterschiedlich. Manch ein Patient scheut sich mitzuteilen, dass Hilfe benötigt wird. Mancher Bedarf entsteht auch erst bei der Rückkehr vom Krankenhaus ins eigene Heim oder wird dort erst erkannt. Auch sind vorhandene Unterstützungs- und Beratungsangebote den Hilfebedürftigen nicht bekannt.

Für die Akteure im ambulanten und stationären Bereich steht jedenfalls fest, dass im Entlassmanagement noch Verbesserungsbedarf besteht, um den Bedürfnissen der Patienten in diesem Bereich adäquat nachzukommen. In einem ersten Schritt vereinbarten die Vertreter eine abgestimmte Zusammenarbeit in den Bereichen Aufnahme-, Entlass- und Überleitungsmanagement.

Dies und weitere Themen wie die Aktivitäten des Kreises in der Prävention oder der Gesundheitsversorgung waren Themen der 8. lokalen Gesundheitskonferenz, die auf Einladung von Vizelandrätin und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz stattfand.

Die lokale Gesundheitskonferenz dient als wichtige Plattform für den Austausch zwischen den Akteuren des Gesundheitswesens zur Koordination der gesundheitlichen Versorgung im Kreis Bergstraße. An ihr nehmen unter anderem Vertreter der niedergelassenen Ärzteschaft, der ambulanten Pflege und der im Kreis ansässigen Krankenhäuser, der Apotheken, des Rettungsdienstes sowie Fachpersonal des Kreisgesundheitsamts teil.

Diana Stolz informierte auf der Gesundheitskonferenz auch über die Aktivitäten des Kreises im Rahmen der Europäischen Impfwoche und der Impfung gegen die krebsverursachenden Humanen Papillomviren (HPV), wozu unter anderem eine Pressekonferenz mit Medizinern, Ausstellungen, Impfaktionen sowie Interviews stattfanden. Die Mediziner aus dem Kreisgebiet bestätigten, dass der Kreis auf diesem Gebiet bereits jetzt sehr gut aufgestellt sei – wie nicht zuletzt die Aktionen der gerade beendeten Präventionswochen bewiesen haben.

Auch die verschiedenen Projekte zum Thema „Gesundheitsversorgung und Nachwuchsgewinnung im ärztlichen Bereich“ wurden besprochen. Aktuell läuft die kreisweite Versorgungsanalyse. Seit 1. Oktober 2018 ist die neue psychosoziale Fachkraft auf dem Land – PauLa im Odenwald unterwegs: „Ich bin sicher, dass unsere PauLa als neue Kümmerer-Person die Menschen in den 9 NOVO-Kommunen des Odenwalds unterstützen kann“ so Stolz. „Weiterhin planen wir im nächsten Jahr, unsere Ärztinnen und Ärzte zu entlasten, indem beispielsweise mit Unterstützung des Landes die medizinischen Fachkräfte in den Praxen weiterqualifiziert und für Hausbesuche telemedizinisch ausstattet werden können.“ Die Anwesenden werteten den Einsatz des Kreises als sehr positiv und begrüßten die Ausführungen der Gesundheitsdezernentin.