„DIE LINKE war von Beginn an diejenige Partei, die dem ursprünglichen Prestige-Projekt Draisine, kritisch gegenüberstand. Schon die Linke Kreistagabgeordnete Barbara Chaluppa (bis 2013), mahnte die Blockierung der Strecke für eine sinnvolle ÖPNV-Nutzung, mit einem rein touristischen Draisinen-Projekt, an. Die permanenten Zuschüsse der öffentlichen Hand, kommen einer Insolvenzverschleppung gleich“, so Kreistagsabgeordnete Christiane Hennrich (DIE LINKE).

Auch haben wir es weiterhin mit einer Gesellschafterform gGmbH zu tun, eben einer privatrechtlichen Unternehmensform, welche weitgehend der Kontrolle politischer Gremien entzogen ist und mit Geldern der Sparkassenstiftung und anderen alimentiert wurde. Gelder die dann in Folge z.B. Sport- und anderen Vereinen nicht zur Verfügung stehen.

Nicht nur Landrat und Bürgermeister der betroffenen Gemeinden haben die „Solar“draisine auf den Weg gebracht, auch der Kreis und die Gemeindevertretungen der betroffenen Gemeinden tragen letztlich, in ihrer damaligen Blindgläubigkeit, die politische Verantwortung für das Desaster. Nur wen trifft es? Landrat und Bürgermeister nicht mehr, diese haben der Frühpension den Vorzug vor der Verantwortung gegeben“.

Tourismus um jeden Preis ist abzulehnen

„Wir sollten ernsthaft darüber nachdenken diese 1,4 Tonnen schweren, unausgegorenen Draisinen von den Schienen zu nehmen und zwar jetzt, wo die Instandhaltungskosten uns um die Ohren fliegen werden. Nach gerade mal 4 Betriebsjahren haben wir es mit einem mehr als nur wartungsanfälligen Projekt zu tun, die Draisinentechnik wird ohne weitere massive Zuschüsse keinen längeren Zeitraum überstehen. Es zeigt sich, dass die Sanierung der Strecke nur mangelhaft durchgeführt wurde und hier weitere Kosten unvermeidbar sind.

Die Entwicklung zeigt auch, dass der am 06.11.2017 in den Kreistag von der LINKEN eingebrachte Antrag -endlich in die längst überfällige Planung zur weiteren Nutzung der für die Region wertvollen Überwald-Bahn-Strecke einzusteigen- genau zum richtigen Zeitpunkt gestellt wurde. „Wir haben das Fiasko kommen sehen!“ Wenn jedoch die Unterstützung eines linken SPD-Flügels fehlt, oder sich gar in Luft auflöst, ja sogar Sven Wingerter (SPD), einem eigentlich vehementen Verfechter der Überwald-Bahn nichts Besseres einfällt, als den bewussten Antrag abzulehnen und damit seine Prinzipien zu verraten, dann fehlt schlichtweg der Glaube auf zukünftig, vernünftiges Handeln im Sinne der ländlichen Bevölkerung.

Vergleicht man die veranschlagten Kosten für eine Reaktivierung der Überwaldbahn aus dem Grosse-Gutachten vom Jahr 2000 mit ca. 12 Mio Euro, mit den bisherigen Kosten für die Draisine von 6,4 Mio. Euro, plus den Folgekosten von 675.000 Euro und den jährlich angekündigten 400.000 Euro., zeigt dies doch schnell das Desaster des kostspieligen Prestigeobjekts ohne erkennbaren Allgemeinnutzen. Unter Betrachtung aller Gesichtspunkte, käme ein Bahnverkehr den Gemeinden sogar billiger als die Draisine!

Politisches beharren – koste es, was es wolle, trägt DIE LINKE unter keinen Umständen mit. „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ Es ist juristisch zu prüfen, ob die vom Land Hessen gezahlten Fördergelder wegen der drohenden Insolvenz der Überwald gGmbH zurückzuzahlen sind, bevor hier über weitere Zuschüsse der Kommunen nachgedacht wird! Dazu gehört es ebenso Verhandlungen mit dem Land Hessen zu führen. Für verantwortungsvolles Handeln sollte Sorgfalt vor Schnelligkeit stehen, auch sind dazu zukünftig die Mandatsträger über die Entwicklungen zeitnah zu informieren. Gerade der Akteneinsichtsausschuss hat gezeigt, dass die Gesellschafterversammlung weder ihrer Aufsichtspflicht nachgekommen ist, noch für die notwendige Transparenz sorgte.

Die LINKE fordert eine offene Diskussion, „denn dem Bürger wird kaum noch weitere Verschwendung von Steuergeldern zu vermitteln sein, indem weiterhin gutes Geld schlechtem hinterher geworfen wird“, konstatiert Christiane Hennrich abschließend.