Netzwerk für Integration optimal nutzen

Weinheim. Weinheim ist für seine Netzwerke bekannt. Auch beim staatlich geförderten Integrationsmanagement nutzt die Stadtverwaltung - hier das Amt für Soziales, Jugend, Familie und Senioren - diese funktionierenden Beziehungen aus. In einem Kooperationsvertrag, den Oberbürgermeister Heiner Bernhard kurz vor seinem Amtsende noch unterschrieben hat, überträgt die Stadt Aufgaben der Integration geflüchteter Menschen an Organisationen, die auf diesem Gebiet bereits engagiert und erfahren sind: das sind der Caritasverband Rhein-Neckar, das Diakonische Werk Rhein-Neckar und das Deutsche Rote Kreuz (Kreisverband Mannheim).

Dieses Vorgehen ist mit dem Landesministerium für Soziales und Integration abgestimmt, denn das Integrationsmanagement wird im Rahmen des „Paktes für Integration“ vom Land gefördert. In Weinheim wurde die Kooperation bereits im April mit dem Sozialausschuss und dem Internationalen Ausschuss abgestimmt. Kooperationen zwischen Sozialträgern und Kommunen gibt es bereits in anderen Städten. Dass sich drei Organisationen den Auftrag teilen, ist ein „Weinheimer Modell“. „Das passt gut zu der Stadt der gelingenden Netzwerke, die wir sind“, erklärte OB Bernhard.

Der Vertrag und die Förderung des Landes in Höhe von 294 000 Euro (für rechnerisch 2,3 Stellen auf jeweils zwei Jahre, das entspricht 64 000 Pro Stelle) ermöglicht den Organisationen die Schaffung neuer Stellen für Einsätze in Weinheim. Die Koordinierung findet durch das Fachamt im Rathaus statt, wo bereits zwei Sozialarbeiter als Integrationsmanager tätig sind. „Die Kompetenzen und Ressourcen der lokalen Akteure werden somit optimal gebündelt“, findet Amtsleiter Claus Hofmann.

Die Vereinbarung wirkt ab dem 15. Oktober und hat eine Dauer von zunächst zwei Jahren. „Damit sind die Weichen gestellt für das Jahresende“, betont Hofmann mit Blick auf die bevorstehende Fertigstellung von drei Anschlussunterkünften für geflüchtete Menschen. Noch in diesem Jahr werden in der Klausingstraße, am „Sandloch“ in Lützelsachsen und in Oberflockenbach rund 130 weitere Menschen mit Flüchtlingshintergrund einziehen; weitere Sozialarbeit wird erforderlich. OB Bernhard sowie Bärbel Morsch, Susanne Rohfleisch und Christiane Springer als Vertreterinnen der Organisationen lobten die Kooperation als Modell mit spürbaren Synergieeffekten. „Bei allen drei Trägern sind unterschiedliche Kompetenzen auf hohem Niveau angesiedelt“, bescheinigte Heiner Bernhard. So könne man auf die Bedarfsfälle noch individueller eingehen. Alle Akteure sowie insbesondere auch der AK Asyl, verfügen über ein großes Umfeld von Ehrenamtlichen, die auch bei einem Ausbau der Hauptamtlichkeit keinesfalls entbehrlich werden; das Fachamt hat außerdem einen kurzen Draht zu anderen Ämtern, die mit dem Thema Integration beschäftigt sind, zum Beispiel mit dem Ordnungsamt, dem Amt für Immobilienwirtschaft sowie dem Landkreis.