Lust auf Hopfen und Malz: Im Landkreis Bergstraße wurden im vergangenen Jahr rund 272.000 Hektoliter Bier getrunken – ein Großteil davon aus regionalen Brauereien. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) errechnet. Sie geht dabei von einem Pro-Kopf-Verbrauch von 101 Litern pro Jahr aus. „Bier ist nach wie vor ein Lieblingsgetränk in der Region. Die hessischen Brauer verzeichnen gute Umsätze – und das nicht nur wegen des Rekordsommers und der Fußball-WM. Davon sollen jetzt die Beschäftigten profitieren“, sagt Gewerkschafter Guido Noll. Für die Mitarbeiter in den hessischen und rheinland-pfälzischen Brauereien fordert die NGG in der laufenden Tarifrunde ein Lohn-Plus von 6,5 Prozent.

„Von großen Marken wie Bitburger und Licher über Mittelständler wie Pfungstädter bis hin zur Hausbrauerei vor Ort – die Betriebe machen solide Geschäfte“, betont der Geschäftsführer der NGG Darmstadt und Mainz. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes setzte die Branche in Hessen im vergangenen Jahr 2,1 Millionen Hektoliter Bier ab. „Hinzu kommt der wachsende Markt mit alkoholfreien Sorten, die in der Bilanz nicht enthalten sind“, erklärt Noll.

„Jetzt muss auch für die Mitarbeiter mehr drin sein. Sie klagen schon lange über eine steigende Arbeitsbelastung. Das hat auch mit dem Trend zu neuen Sorten und technischen Umstellungen zu tun“, so die NGG. Das Anforderungsniveau in den Brauereien steige seit Jahren. Im heißen Sommer hätten viele Beschäftigte Extra-Schichten geschoben. „Das muss sich dann auch am Monatsende bezahlt machen. Sonst wird es für Braumeister zunehmend schwerer, Azubis und Fachkräfte zu gewinnen“, sagt Noll.

Die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft NGG und dem Brauerbund Hessen und Rheinland-Pfalz starten am 15. Mai in Hofheim am Taunus.