Gleich drei Veranstaltungen der Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) Hemsbach fanden am vergangenen Wochenende am Wiesensee statt. Den Anfang bildete der Wachgängerlehrgang, bei dem sich die Wachgänger der Ortsgruppe bei idealem Wetter auf die kommende Wachsaison vorbereiteten. Über 20 Aktive im Alter ab 12 Jahren folgten dem Ruf des Leiters Wachdienst der DLRG Hemsbach, Thomas Lübkemeier, und nutzten die Gelegenheit um das nötige Wissen zu wiederholen und die wichtigsten Handgriffe zu üben.

Das Hauptaugenmerk des zweitägigen Lehrganges lag natürlich auf dem Wachdienst, den die DLRG während der Badesaison am Hemsbacher Wiesensee leistet, aber auch Themen des Wasserrettungsdienstes, in dessen Rahmen die DLRG Hemsbach im gesamten Rhein-Neckar-Kreis aktiv ist, standen auf dem Programm. Um die Wachgängerinnen und Wachgänger ideal auf diese Aufgaben vorzubereiten, stand der gesamte erste Lehrgangstab unter dem Motto „Neues lernen, Bekanntes vertiefen und Vergessenes wieder ins Gedächtnis rufen“. In diesem Zusammenhang wurden mit den Wasserrettern nicht nur die Besonderheiten des Wiesenseegeländes sowie die Regeln und Vorgaben, die während der Wache gelten, besprochen und vertieft, sondern auch viele praktische Übungseinheiten durchgeführt. So wurde ein Schwerpunkt auf den Einsatz verschiedener Rettungsmittel, wie beispielsweise der Boote und Fahrzeuge der Ortsgruppe, gelegt. Aber auch grundlegende Fähigkeiten und Fertigkeiten der Wachgängerinnen und Wachgänger wie der Umgang mit den Funkgeräten und deren Verwendung während des Wachdienstes sowie die Grundlagen der Ersten Hilfe wurden geübt, trainiert und vertieft.

Den Abschluss des ersten Lehrgangstages bildete ein gemeinsames Essen, zu dem neben den Teilnehmern des Lehrganges auch alle Wachgänger des vergangenen Jahres eingeladen waren. Der erste Vorsitzende der DLRG Hemsbach, Wieland Göpfert, bedankte sich mit diesem Essen bei allen Wachgängern für ihre Arbeit in der vergangenen Saison, sprach aber auch von einem „Anreiz und Motivationsschub für die Wachsaison, die vor der Tür steht“. Im vergangenen Jahr haben die Wachgängerinnen und Wachgänger der DLRG Hemsbach an insgesamt 29 Wachtagen knapp 1400 Bereitschaftsstunden und rund 60 Wachstunden am Wiesensee geleistet. „Wenn man diese Zahlen im Vergleich zu den vergangenen Jahre betrachtet, erkennt man, dass die Wachsaison 2016 nicht als die stärkste aber auch nicht als die schwächste in die Geschichte eingehen wird.“, eröffnete der Leiter Wachdienst der Ortsgruppe, Thomas Lübkemeier, im Rahmen des Wachgängeressens. „Aber es fällt auf, dass im vergangenen Jahr die Arbeit, die vorher von vielen getragen wurde, sich auf einige wenige Helfer beschränkt hat. Unser selbstgestecktes Ziel, dass sich die Aufgaben des Wachdienstes und insbesondere der Wache am Gewöhungsbecken gleichmäßig auf alle Helfer verteilen, haben wir also nicht erreicht. Ich hoffe und wünsche, dass das in der kommenden Saison anders wird, aber hierfür müssen alle Wachgänger und Wachleiter mithelfen.“, so Lübkemeier weiter.

Der zweite Tag des Wachgängerlehrganges der DLRG Hemsbach war für Einsatzübungen reserviert, bei denen die Teilnehmer zeigen konnten, dass sie das tags zuvor gelernte und geübte auch innerhalb eines Einsatzgeschehens umsetzen und dadurch die gestellten Aufgaben lösen können. Eine dieser Übungen hatte die Suche eines vermissten Kindes auf dem Wiesensee-Gelände als Inhalt. Hierbei sah das Übungsszenario vor, dass das Kind am Becken plötzlich aus den Augen der Eltern verschwunden war, da es beim Spielen einen Freund getroffen hat und mit diesem zu seinem Platz gegangen ist, um dort weiter zu spielen. Dieses Szenario, das den Helfern der DLRG nicht unbekannt war, da es während einer Wachsaison überraschend oft auftritt, diente unter anderem dazu den Wasserrettern nochmals die neuralgischen Punkte auf dem Gelände in Erinnerung zu rufen, an denen ein Großteil der vermissten Kinder zu finden ist. Dazu zählen insbesondere der Umkleidebereich und das Gebüsch rund um die Liegewiese, in dem die Kinder häufig verstecken spielen, die Eisdiele sowie der Spielplatz am Übergang zum Campingplatz. Innerhalb des Übungsgeschehens konnte der Einsatz innerhalb kürzester Zeit erfolgreich abgeschlossen werden.

Ein weiteres Übungsszenario simulierte einen Ertrinkungsunfall rund 150 Meter vom Ufer entfernt, der von 2 Zeugen beobachtet worden war. Zweck dieser zweiten Übung war neben dem Einsatz von Booten und Tauchern während der Suche nach der ertrunkenen Person auch, dass den Helfern nochmals vor Augen geführt wurde, wie schwierig Zeugen häufig fällt die genaue Position eines Unfalles zu beschreiben, sobald die verunfallte Person nicht mehr an der Wasseroberfläche zu sehen ist. Doch trotz dieses Umstandes konnten die eingesetzten Wasserretter das Übungsszenario innerhalb einer realistischen Zeit abschließen. Wie gründlich sie bei der Suche nach der vermissten Person vorgingen, wurde innerhalb der dadurch Übung deutlich, dass die Helfer ein loses Seil fanden, das nur von einem Grundgewicht gehalten und etwa 2 Meter unter der Wasseroberfläche endete. Dieser Fund gehörte zwar nicht zum von den Ausbildern vorgesehenen Ablauf. Allerdings stellte sich später heraus, dass das Seil von einer Boje stammte, die sich offensichtlich von diesem Seil gelöst hat. Bei der Nachbesprechung witzelten einige der Übungsteilnehmer, dass sie hoffen, dass es in einem realen Einsatz niemals dazu kommt, dass sie während der Suche nach einer Person eine andere verunglückte Person finden.

Den Abschluss des Wochenendes bildete am Sonntagnachmittag das Grillfest für alle Mitglieder Hemsbach. Hierzu waren neben den Mitgliedern auch die Schwimmkursteilnehmer und deren Eltern sowie alle Freunde der DLRG Hemsbach eingeladen. Und so rappelten sich die meisten der Teilnehmer des Wachgängerlehrganges nochmals auf zum gemeinsamen Fußballspielen, Erzählen und fröhlichen Beisammensein, auch wenn den meisten die rund 14 Stunden des Wachgängerlehrganges deutlich anzusehen waren. Einige unerschrockene nutzten die Gelegenheit auch gleich und zogen das Anschwimmen der Wiesensee-Saison 2017 mit Blick auf das Wetter am Montag vor. Auch in diesem Rahmen dankte der Vorsitzende, Wieland Göpfert, nochmals allen Organisatoren, Helfern und Teilnehmern, die das Wochenende mit Leben gefüllt haben.(ms)

Bildunterschrift: Die beiden Boote der DLRG Hemsbach auf dem Wiesensee während des zweiten Übungsszenarios. Foto DLRG