Notfalleinsatz - gut vorbereitet auch in schwierigen Situationen // Wichtiger Beitrag zur Vernetzung von Notärzten, Rettungsdiensten und Krankenhäusern in der Region // Fachvorträge und Diskussionen im Interesse einer gemeinsamen Sprache alle Beteiligter

KREIS BERGSTRASSE | Juni 2019 | Schwer ist schwierig. Zumindest in manchem Fall. Das wissen Rettungsdienste, wenn sie zu Einsätzen mit besonders übergewichtigen Patienten gerufen werden. Entsprechend gilt es, auf die Situation vorbereitet zu sein. Ziel muss sein, die Routine beizubehalten, die notwendig ist, um die richtige und schnelle Versorgung zu sichern. Mit der Bergsträßer Akutmedizinischen Tagung (BAMT) hat die Anästhesie und Intensivmedizin am Kreiskrankenhaus Bergstraße ein Forum zur Weiterbildung und zum Austausch aller in der Rettungskette zusammenarbeitenden Fachkräfte geschaffen. Im Jahr 2014 von Chefarzt PD Dr. Armin Kalenka aus der Taufe gehoben, ist die Tagung in jährlicher Wiederkehr zur festen Einrichtung geworden. Die Konferenz steht für einen regional angelegten Schulterschluss von Notärzten, Rettungsdiensten, und Mitarbeitern aus Krankenhäusern. Aktuell hat die Tagung im Wicom-Forum in Heppenheim ihre Neuauflage erlebt. In der Nachbetrachtung kann Dr. Kalenka ob des großen Zuspruchs und intensiven Austauschs eine zufriedenstellende Bilanz ziehen.

Inhaltlich war der Bogen weit gespannt. Unter der Überschrift „Der schwere Einsatz“ sind unterschiedliche Herausforderungen zusammengefasst worden, die jederzeit mit einem Einsatz einhergehen können. Ein Thema: Die Versorgung von Adipositas-Patienten, also von Menschen mit krankheitsbedingtem stark ausgeprägtem Übergewicht. Aus Sicht von Ärzten, Rettungsdiensten und der Pflege wurde das fachgerechte Vorgehen am Einsatzort, beim Transport und im Krankenhaus dargestellt. Unter anderem wurde die besonderen Anforderungen bei Beatmung und Medikamentengaben erklärt und diskutiert. Weitere Aspekte des Themas „schwer“ waren Einsätze unter beengten Bedingungen, die prioritätengerechte Versorgung von Schwerverletzten und die Versorgung von Patienten in psychiatrischen Ausnahmesituationen. Auch ging es bei der Konferenz darum, wie Notfallmedizin und Palliativmedizin in Einklang zu bringen sind.

Es sind nicht zuletzt die Auswahl und die Darstellung der Themen durch Spezialisten, die selbst bei Einsätzen vor Ort und in Krankenhäuser mit eingebunden sind, die die Akutmedizinische Tagung für die Beteiligten besonders interessant machen. Hier ist die Praxis zum Greifen nah. Und eben das ist auch einer der treibenden Gedanken von Dr. Kalenka beim Konzept: Aus der Praxis für die Praxis sollen die Inhalte angelegt sein. Die Referenten kommen aus dem Kreiskrankenhaus Bergstraße, dem Universitätsklinikum Heidelberg, unter dessen Dach das Kreiskrankenhaus arbeitet, aus anderen Krankenhäuser, von Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen und vom Kreis. Dr. Kalenka und seinem Team ist es so gelungen, auf Zuhörer- wie Vortragendenseite ein engmaschiges Netz zu knüpfen, das alle in der Notfallmedizin Beteiligte zusammenbringt und den interdisziplinären Austausch fördert.

Dabei ist es nicht nur Anspruch des Forums, aktuelle Erkenntnisse zu vermitteln. Von Anfang an war es zugleich erklärtes Ziel, zu einer einheitlichen Sprache zu finden. Die ist im Ernstfall mitentscheidend dafür, dass alle Beteiligten am Einsatzort, im Krankenhaus und vor allem an den Schnittstellen im Sinnen der optimalen Patientenversorgung reibungslos zusammenarbeiten können. Die Akutmedizinische Tagung fördert, wie im Umfeld einer vorangegangenen Veranstaltung formuliert wurde, die „vertrauensbildende Vernetzung“. Und hierfür stand auch die jüngste Auflage.

BILDUNTERSCHRIFT: PD DR. ARMIN KALENKA, der Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin am Kreiskrankenhaus Bergstraße in Heppenheim ist Initiator der Bergsträßer Akutmedizinischen Tagung. Die Veranstaltung, die jährlich im Frühling auf dem Veranstaltungskalender steht, bringt Notärzte, Mitarbeiter von Rettungsdiensten sowie Krankenhausmitarbeiter zusammen. Gefördert werden der fachliche Austausch, der enge Schulterschluss, sowie die gemeinsame Sprache, um reibungslose Einsätze und damit eine bestmögliche Patientenversorgung in der Region zu sichern. Jetzt stand eine Neuauflage des Forums auf dem Programm. Das Foto zeigt Dr. Kalenka bei der Veranstaltung. Foto Kreiskrankenhaus Bergstraße/Thomas J. Zelinger