Die Nachhaltigkeit dieses Projektes liegt in den Menschen“

Volksbank unterstützt erneut das Lorscher Tabakprojekt

Als in Lorsch das Tabakprojekt 2013 aus der Taufe gehoben wurde, stand von Anfang an ein treuer Unterstützer an der Seite der ehrenamtlichen Tabakpflanzerinnen und -pflanzer: Die Volksbank Darmstadt-Südhessen e.V. Nun hat das Geldinstitut mit den genossenschaftlichen Wurzeln sein Sponsoring für das Projekt im Rahmen eines Pressegespräches erneuert. „Wir wollen vor allem Danke sagen“, so Bürgermeister Christian Schönung, der ebenfalls zu dem Termin ins Tabakmuseum gekommen war. „Sie unterstützen damit ein Kulturgut, das nach dem Kloster das wichtigste historische Thema für Lorsch ist.“ Für die Volksbank zeigte sich Marktbereichsleiter Udo Lange überzeugt vom Engagement seines Bankinstitutes: „Die Nachhaltigkeit dieses Projektes liegt in den Menschen, die hier ehrenamtlich arbeiten. Wir finden es unterstützenswert, dass hier Traditionen gepflegt und landwirtschaftliche wie handwerkliche Techniken weitervermittelt sowie Wissen bewahrt werden.“

Das bestätigte der Projektleiter Bernhard Stroick, der von gut 200 jährlichen Arbeitseinsätzen der etwa 35 Personen starken Gruppe sprach. "Dabei wird alles händisch erledigt, etwa so, wie es Anfang der 1950er Jahre der Fall war“, ergänzte der engagierte Tabakexperte, der als Mitglied des Heimat- und Kulturvereins auch den beiden Lorscher Tabakmuseen vorsteht. „Das Tabakfeld ist dabei ca. 1200 qm groß, dass schaffen wir bislang gut.“ Stroick berichtete auch, dass in den zurückliegenden Projektjahren immer mal wieder Neues dazu gekommen war. So fermentieren die Lorscher inzwischen ihren Tabak selbst. „Notgedrungen“, so Eva-Maria Eberle für die Projektteilnehmenden, „da es in Deutschland niemanden mehr gibt, das das macht.“

Für das städtische KULTour-Amt, das das Projekt aus der Taufe hob, machte die Amtsleiterin Gabi Dewald klar, dass sich das Projekt ohne die anhaltende und verlässliche Unterstützung der Volksbank keinesfalls so erfolgreich entwickelt hätte. „Sie haben den Kern der Initiative sofort erkannt und daran geglaubt: Hier geht es um Identität und Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Lebensumfeld, um die Wertschätzung einer prägenden Tradition und um die Bewahrung von Techniken und Ritualen. Kurz, um ein kulturelles Erbe unserer Region, das es lebendig und damit zugänglich zu halten gilt.“

Udo Lange, der als junger Mann selbst Erfahrungen mit dem Tabakanbau gemacht hatte, sprach mit großem Respekt vor der Arbeitsleistung und Know How der Tabakbauern. Hat er keine Angst vor dem Vorwurf, dass am Ende Tabak rauchbar ist? „Wissen Sie: Auch Genuss gehört zu unserer Gesellschaft!“ lautete hier eine sympathisch unaufgeregte Antwort. Die Tabakpflanzer bedankten sich bei ihrem treuen Partner mit selbigem: Mit Zigarren aus eigenem Anbau und mit dem brandneuen Produkt einer Odenwälder Brennerei: Tobacco Gin. Also Gin, der mit fermentiertem Lorscher Tabak aromatisiert wurde. „Powered by Lorscher Tabak-Projekt“, wie es auf dem Etikett heißt. „Eine der vielen spannenden Kooperationen, die wir in den zurückliegenden fünf Jahren aufgebaut haben“, waren sich die Tabakpflanzer einig. „Aber – wenn es nach uns geht - sicher nicht die letzte!“

Bild: v.li. Eva-Maria Eberle, Bernhard Blume, Bernhard Stroick, Udo Lange, Sabine Rippert, Christian Schönung. Foto: Stadt Lorsch