Medizin zum Anfassen und zum Mitmachen – eine Einladung die Anklang findet // Einblick in Arbeit der Klinik und Zeit zum Gespräch mit Spezialisten

KREIS BERGSTRASSE | März 2019 | „Sprechen Sie uns an“ und „nehmen Sie Dinge in die Hand“. Die Botschaft war klar: Der Tag der offenen Tür, wie jüngst veranstaltet, am Kreiskrankenhaus Bergstraße ist eine Einladung zum Dialog gewesen. Besucher konnten mit Ärzten und Fachpflegekräfte ins Gespräch kommen, auch waren Interessierte eingeladen, sich an medizinischem Gerät, an OP-Instrumentarium, zu versuchen. Für einen Moment konnten Erwachsen wie Kinder in die Rolle des Arztes schlüpfen. Wenn auch nicht im weißen Kittel, sondern im Straßen- oder Ausgehzwirn, ließ sich für jedermann erahnen, wie konzentriert ein Arzt am Operationstisch arbeiten muss, mit welchem Fingerspitzengefühl OP-Gerätschaften geführt werden müssen. Die Besucher waren beeindruckt, der Zuspruch war groß, entsprechend positiv fällt die Bilanz bei den Verantwortlichen in der Betrachtung der Veranstaltung aus.

Es waren die Innere Medizin I, in deren Verantwortung die Gastroenterologie angesiedelt ist, und die Allgemein- und Viszeralchirurgie des zum Universitätsklinikum Heidelberger gehörenden Krankenhauses in Heppenheim, die ihre Türen öffneten und Einblicke in Untersuchungsräume gaben, wie sie im Normalbetrieb nicht möglich sind. Zum Auftakt hatten die Chefärzte Professor Dr. Lutz Schneider, Allgemein- und Viszeralchirurgie, sowie PD Dr. Uwe Seitz, Innere Medizin I/Gastroenterologie, die Besucher begrüßt und zur, wie sie sagten, „Entdeckungsreise“ eingeladen. Die führte in die moderne Medizin mit Hightech-Geräten, wie sie am Kreiskrankenhaus täglich im Betrieb sind. Minimalinvasives Operieren konnte am Simulator erprobt werden. Mit viel Geschick war das Werkzeug, das durch kleine Schnitte an die zu behandelnde Stelle im Körper geführt wird, zu bedienen. Eine kleine Kamera sendet dabei Bilder auf einen Monitor, die dem Operateur Orientierung bei jeder Hand- und Fingerbewegung geben.

Wenige Meter entfernt, ein anderer Raum: Hier wurde erklärt, wie eine Magen- oder Darmspiegelung vonstattengeht. Schonend für den Patienten lässt sich der Darm in der Innenansicht betrachten, sind Veränderungen an dessen Wänden schon in sehr frühen Stadien zu erkennen und wenn notwendig zu entfernen. Mit welcher Präzision dies machbar ist war ebenso zu besehen wie die enormen Vergrößerungen auch der kleinsten Details, die hochmoderne Geräte in atemberauender Klarheit auf die Monitore bringen. Ein Geldschein mit Kleingedrucktem, fürs bloße Auge unter Normalbedingungen kaum sichtbar und schon gar nicht lesbar, diente zur Anschauung. Es waren solche und andere Vorführungen und Mitmachmöglichkeiten, die zeigten, wie die Medizin von heute Mensch und Technologie zusammenbringt und so Diagnosen und Behandlungen ermöglicht, die vor wenigen Jahren noch undenkbar schienen. Es ist eine interessante Welt, in die die Besucher abtauchen konnten – auch mit einer Virtuelle-Reality-Brille, die Darmansichten in 3D erlebbar macht. Und an mancher Stelle waren es an diesem Nachmittag Kinder, die den Erwachsenen zeigten, wie der Umgang mit dem Hightech-Instrumentarium spielerisch und damit ungezwungen funktionieren kann. Auch das fördert das Verstehen. Ungezwungen sollte es am Tag der offenen Tür zugehen, Besucher und Experten sollen ins Gespräch kommen, das auch bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen. Ein Konzept, das aufgegangen ist.  

Das erklärte Ziel des Tags der offenen Tür: Ängste abbauen, Hemmschwellen nehmen. Die Veranstaltung hat dazu beigetragen, Medizin zu erklären, sie im Wortsinn begreifbar zu machen – ganz nah an der Praxis. Eingebettet war der Nachmittag in eine deutschlandweite Initiative gegen Darmkrebs, hinter der die Felix Burda Stiftung, die Stiftung LebensBlicke und das Netzwerk gegen Darmkrebs stehen. Die Initiative wird jährlich neu aufgelegt, das Kreiskrankenhaus Bergstraße ist seit mehreren Jahren mit dabei, Dr. Seitz ist schon lange offizieller Regionalbeauftragter der Stiftung LebensBlicke. Und Gastroenterologie und Chirurgie zeigen mit dem Tag der offenen Tür, wie eng beide Fachbereiche auch in der Darmkrebs-Medizin zusammenarbeiten, sowohl in der Früherkennung wie in der Therapie. Zugleich bot die Veranstaltung Platz für weitere Themen: So war die Diabetes-Selbsthilfegruppe der Region dabei. Mit einem Informationsstand bot auch sie Gelegenheit zu Gesprächen. Ein Angebot, das gleichfalls viel Anklang fand. Ebenso interessant und wichtig: Hygiene und Infektionsschutz. Dargestellt wurde, wie Schutzmaßnamen in einem Krankenhaus angelegt sind – und ein Hightech Mikroskop eröffnete Laien ungewohnte Perspektiven auf Erreger.

BILDUNTERSCHRIFT Wer wollte, konnte sich beim Tag der offenen Tür von Innerer Medizin I/Gastroenterologie sowie Allgemein- und Viszeralchirurgie am Kreiskrankenhaus Bergstraße in Heppenheim den Umgang mit hochmodernen medizinischen Geräten erklären lassen und sich im Umgang mit OP-Instrumentarium erproben. Foto: Kreiskrankenhaus Bergstraße/Thomas J. Zelinger