Bensheim. Der Schauspieler André Jung hat am Samstagabend in Bensheim den Gertrud-Eysoldt-Ring erhalten. Ausgezeichnet wurde der Luxemburger für seine Rolle als Erzähler in Georg Büchners „Lenz“ am Schauspielhaus Zürich/Schiffbau, Regie Werner Düggelin.

Die Jury (Barbara Frey, Rita Thiele, Wolfram Koch) würdigte den Preisträger als einen „der feinsinnigsten, radikalsten und erstaunlichsten Bühnenkünstler unserer Zeit“. In ihrer Begründung bezeichneten die Juroren Jung als „Zauberer des Wortes und der Gesten und Meister der Unmittelbarkeit“.

Der Gertrud-Eysoldt-Ring gilt als einer der bedeutendsten Theaterpreise im deutschsprachigen Raum und wird seit 1986 jährlich in Bensheim verliehen. Mit der Vergabe des mit 10.000 Euro dotierten Ehrenrings würdigt die Stadt Bensheim eine schauspielerische Leistung an einer deutschsprachigen Bühne. Erste Preisträgerin war Doris Schade, ihr folgten große Schauspielerinnen und Schauspieler, wie Klaus Maria Brandauer, Cornelia Froboess, Corinna Harfouch, Nina Hoss, Ulrich Mühe, Ulrich Matthes und Tobias Moretti.

Der mit 5.000 Euro dotierte Kurt-Hübner-Regiepreis wurde ebenfalls am Samstag in Bensheim verliehen. Der englische Regisseur, Autor und Theaterleiter Robert Icke erhielt den Preis für seine Inszenierung und Bearbeitung der „Orestie“ am Schauspiel Stuttgart.