Viele Produkte versprechen: „100% kompostierbar“ oder „biologisch abbaubar“. Sie müssen dennoch über den Restmüll entsorgt werden – der ZAKB erklärt warum.

(Lampertheim-Hüttenfeld, 12.07.2019) Sommer, Sonne, Grillsaison: In den Gärten und Parks im Kreis Bergstraße brutzeln die Steaks und Gemüsespieße über der heißen Glut. Auf den Tischen warten Salate und Baguette darauf, in geselliger Runde verzehrt zu werden. Um sich den lästigen Abwasch nach der Feier zu sparen, greifen viele Verbraucher auf Einweggeschirr aus Plastik, Pappe, Holz oder neuerdings auch Bambus oder Palmenblättern zurück. Doch welches Geschirr gehört in welche Tonne? Die Antwort gibt der Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße (ZAKB).

Viele Materialien, eine Tonne

Kurz gesagt: Ob aus Plastik, Holz, Pappe, oder Palmenblättern – handelsübliches Einweggeschirr muss nach Gebrauch über den Restabfall entsorgt werden; das schreibt das Gesetz vor. Auch als „kompostierbar“ oder „biologisch abbaubar“ deklarierte Produkte sind nicht für die Kompostierung geeignet und gehören deshalb in die schwarze Tonne. „Grundsätzlich sehen wir den Trend positiv, dass sich viele Verbraucher Gedanken über die Auswirkungen ihres Abfalls machen und auf Artikel aus nachwachsenden Rohstoffen zurückgreifen“, erklärt Sascha Bocksnick, Abteilungsleiter Technik und Energie beim ZAKB. „Das Problem ist jedoch, dass sich diese Produkte zu langsam zersetzen. Sie haben keinen Mehrwert für die Herstellung von Kompost und müssen ebenso wie Plastik und andere Fremdstoffe aussortiert werden. Letztlich landen sie in der Verbrennung“, so Bocksnick weiter.

Der nachhaltigste Weg mit Freunden oder der Familie zu Grillen bleibt daher weiterhin, Geschirr zu verwenden, das sich reinigen lässt. Und wer auf „spülmaschinenfeste“ Produkte setzt, dem bleibt sogar der leidige Abwasch per Hand erspart.

Energie für Pflanzen und den Kreis Bergstraße

Der ZAKB erzeugt aus den Küchen- und Gartenabfällen der Bergsträßer Strom, Wärme und hochwertigen Kompost. So entsteht aus vermeintlichem Abfall Energie für Pflanzen und die Region: Über neunhundert Haushalte versorgt der ZAKB allein durch seine Biogasanlage mit grünem Strom; der Kompost kommt als wertvoller Naturdünger und Bodenverbesserer in der Landwirtschaft zum Einsatz. Für Bürgerinnen und Bürger ist er an vielen Wertstoffhöfen kostenfrei erhältlich.

Doch leider landen immer wieder prall gefüllte Plastiktüten in der Biotonne und somit in der Biogasanlage des ZAKB: Dort stören sie die Abläufe und müssen daher mühsam aussortiert werden – das kostet Zeit und viel Geld! Auch „kompostierbare“ Plastiktüten verrotten nicht schnell genug, um sie auf diesem Wege zu verwerten.

Der ZAKB bittet daher die Bürgerinnen und Bürger darum, ihren Bioabfall lose, eingewickelt in Zeitungspapier oder verpackt in einer Papiertüte zu entsorgen.

Bild: Pixabay