Der Heppenheimer Stadtverordneter Yannick Mildner (parteilos) mahnt die zunehmende Flächenversiegelung in Heppenheim an. Hierzu hat der 27-jährige Stadtverordnete eine Anfrage eingereicht. So möchte er u.a. erörtern, ob Bürgermeister Burelbach in der zunehmenden Flächenversiegelung ein Problem sieht und welche Maßnahmen die Stadt Heppenheim gegen die Probleme ergreift, welche mit der Bodenversiegelung verbunden sind.

„Flächenversiegelung wirkt sehr negativ auf den natürlichen Wasserhaushalt, da zum Beispiel Wassermassen nicht aufgenommen werden können und bei Starkregen das Risiko von Hochwasser steigt. Zudem geht die Fruchtbarkeit verloren, denn Wasser, Sauerstoff und Licht können durch die Versiegelung den Boden nicht mehr erreichen. Auch die Wanderkorridore der Flora und Fauna werden unterbrochen und die Landschaft zerschnitten. Staub und andere Luftschadstoffe werden nicht mehr aus der Luft gefiltert und die Feinstaubbelastung steigt“, so Mildner.

Würden durch den Bau von Straßen, asphaltierten Wegen und Plätzen, Häusern, Gewerbeanlagen und Industrieanlagen, auch im Rahmen von Nachverdichtung, freie Flächen in großem Umfang versiegelt, könne deutlich weniger Regenwasser versickern. Weiterhin absorbierten Versiegelungen – da überwiegend dunkle Flächen (Asphalt) entstünden – viel Wärme; so könne es an heißen Tagen zu einer starken Erwärmung der Stadt kommen.

Laut BUND sind allein in Südhessen 12.300 Hektar, die im „Regionalen Entwicklungskonzept“ als „Pool“ ausgewiesen werden, von Überbauungsplanspielen betroffen. Täglich werden in Deutschland rund 58 Hektar als Siedlungs- und Verkehrsflächen neu ausgewiesen. Dies entspricht einem Flächenverbrauch von etwa 82 Fußballfeldern, wie derlei Angaben gerne umgerechnet werden. Im Raum Starkenburg werden laut BUND täglich etwa zwei Hektar Fläche betoniert und asphaltiert.

Mildner bezieht sich in seiner Anfrage auch auf eine Drückjagd, die im Januar im Naturschutzgebiet Tongruben stattfand. Hier berichtete Jagdpächter Goss, dass Rehe aufgrund der Versiegelung von Flächen immer öfter keinen geeigneten Lebensraum mehr vorfänden und deshalb häufig beim Überqueren von Straßen von Autos erfasst würden. Insbesondere in der Gunderslache seien die Rehe durch den Bau der Nordstadt II gefährdet. Auch die Gefahr für Autofahrer steige, je mehr Rehe Straßen überqueren müssten, so Mildner in seiner Begründung der Anfrage. Daher ist für den Stadtverordneten auch relevant, wie Bürgermeister und Stadtverwaltung diese Thematik einschätzen. Zwar seien Rehe in Deutschland in hoher Anzahl vorhanden und nicht vom Aussterben bedroht, ihre Dezimierung in Heppenheim könne aber darauf hinweisen, dass die Flächenversiegelung ein hohes Ausmaß angenommen hat, mit dem die erwähnten Probleme verbunden seien und weiterhin Wildtiere im Allgemeinen durch die Zerstückelung der Landschaft häufiger Straßen überqueren müssten und dadurch das Risiko von mehr Unfällen entstehe.

Mildner betont, man müsse sich generell mehr Gedanken darüber machen, wie man bei der Planung und Umsetzung von Baugebieten, gerade auch Gewerbegebieten, flächenschonender vorgehen kann und mahnt an, dass man nicht unendlich viel Ressourcen zur Verfügung habe.