“Stadt wo willst du eigentlich hin?” Diese Überlegung könnte bei Cittaslow wohl als allererstes stehen. Bei Cittaslow geht es
um die Rückbesinnung auf lokale und regionale Potenziale sowie eine Wiederentdeckung des Ortes. Weiterhin, wie man
sich die Zukunftsentwicklung einer Stadt unter ökonomischen, sozialen, ökologischen und kulturellen Aspekten vorstellen
kann. Die Bewegung Cittaslow wurde 1999 in Italien gegründet und ist von der sogenannten Slow-Food-Bewegung
inspiriert. In dem Netzwerk befinden sich neben vielen italienischen Städten, auch einige wenige deutsche Städte wie
Zwingenberg.

Grund genug für die Heppenheimer Freidemokraten, dem Bürgermeister von Zwingenberg, Dr. Holger Habich, einen Besuch
abzustatten und sich vor Ort über Cittaslow zu informieren.

Habich erläuterte, dass die Idee Zwingenberg zu einer Cittaslow zu machen, noch von seinem Amtsvorgänger stammte und
das weitere Impulse von der Verbindung zur italienischen Partnerstadt Brisighella kamen. Richtig ins Rollen kam der Stein,
nachdem Habich die Idee zum Beitritt in seiner Neujahrsansprache 2016 vorgebracht hatte. Seitdem erfolgte die
erfolgreiche Umsetzung verschiedener Maßnahmen, die dann zum Beitritt in das Netzwerk geführt haben.
Ob ein Beitritt zu Cittaslow nach Meinung der Heppenheimer Freidemokraten für Heppenheim erstrebenswert wäre, ließ
die FDP Heppenheim vorerst dahingestellt. Nach ersten Recherchen dürfen wohl Kreisstädte nicht Mitglied in dem
Netzwerk werden. Nichtsdestoweniger sieht die FDP im Modell “Cittaslow” vieles, was erstrebenswert wäre. Hier ist zu
nennen, ein Leitbild für eine Stadt zu entwickeln, dass eine nachhaltige Entwicklung mit dem Ziel einer hohen Lebens- und
Aufenthaltsqualität für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Gäste gleichermaßen anstrebt. Weiterhin die lokale Identität
und Unverwechselbarkeit in vielen Lebens- und Wirtschaftsbereichen bewahrt, weiterentwickelt und nicht
problemorientiert, sondern entlang den Potenzialen vorgeht. Dies bedeutet, die Einbeziehung verschiedenster
Interessengruppen aus Wirtschaft, Tourismus, Ökologie, Kultur, Verkehr, Landwirtschaft und natürlich auch der Politik, auf
Basis eines gemeinsamen Verständnis.

Zum Abschluss des Treffens in Zwingenberg, äußerte sich das langjährige FDP-Mitglied und ehemalige Stadtverordnete
Winifred Hörst: “Die Entwicklung eines gemeinsamen Leitbildes ist etwas, für das ich jahrelang plädiert habe. Gemeinsames
nachhaltiges und nicht kurzfristiges politisches Denken muss in Heppenheim weiter verstärkt werden!”.