Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz ...
Täglich werden in Deutschland rund 58 Hektar als Siedlungsflächen und Verkehrsflächen neu ausgewiesen. Dies entspricht einer Flächenneuinanspruchnahme – kurz Flächenverbrauch – von circa 82 Fußballfeldern. Der Boden ist eine endliche Ressource, mit der der Mensch sparsam umgehen muss, um sich seine Lebensgrundlagen zu erhalten. Flächenverbrauch ist ein schleichendes Phänomen. Bürger und selbst politische Entscheidungsträger nehmen es kaum wahr. Daher mangelt es weithin am nötigen Problembewusstsein.

Bei 3 ha Tagesverbrauch ist in der Region Starkenburg in 85 Jahren kein Acker mehr da! (bei 2 ha sind es noch 127 Jahre!)"
https://www.bmu.de/themen/nachhaltigkeit-internationales/nachhaltige-entwicklung/strategie-undumsetzung/reduzierung-des-flaechenverbrauchs

Beste Böden brauchen Schutz
Der Zuwachs an bebauter Fläche vollzieht sich weitgehend zu Lasten landwirtschaftlich genutzter Böden. Dies geschieht, obwohl die Bundesregierung in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 ha pro Tag senken wollte. Von dem weiteren Ziel des Klimaschutzplans der Bundesregierung, den Flächenverbrauch auf Netto–Null zu reduzieren, ist man
weit entfernt.www.bundesbuendnis-bodenschutz.de/unterzeichner/

Der Erhalt unserer Grünflächen, Felder, Wälder und Wiesen ist Klimaschutz.
Häufig wird der Klimawandel vor allem in Zusammenhang mit Autoverkehr und Industrie-/Heizungsabgasen gesehen. Das ist aber nur ein Aspekt. Die schier nicht enden wollende Versiegelung und Zerstörung unserer Erdoberfläche und deren lebenswichtige Funktionen spielt für unser Klima ebenfalls eine große Rolle. In einer Zeit extremer Klimaveränderungen ist Bodenschutz unerlässlich. https://www.bundesbuendnis-bodenschutz.de/unsere-erklaerung/

Die zügig wachsende Liste bisheriger Unterzeichner der 'Gemeinsamen Erklärung‘ finden Sie hier:
www.bundesbuendnis-bodenschutz.de/unterzeichner/

„In den letzten 50 Jahren wurde mehr Fläche versiegelt als in 80 Generationen davor. Wenn wir so weiter machen, ersticken wir in unseren Ballungsräumen im Siedlungsbrei“, mahnt Dr. Arnulf Tröscher, der Vorsitzende des Vereins Landerlebnis.
http://breitwiesen.eu/kein-klimaschutz-ohne-bodenschutz/

BUND Bergstraße fordert Lobby für den Bodenschutz
Im Kreis Bergstraße und anderswo zeugen riesige Gewerbehallen und ausufernde Wohnbebauung im Außenbereich von einer Entwicklung, die stärker zu Klimawandel und Artensterben beiträgt, als gemeinhin bekannt ist. Gesunde Böden sind nicht nur wesentlicher Faktor der Nahrungskette für Menschen und Tiere und wichtig für die Grundwasserneubildung. Sie sind auch der größte CO2- Speicher überhaupt. Weithin unbekannt ist leider die Tatsache, dass einmal überbauter Boden für Jahrhunderte biologisch nahezu tot ist. Vielleicht auch deshalb werden viel zu oft bisher unbebaute Flächen mit leichter Hand als Bauland ausgewiesen.
https://www.bund-hessen.de/meldung/news/bund-bergstrasse-fordert-lobby-fuer-den-bodenschutz/

Flächenschutz - Der BUND fordert:
Entwicklung einer Bodenschutzstrategie unter Beteiligung interessierter Verbände. Festlegung eines Zielwertes beim Flächenverbrauch in Hessen, der sich am Zielwert der Bundesregierung orientiert: Reduktion auf 1 Hektar pro Tag bis 2023 und danach eine schnellstmogliche Reduktion auf Netto-Null. Vorrang der Innenbereichsentwicklung vor der Inanspruchnahme neuer Freiflächen. Verzicht von Planungen für Logistikzentren oder Factory-Outlet-Centern auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. https://www.bund-hessen.de/nachhaltiges-hessen/flaechenschutz/

Der Flächenverlust im Offenland muss gestoppt werden!
(Hessischer Bauernverband HBV und BUND Hessen)
Als Sofortmaßnahme fordern BUND und HBV, dass alle Planungen insbesondere für Siedlungsund Verkehrsflächen ab sofort mit dem Ziel der minimalen Neuversiegelung überprüft werden. Konkret müssen Straßenneubauvorhaben flächensparend und vorrangig durch Tunnel- oder Verdolungsvarianten realisiert werden.

Parkplätze bei der Ansiedlung von Gewerbe (hier vor allem Einkaufsmärkte) durch den Bau integrierter Parkmöglichkeiten (Unter- bzw. Erdgeschoss) geschaffen werden. Gewerbegebäude (einschließlich Einkaufsmärkte) nur noch in mehrgeschossiger Bauweise
genehmigt werden.

Vor einer Genehmigung neuer Versiegelungsflächen landesweit die derzeit vorhandenen Gewerbebrachen erfasst und einer Wiedernutzung bzw. Umnutzung (z.B. auch zu Wohnsiedlungszwecken) sowie alle Baulücken erfasst und einer Nutzung zugeführt werden. Für Wohngebiete flächensparende Formen des Geschosswohnungsbaus mit ausreichender Durchgrünung bzw. gemeinschaftlich nutzbaren Grünflächen als Standard angestrebt werden. Städte und Gemeinden verpflichtet werden, Leerstandskataster aufzustellen. Bauleitplanungen strikt nach dem Prinzip „Innenentwicklung vor Außenentwicklung" stattfinden. Publikation zum Herunterladen: https://www.bund-hessen.de/fileadmin/hessen/Publikationen/Arbeitskreise/AKFlaechenschutz/Flaechenverbrauch_2018_BUND-HBV-Broschuere.pdf

Was tut die Politik?
Es gibt noch viel zu tun. An vielen Stellen sind wir noch weit von einem nachhaltigen Wirtschaften
und einem nachhaltigen Lebensstil entfernt.
https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/nachhaltigkeitspolitik/eine-strategie-begleitet-uns/die-deutschenachhaltigkeitsstrategie

Millionen Wohnungen stehen leer, was tut sie Regierung dagegen?
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Millionen-Wohnungen-stehen-leer-article21176302.html

Lichtblicke
Mörlenbach: Bürger stimmen gegen Gewerbegebiet Nord-Ost
https://www.echo-online.de/lokales/bergstrasse/moerlenbach/burger-stimmen-gegen-gewerbegebiet-nord-ost_20174739
Neubaustrecke der Bahn erhält einen Tunnel - nur leider (noch?) keinen bergmännischen Tunnel.
https://www.fr.de/rhein-main/neubaustrecke-frankfurt-mannheim-deutschen-bahn-10968048.html

Boden schützen im Garten leicht gemacht
siehe https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/boden-schuetzen-leicht-gemacht

Film "Kein schöner Land" https://www.youtube.com/watch?v=vHHN9VTZ7sY

Zusammengestellt von Willy Welti, BUND Bergstrasse, willy.welti@freenet.de