Die Demontage der Biogasanlage setzt nach Auffassung der AfD den Schlussakt unter ein bis dahin einmaliges Trauerspiel: Ein Prestigeobjekt, gepuscht vom ehemaligen Vorsitzenden der Jungen Union und von allen etablierten Parteien in trauter Eintracht befürwortet. Diese Einigkeit wird auch heute bei so manch unsinnigem Projekt gern zur Schau gestellt, wie unlängst bei einer gemeinsamen Presseerklärung der Fraktionsvorsitzenden geschehen. Die Lobpreisungen und Versprechen waren damals groß: Nachhaltige Energie werde erzeugt, unzählige Arbeitsplätze geschaffen, den Landwirten eine sichere Zukunft garantiert und dann noch die Gewerbesteuereinnahmen…

Am Ende blieben Pleiten, Unvermögen und Pannen sowie Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Was hatte man damals nicht alles aufgeboten, um die uneinsichtige Bevölkerung von ihrem Glück zu überzeugen. Ein herbeigeschaffter „Experte“ erklärte bei einer Bürgerversammlung, dass der Gestank der Biogasanlage eigentlich geruchlos sei und auch sonst würden sich die Leute mögliche Beeinträchtigungen einbilden. Außerdem seien die Bürstädter doch an Gerüche aus der Landwirtschaft gewohnt.

Mit dem ehemaligen Ministerpräsident Roland Koch tauchte gar Politprominenz aus Wiesbaden zum Fototermin auf, um sich vom „Betrieb“ der Anlage zu überzeugen. Nie war der schon öfter gezogene Vergleich Bürstadts mit einem „potemkinschen Dorf“ passender.
Was am Ende bleibt, ist eine weitere Industrieruine und eine verschandelte Landschaft. Die damaligen Kritiker der Biogasanlage wurden lächerlich gemacht und verhöhnt- ähnlich wie auch heute kritische Geister behandelt werden. Für ihre nächste Fahrradtour schlagen wir der CDU vor, doch vor Ort Station zu machen und das von ihr politisch mitverschuldete Fiasko zu bestaunen.


Alexander Noll
Sprecher des AfD Ortsverbandes Bürstadt