Pasquale Aleardi & Die Phonauten spielen „Antidepressionsmusik“, wie sie selbst sagen und der Begriff passt genau aufs Auge. Am Samstag haben sich die Besucher im Bensheimer Musiktheater Rex selbst davon überzeugen können. Zwar blieben die Besucherzahlen hinter den Erwartungen, nicht aber das Konzert.

 

Pasquale Aleardi kennt man zunächst einmal als Schauspieler, sei es als “Kommissar Dupin” aus der ARD, oder von der großen Leinwand, wie zuletzt aus der Musical-Verfilmung „Ich war noch niemals ins New York“. Dabei war Musik schon immer eine seiner großen Leidenschaften. Seitdem er elf war macht er bereits Musik, seit dem achtzehnten Lebensjahr auch in Bands. Gemeinsam mit Marc Leymann, alias „die böse Mary“ und mit Jörg „Spike“ Hamers hat er Pasquale Aleardi & Die Phonauten gegründet. Die Chemie stimmt zwischen den dreien, das merkt man vor und hinter der Bühne. Alle drei haben eine freundlich-offene Art, komödiantisches Talent und die muskalische Expertise. Hamers beispielsweise kennt man aus „Der Popolski Show“, einer parodistischen Kabarettshow/Fernsehshow mit Musikeinlagen. Hier war er zehn Jahre lang als „Bogdan Popolski“ an der Gitarre zu sehen. Marc Leyman hingehen hat man schon auf etlichen Studio-CDs gehört, z.B. beim Album des Popstars Sasha als „Dick Brave & The Backbeats“ oder beim Soundtrack des „Ritter Rost“ Kinofilm-Soundtracks. Die beiden bringen musikalisches Vielfalt und unterschiedlichste Instrumente in die Band ein.

 

Am Samstag haben sie über 2 Stunden mit einer mitreißenden Mischung aus Soul, Pop und Funk überzeugt, alles selbstkomponierte, deutschsprachige Titel, ergänzt mit humorvollen Coverversionen. Die eigenen Stücke behandeln die unterschiedlichsten Themen, die alle aber mit einem Augenzwinkern zu verstehen sind. Egal, ob bei „Männer WG“, „Rangehn“ oder „Der Onkel Doktor hat gesagt, ich darf nicht küssen“, die Zuschauer im Rex waren bei den Songs voll dabei und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Pasquale Aleardi war gefühlt genauso oft vor, wie auf der Bühne, hat „Nasenflöten“ an das Publikum verteilt (die auch genutzt wurden), getanzt, oder mit seinem „neuen Kumpel“ Klaus aus Mannheim gesungen.

 

Auf der Bühne haben sich die drei Akteure zwischen den Songs amüsante Wortgefechte geliefert, bei denen insbesondere Marc Leymann als „die böse Mary“ ihrem Namen gerecht wurde und mit Aleardis Hauptjob als Schauspieler und dem einhergehendem „Schauspiel-Ego“ kokettiert hat.

 

Ein Abend, der mit frenetischem Applaus und Autogrammstunde ausklang und ein zufriedenes Publikum. Bleibt nur eins zu wünschen, dass beim nächsten Konzert der Band im Rex ein größeres Publikum den Weg in das Musiktheater findet.