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Der Fleischfresser zieht nach Worms weiter
„Lost Tales“-Ausstellung: Bettina Rothenheber und Lars Gölz zeigen ab Freitag ihre Bilder in der Schauraum-Galerie.
Kreis Bergstraße/Worms. Kaum sind die Bilder der viel beachteten „Lost Tales"-Ausstellung im Landratsamt in Heppenheim abgehängt, ist dem Künstlerpaar Bettina Rothenheber und Lars Gölz der nächste Wurf gelungen: Ab dem kommenden Freitag (5.) stellen die beiden ihre ungewöhnlichen wie beeindruckenden Arbeiten für drei Wochen in der Schauraum-Galerie der Wormser Kulturfabrik aus. Die Vernissage findet um 20 Uhr statt; einführende Worte spricht Diplom-Designer Michael Mahla, Galerist und Künstler sowie Stadtratsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen in der Nibelungenstadt. Musikalisch umrahmt wird die Ausstellungseröffnung mit Live-Musik von „Moon 74". Dahinter steht der Solist Dominic Hein mit seinem elektronischen Rock/Pop im Stil von Depeche Mode.
Dass mit Worms nun in einer der großen Städte der Region die Ausstellung gezeigt werden kann, freut Bettina Rothenheber und Lars Gölz besonders. Die Präsentation der Exponate im Landratsamt war die erste gemeinsame, bei der die Bilder des gebürtigen Bensheimers – klassische Malerei und Portrait-Zeichnungen – sowie die Composings der aus Lampertheim stammenden 37-Jährigen einem breiten Publikum gezeigt wurden. Umso erstaunlicher ist, dass sich nach der überaus erfolgreichen Premiere die nächste Ausstellung nahtlos anschließt. Doch damit nicht genug: Fest eingeplant ist auch schon die Teilnahme an den „Tagen des offenen Ateliers“ am 18. und 19. September im Rahmen des Kultursommer Südhessens. Außerdem werden Bettina Rothenheber und Lars Gölz ihre Kunst im Herbst im Museumszentum Lorsch zeigen (6. bis 31. Oktober) – ein Heimspiel, lebt das Paar doch gemeinsam in der Klosterstadt.
Wie berichtet, widmen sich Bettina Rothenheber und Lars Gölz in ihrem künstlerischen Schaffen dem Verborgenen der menschlichen Seele. Inspiriert werden die beiden Künstler von der so genannten Schwarzromantik (,,Dark Art"), die derzeit eine Renaissance erlebt. Ende des 18. bis Anfang des 19. Jahrhunderts sind die englischen Schauerromane entstanden. ,,Lost Tales" ist ein ,,Kunstprojekt", das im Mai vergangenen Jahres seinen Anfang genommen hat. Mit „,verschollenen Erzählungen" lässt sich der Begriff ,,Lost Tales" am treffendsten beschreiben.
Die zumeist großformatigen Bilder erzählen Geschichten: mal aus der Welt der Sagen und Mythen, mal von der dunklen, verborgenen Seite der menschlichen Seele. So sehr sich die beiden Künstler von der Thematik gleichen, so unterschiedlich sind die Techniken. Composing und Fotomontagen hat sich Bettina Rothenheber verschrieben, Lars Gölz widmet sich seit jeher der klassischen Malerei und Zeichnungen. Sich gestalterisch mit den seelischen Abgründen des Menschen und der Vergänglichkeit des Lebens zu beschäftigen, das hat bei Rothenheber und Gölz seit jeher eine starke Faszination ausgeübt.
Die Schauraum-Galerie in Worms wurde 1993 in der ehemaligen Textilfabrik von dem Künstlerkollektiv der Fabrik-Künstler gegründet. Seit Ende der 70-er Jahre lebt und arbeitet dort eine Wohn- und Arbeitsgemeinschaft mit Wormser Künstlern. Die Kulturfabrik ist mit jährlich bis zu sechs Einzel-Ausstellungen und ein bis zwei Gruppenausstellungen ein Forum für Kunst. ul
Infobox: „Lost Tales" – Ausstellung mit Werken von Bettina Rothenheber und Lars Gölz vom 5. bis 28. März, Schauraum-Galerie Worms, Zornstraße 11a. Öffnungszeiten: freitags bis sonntags von 19 bis 21 Uhr. Die Vernissage findet am 5. März (Freitag) um 20 Uhr statt. Informationen gibt es auch unter www.losttales.de.

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