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 35. Heppenheimer Festspiele    35. Heppenheimer Festspiele


 35. Heppenheimer Festspiele "Der Hauptmann von Köpenick" ein deutsches Märchen von Carl Zuckmayer. Seit der Uraufführung am 5. März 1931 am Deutschen Theater in Berlin, ist es Zuckmayers meistgespieltes Stück. 21 Szenen, in denen 73 Figuren auftauchen, die wiederum glänzende Dialoge von sich geben. Sie reichen von der Karikatur bis zum naturalistischen Menschen und amüsieren auch heute noch. Die Bürokratie ist eher größer geworden, und ich hoffe, das Mitleid mit der geschundenen Kreatur Mensch auch. Dass die 73 Personen in Heppenheim von 10 Schauspielern gespielt werden, ist keine Sparmassnahme, sondern Absicht. Jeder Akteur in bis zu vier verschiedene Rollen zu sehen.
Wer kennt es nicht, das Unbehagen eine Behörde aufsuchen zu müssen, sei es zum Beispiel wegen Passverlängerung, Visum, Aufenthaltsgenehmigung, Antrag auf Arbeitslosengeld oder der Verlust des Führerscheins. Der Vorgang ist immer gleich: Man wartet zerknirscht mit der Gewissheit, bestimmt das entscheidende Papier vergessen zu haben, und der bangen Frage, was sich wohl seit dem letzten Mal alles geändert hat. Nach Stunden des Wartens, ist es beinahe eine Erleichterung, festzustellen, dass man heute wohl sowieso nicht mehr dran kommt, da die Schlange vor der eigenen Nummer noch lang ist, die Schalter ja um Punkt 12 Uhr schließen. Vielleicht klappt es ja morgen, oder nächste Woche! Diese ganze Prozedur bewirkt, dass man sich abhängig und klein fühlt. Ohne den gewünschten Stempel ist man nichts. Ein Mensch ohne ordentliche Papiere, hat keine Rechte und Ansprüche. Verzögert sich die Beschaffung der Dokumente ist man sofort illegal oder gar kriminell.
Wer hat nicht auf der Stelle ein schlechtes Gewissen, wenn er von der Polizei angehalten wird? Die Uniform verkörpert das Gesetz. Gesetze gibt es mehr, als der Mensch vertragen kann. In Sekunden geht man die Liste durch: Wagenpapiere, Führerschein, Personalausweis sind da, die Steuern bezahlt, die Kinder alle eingeschult, die Konten nicht überzogen, der TÜV am Auto ist in Ordnung, die richtigen Reifen montiert, kein Alkohol getrunken. Mein Bekanntenkreis, alles gute Bürger. Aber wenn die was finden wollen, finden sie was. Vielleicht sind die Fahrzeugabgase nicht in Ordnung, die Hausheizung nicht richtig eingestellt. Haben sich Äste zu weit in den Nachbarsgarten gestreckt, vielleicht sagt mir jemand üble Nachrede nach? Es gibt so viele Gesetze, die man unbewusst übertreten kann. Gesetzeshüter sind in Uniformen gesteckt, die uns einerseits beeindrucken, anderseits aber auch Angst einflössen. Den armen Schuster Wilhelm Voigt bei der verzweifelten Beschaffung seiner Papiere zu begleiten, ist amüsant und traurig zugleich. Auf wie viel Sturheit und Ungerechtigkeit stoßen wir da und können darüber lachen, ebenso wie über den idiotisch phrasenhaften Patriotismus und militärisches Gepränge. Zugleich stellt sich die Frage, wie viel Ungerechtigkeit und Demütigung kann der Einzelne ertragen? Wann und wie wehrt er sich endlich, um einen Rest Menschenwürde zu bewahren? In seiner Not greift Voigt zur Uniform, als Hauptmann geht alles! Er verhaftet den Bürgermeister von Köpenick, nimmt die Stadtkasse an sich und bringt durch diesen Streich nicht nur ganz Deutschland zum Lachen. Seit der Uraufführung am 5. März 1931 am Deutschen Theater in Berlin, ist es Zuckmayers meistgespieltes Stück. 21 Szenen, in denen 73 Figuren auftauchen, die wiederum glänzende Dialoge von sich geben. Sie reichen von der Karikatur bis zum naturalistischen Menschen und amüsieren auch heute noch. Die Bürokratie ist eher größer geworden, und ich hoffe, das Mitleid mit der geschundenen Kreatur Mensch auch. Dass die 73 Personen in Heppenheim von 10 Schauspielern gespielt werden, ist keine Sparmassnahme, sondern Absicht. Jeder Akteur in bis zu vier verschiedene Rollen zu sehen.

Anmerkungen von Pia Hänggi.

Bildunterschrift: Verhaftungsszene im Amtszimmer des Potsdamer Bürgermeister Obermüller. Bildquelle: Veranstalter.


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