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Jugendliche sind von den Probenräumen an der Nibelungenstraße begeistert und wis
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Sie nennen sich „Jerry can burn“, „Theorem of Pythagoras“ oder „Redwood“ und ihre Leidenschaft ist die Musik. Der Stadt Bensheim und Bürgermeister Thorsten Herrmann sind sie besonders dankbar, denn seit Februar 2008 haben sie ihre eigenen Probenräume, in denen sie problemlos und jugendgerecht ihrer Leidenschaft nachgehen können. |
Ihre Begeisterung für diese Möglichkeit zeigten sie auch am Mittwoch gegenüber dem Magistrat, der sich im Rahmen seiner wöchentlichen Arbeitssitzung vor Ort über Ausnutzung und Akzeptanz dieses Angebots für Jugendliche informierte.
„Wir hatten früher so gut wie keine Möglichkeit zu proben. Hier haben wir die Chance bekommen, uns mit der Band zu verwirklichen“, bringt es Nadjana Gaffron, Sängerin von „Pulse Break“ auf den Punkt. Auch Daniel Rettig („Theorem of Pythagoras“) ist begeistert von dem Standort an der Nibelungenstraße: Das ehemalige Firmengelände von Zahnbürsten Fuchs - heute Natursteinzentrum Kurz - „ist gut zu erreichen, wir können kommen und gehen, wie es uns passt und wir können spielen, ohne jemanden zu stören“.
Als „sehr fair und jugendgerecht“ bezeichnet Sascha Lotz („Lights of Porn on“) die Nutzungsbedingungen für die drei Übungsräume. So müssen die jugendlichen Musiker, die schon bei Konzerten im Jugendzentrum, im Stadtpark oder in der Weststadthalle zu hören waren, keine Miete bezahlen. Lediglich die Nebenkosten werden derzeit mit pauschal 50 Euro pro Jahr berechnet. Die Jugendlichen wissen das zu schätzen, denn die Stadt hätte ihr Angebot „ja auch auf einen Übungsraum beschränken können“, so Lotz.
Dann wären allerdings einige Bands nicht zum Zuge gekommen, denn derzeit sind die drei verfügbaren Räume so gut wie ausgelastet. Neun Bands haben sich zurzeit in direkter Nachbarschaft von Adlern, Uhus und weiteren Tieren aus Naturstein eingerichtet und nutzen die Übungsräume nahezu täglich.
Bürgermeister Thorsten Herrmann hatte zunächst kurz den Werdegang bis zur Bereitstellung der Probenräume skizziert. Ausgehend vom ersten Jugendforum im Januar 2007 wurden zunächst Musikgaragen auf dem Gelände des 1. Bergsträßer Fanfarenzuges in Betracht gezogen. Mögliche Probleme wegen der benachbarten Wohnbebauung führten dazu, diese Alternative fallen zu lassen. Als sich dann auf dem Firmengelände von Natursteine Kurz eine Möglichkeit anbot, habe man im Juli 2007 zugegriffen. In die erforderlichen Umbaumaßnahmen für Schallschutz, Schönheitsreparaturen und Fluchtfenster investierte die Stadt rund 29 000 Euro, bevor dann im Februar 2008 die Probenräume in Betrieb genommen werden konnten.
Bürgermeister Herrmann betonte nochmals den gut funktionierenden Dialog mit den Jugendlichen. Wann immer es der Stadt möglich sei, werde man versuchen, die Wünsche und Bedürfnisse der Jugendlichen umzusetzen. Dass dies nicht immer ganz schnell möglich sei, hänge mit den unterschiedlichen Bedürfnissen der Bevölkerung und daraus resultierenden Interessenskonflikten zusammen, bat Stadtrat Matthias Schimpf um Verständnis.
Auch die Skateranlage am Berliner Ring als Projekt aus dem zweiten Jugendforum sei vor der Fertigstellung. Auch hier sei eine enge Zusammenarbeit mit den Jugendlichen erfolgt, mit denen zusammen am kommenden Montag die Geräte auf dem neu hergerichteten Platz aufgestellt werden sollen.
Bezugnehmend auf das nächste Jugendprojekt – eine sogenannte „Party-Location“ – bestätigte Erster Stadtrat Helmut Sachwitz, dass man im Rathaus die Wünsche „auf dem Radar habe“. Allerdings sei nicht jede Liegenschaft wegen der bereits erwähnten Problematik für diese speziellen Anforderungen geeignet.
Für die musikliebenden Jugendlichen ist die Welt in Bensheim aber derzeit in Ordnung und dafür wollen sie sich auch erkenntlich zeigen. Den Wunsch von Bürgermeister Herrmann, für ein Benefizkonzert zugunsten des Netzwerks gegen Armut zur Verfügung zu stehen, wollen sie gerne erfüllen und wenn es erwünscht ist, spielen sie für ihn auch in seinem Garten.
Stadtrat Matthias Schimpf wies abschließend noch auf das nächste Jugendforum hin, das nach der Sommerpause vorgesehen ist. (psp)
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