Qualifizierte Mitarbeiter sind für den Wirtschaftsstandort Deutschland von entscheidender Bedeutung. Viele Unternehmen wählen ihren Standort bewusst danach aus. Aber auch für bestehende Unternehmen ist die Qualifikation ihrer Mitarbeiter ein wichtiger Aspekt, denn sie arbeiten wirtschaftlicher und heben sich positiv von der Konkurrenz ab.
Während große Unternehmen über eigene Schulungszentren verfügen oder Fachleute beschäftigen, die auf dem unübersichtlichen Weiterbildungsmarkt die richtigen Angebote für ihr Unternehmen auswählen, sind kleine und mittlere Unternehmen mit dieser Aufgabe meist überfordert. Außerdem fehlt ein Mitarbeiter, der gerade ein Seminar besucht, einem kleinen Unternehmen im Alltag mehr als in einem großen Betrieb.
Das führt dazu, dass viele kleine und mittlere Unternehmen die Qualifikation ihrer Mitarbeiter vernachlässigen und sich dadurch im Wettbewerb selber schwächen.
Die Wirtschaftsförderung Bergstraße übernimmt mit dem neuen Projekt für die kleinen und mittleren Unternehmen die Aufgaben, die in großen Unternehmen von eigenen Qualifizierungsbeauftragten wahrgenommen wird. Der Qualifizierungsbeauftragte der Wirtschaftsförderung heißt Alexander Fürst. Seine Aufgabe ist es, zunächst den Qualifizierungsbedarf festzustellen und dann die Schulungen für die Mitarbeiter der Unternehmen anzubieten.
Damit dies keine Sisyphossaufgabe wird, konzentriert sich die Wirtschaftsförderung zunächst auf vier Leitbranchen: Bau- und Baunebengewerbe, betreuende Berufe, innerstädtischer Einzelhandel und Hotel- und Gaststätten. Später sollen weitere Branchen hinzukommen und die Qualifizierungsoffensive für alle kleinen und mittleren Unternehmen geöffnet werden.
Nachdem der Bedarf festgestellt wurde, wird die Wirtschaftsförderung entsprechende Schulungen anbieten. Diese sollen – so sieht es das Konzept vor – preislich auch für kleine Unternehmen erschwinglich sein. Außerdem will die Wirtschaftsförderung darauf achten, dass die Schulungen außerhalb der Saisonzeiten der jeweiligen Branche stattfinden. Für Mitarbeiterinnen, die außerhalb der gewohnten Arbeitszeiten an Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen, ist bei einigen Terminen auch eine Kinderbetreuung vorgesehen.
Die Qualifizierungsoffensive wird sowohl mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) als auch mit Eigenmitteln der Wirtschaftsförderung finanziert. |